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23.05.2013

16:20 Uhr

Unternehmensanleihen

Anleger ignorieren Warnung von Buffett und Gross

Der Bullenmarkt sei vorbei, sagen Warren Buffett und Bill Gross – und warnen vor einem Investment in Firmenanleihen. Dennoch begeben Unternehmen aus den USA derzeit fleißig neue Bonds. Sie hoffen auf Spekulanten.

Investmentlegende Warren Buffett: Mitleid für Bondanleger. ap

Investmentlegende Warren Buffett: Mitleid für Bondanleger.

New YorkDie Emission von Unternehmensanleihen in den USA steuert auf ein neues Rekordhoch für den Monat Mai zu. Offenbar wollen Emittenten noch rasch ihre Titel am Markt platzieren, bevor die Nachfrage abflaut. Immerhin haben Experten wie Bill Gross, der Verwalter des weltgrößten Anleihefonds, und Starinvestor Warren Buffett davor gewarnt, bei den niedrigen Renditen Geld in diesem Bereich zu investieren.

Angeführt wird die Emissionswelle in diesem Monat vom brasilianischen Energiekonzern Petroleo Brasileiro, dessen elf Milliarden Dollar schwere Emission die bislang höchste eines Schwellenland-Unternehmens ist. Insgesamt wurden in diesem Monat bereits Titel im Volumen von 120,2 Milliarden Dollar bei Investoren platziert, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Wenn es so weiter geht, könnte der bisherige Rekord von 162,6 Milliarde Dollar aus dem Mai 2008 übertroffen werden. Bereits jetzt wurden die 108,2 Milliarden Dollar für den gesamten Mai 2012 klar überboten.

Firmenbonds: Verzweifelte Anleger investieren in Ramschanleihen

Firmenbonds

Verzweifelte Anleger investieren in Ramschanleihen

Mehr als 25 Milliarden Euro haben Anleger bislang in diesem Jahr in riskante Anleihen europäischer Firmen investiert. Selbst Experten sind überrascht von der Nachfrage. Den Unternehmen kommt das äußerst gelegen.

Die Emittenten zapfen eifrig den Markt an, da immer mehr Anleger darauf spekulieren, dass die Renditen anziehen dürften, nachdem sich eine Konjunkturerholung abzeichnet. Drei Präsidenten von Fed-Regionalbanken sprachen sich vergangene Woche dafür aus, die monatlichen Käufe von 40 Milliarden Dollar an Hypothekenpapieren durch die Federal Reserve ausklingen zu lassen. Sie verwiesen darauf, dass das Tempo bei der Erholung des Immobilienmarktes anziehe. Dadurch könnte potenziell die Nachfrage nach riskanteren Anlagen – von Aktien bis hin zu Ramsch-Bonds – nachlassen.

„Viele Emittenten dürften der Ansicht sein, dass es besser ist, das Schicksal nicht herauszufordern“, sagt Edward Marrinan, Makro-Kredit-Stratege bei RBS Securities.

Warren Buffett, der Chairman und Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway, hatte in einem Bloomberg-Interview diesen Monat erklärt, dass ihm Bond-Investoren Leid täten, da die Renditen von Unternehmensanleihen so niedrig seien.

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