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09.09.2016

15:19 Uhr

Uniper, Innogy & Co.

Die Aufholjagd bei Börsengängen beginnt

VonRobert Landgraf

Bislang gab es nur wenige Neuemissionen am Aktienmarkt. Doch mit den Energiekonzern-Töchtern Uniper und Innogy stehen in den nächsten Wochen zwei milliardenschwere Börsengänge an. Was Anleger erwartet.

Internationale Fonds setzen stärker auf den europäischen Kontinent. Das spielt Börsenkandidaten in die Hände. Getty Images

IPOs in Deutschland

Internationale Fonds setzen stärker auf den europäischen Kontinent. Das spielt Börsenkandidaten in die Hände.

FrankfurtDer 5. September war ein besonderer Tag - nicht nur für Amerikaner. Nach dem Feiertag „Labor Day“ in den USA begann nicht nur das Endspiel im Präsidentschaftswahlkampf zwischen dem Republikaner Donald Trump und seiner Konkurrentin, der Demokratin Hillary Clinton. Viele Amerikaner kehren auch aus den Ferien zurück. Ein guter Zeitpunkt, um den interessanten Herbst bei deutschen Börsengängen zu starten. Auf Investoren aus Übersee bauen nämlich deutsche Unternehmen, die demnächst große Aktienplatzierungen planen. Dazu zählen die milliardenschweren Emissionen der Versorger-Töchter Uniper und Innogy. RWE und Eon machen aus zwei Konzernen vier. Aber auch der Börsengang der Immo-Tochter von IVG, Office First, steht an.

Für welche Geldanleger die Börse geeignet ist

Eigenverantwortung

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Sie lassen sich nicht allzu leicht durch die Stimmung anderer anstecken und folgen niemals blindlings Empfehlungen, ohne sie selbst zu hinterfragen.

Vermögen

Sie verfügen über genügend liquide Mittel neben Ihrer Anlage an der Börse, um auch unvorhergesehene Probleme lösen zu können, ohne sofort auf Ihr angelegtes Geld zurückgreifen zu müssen (Faustregel: zwei Monatsgehälter als Reserve)

Quelle: Börse für Dummies

Konsortialbanken und Berater wie Martin Steinbach von EY (ehemals Ernst & Young) gehen von einer Aufholjagd bei Börsengängen aus, die in der Fachsprache Initial Public Offering (IPO) genannt werden. Das Volumen soll sich auf dem Niveau des vergangenen Jahres einpendeln. Mit einem Volumen von gut sieben Milliarden Euro war 2015 das beste Jahr für Börsengänge seit dem Boom-Jahr 2007. Damals waren es knapp acht Milliarden Euro. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mit dem Windanlagenbauer Senvion und der Biotechnologiefirma Brain gab es bislang nur zwei Unternehmen, die neu in das Spitzensegment der Deutschen Börse drängten, den Prime Standard. Das Emissionsvolumen betrug zusammen gerade einmal rund 330 Millionen Euro. Mit dem Anbieter für Kleinkredite, My Bucks, und Decheng Technology gab es noch zwei weitere Kleinemissionen. Deshalb sind milliardenschwere Emissionen nötig, um das Ziel zu erreichen.

Bisher blieb das laufende Jahr sicherlich hinter den Erwartungen in Europa zurück, stellt Christoph Heuer, verantwortlich für das deutsche Aktienemissionsgeschäft bei Goldman Sachs fest. Hart getroffen habe es insbesondere Börsengänge und Schnellplatzierungen. Hier seien die Volumina teilweise um über 50 Prozent eingebrochen. Im vergangenen Jahr hatte es dagegen eine Sonderkonjunktur bei IPOs in Deutschland gegeben. Insgesamt 14 Unternehmen wagten den Schritt in den Prime Standard. Dazu gehörten Namen wie Covestro, Chemietochter von Bayer, oder der Autozulieferer Schaeffler.

Zu den Top-Performern unter den Börsengängen in diesem und im vergangenen Jahr zählt der Immobilienkonzern Ado Properties mit einem Kursplus von gut 96 Prozent, gefolgt von Covestro mit über 87 Prozent. Allerdings notieren zehn von insgesamt 16 Top-Emissionen im Minus, teilweise massiv. Das gilt für das Modeunternehmen Steilmann, das inzwischen insolvent ist. Massiv ist der Kursverlust auch beim Online-Babyausstatter Windeln.de. Er schaffte es kein einziges Mal, seinen Ausgabepreis von 18,50 Euro zu überspringen. Heute notiert die Aktie bei vier Euro.

Doch es gibt gute Argumente für einen optimistischen Ausblick in den nächsten Monaten: Das Umfeld für Börsengänge hat sich erheblich verbessert, nachdem der Brexit der Briten die Märkte Mitte des Jahres zunächst geschockt hatte, betont Jörg Dimeg, Leiter der Kapitalmarktberatung im deutschsprachigen Raum von Lazard. In den USA bewegten sich die Börsen in Richtung absoluter Höchststände und der Deutsche Aktienindex Dax habe sich wieder über der Marke von 10.000 Punkten festgesetzt. Außerdem seien die Kursschwankungen auf ein Normalmaß zurückgegangen. Hohe Volatilität ist Gift für Börsengänge, da es dann schwierig wird, einen mittelfristig stabilen Preis zu finden.

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