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25.04.2015

08:35 Uhr

Unternehmensanleihen

Anleger kaufen ohne Rücksicht aufs Risiko

Die massive Geldflut der EZB drückt die Renditen bei Unternehmensanleihen. Anleger greifen deshalb verstärkt zu Ramsch und ignorieren nahezu das Risiko. Bei einer Zinswende säßen die Anleger jedoch in der Falle.

Der Gesundheitskonzern Fresenius SE begab letztes Jahr eine Anleihe im Ramsch-Bereich. Mittlerweile liegt die Rendite nur noch bei 1,8 Prozent. Das zeigt, dass Anleger verstärkt bei Ramsch-Anleihen zugreifen. dpa

Anleger suchen das Risiko

Der Gesundheitskonzern Fresenius SE begab letztes Jahr eine Anleihe im Ramsch-Bereich. Mittlerweile liegt die Rendite nur noch bei 1,8 Prozent. Das zeigt, dass Anleger verstärkt bei Ramsch-Anleihen zugreifen.

LondonAnleihe-Investoren unterscheiden immer weniger zwischen schwachen und starken Unternehmen, da die beispiellosen Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank die Kreditmärkte in Europa verzerren.

Der Unterschied bei der Renditeprämie für Schuldner mit einer Bonitätsnote von „AA“ und der Prämie für Schuldner mit einem sechs Stufen niedriger liegenden Rating von „BBB“ ist in diesem Jahr um ein Drittel auf 61 Basispunkte geschrumpft, wie Indizes von Bank of America Merrill Lynch zeigen. Damit sind sie nur noch zwei Basispunkte vom geringsten Abstand seit Januar 2008 entfernt, der in der vergangenen Woche erreicht wurde.

Die Maßnahmen der EZB zur Konjunkturankurbelung drücken die Renditen, so dass Investoren eher geneigt sind, Anleihen von riskanteren Emittenten zu kaufen, und es so den Unternehmen ermöglichen, sich stärker zu verschulden. Das verzerrt jetzt die Entschädigung der Anleihegläubiger und erhöht die Wahrscheinlichkeit für Verluste zu dem Zeitpunkt, an dem die Zinsen steigen.

„Die Leute verschließen ihre Augen und kaufen die Anlageklasse“, sagte Luke Hickmore, Leitender Investmentmanager bei Aberdeen Asset Management in Edinburgh. „Wenn die Zinswende kommt und die Strategien sich ändern, besteht das Risiko, dass sie nicht aus Positionen aussteigen können, die sie nicht mehr wollen.“

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