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28.09.2013

17:23 Uhr

Unternehmensanleihen

Draghi-Rally bei riskanten Bankanleihen

Sie gelten als hoch riskant und werden von konservativen Anlegern eher gemieden. Durch Aussagen von Notenbank-Chef Mario Draghi sorgen dafür, dass nachrangige Bankanleihen aus Europa wieder gefragt sind.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank beeinflusst die Märkte. Reuters

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank beeinflusst die Märkte.

Die Macht der Notenbanker zeigt sich aktuell auf dem Anleihemarkt. Die Zusage von EZB-Präsident Mario Draghi, die Banken in Europas Krisenländern weiter zu unterstützen, treibt eine Erholung im riskantesten Sektor der Bankenanleihen an.

Nachrangige Bankanleihen haben in diesem Quartal den besten Ertrag seit dem Schlussquartal 2012 erzielt. Sie kommen laut dem Bank of America Merrill Lynch's Euro Subordinated Financial Index auf 2,8 Prozent, die Renditeprämie für die Papiere ist um 47 Basispunkte auf 311 Basispunkte gesunken.

„Es ist heimlich, still und leise ein gutes Quartal geworden“, sagte Chris Whitman, weltweiter Leiter Risikosyndizierung bei Deutsche Bank in London. „Die Renditeaufschläge sind auf breiter Front gesunken, von Banken bis zu Schwellenmärkten. Es war eine gute Entwicklung.“

In dieser Woche signalisierte Draghi seine Bereitschaft, ein weiteres langfristiges Refinanzierungsgeschäft (LTRO) für die Finanzierung der europäischen Banken einzusetzen, falls dies nötig sei. Im Juli stiegen die Geldmarktsätze in der Eurozone bis auf ein Niveau, das Draghi als „ungerechtfertigt“ bezeichnete, nachdem die US-Notenbank Fed am 22. Mai eine Drosselung ihrer Konjunkturfördermaßnahmen in Aussicht gestellt und sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung im Euroraum gemehrt hatten.

Die Rendite der zehnjährigen Benchmarkanleihe in Europa stieg nach dem 22. Mai laut Bloomberg um 66 Basispunkte auf bis zu 2,09 Prozent. Aktuell liegt sie bei 1,82 Prozent. Die Renditeprämie für europäische Anleihen aus dem Finanzbereich mit Rating auf Investmentgrade gegenüber Staatsanleihen legte bis zu 46 Basispunkte zu auf 134,7 und ist derzeit bei 99,6.

Anzeichen für Fortschritte bei der Rekapitalisierung der Banken und die Entwicklung hin zu einer einheitlichen Bankenaufsicht und einer Bankenunion überzeugen die Anleger, die von den Renditen nachrangiger Bankanleihen angelockt werden. Gleichzeitig gehen die Emissionen neuer Anleihen zurück, da stärkere Banken sich auf ein einlagenfinanziertes Geschäftsmodell hin bewegen und weniger nachrangige unbesicherte Papiere begeben müssen.

In den ersten drei Monaten des Jahres haben Banken 66 Milliarden Euro an Anleihen in Euro und Pfund begeben, so wenig wie zuletzt im zweiten Quartal 2012. „Das Angebot sinkt, da die Banken schrumpfen“, erklärte Steve Hussey, Anleiheanalyst bei AllianceBernstein in London. „Das ist der große Trend.“

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

28.09.2013, 17:29 Uhr

a0jcc1 ist bsw. längstens ausgelutscht. So wie alle anderen von Interesse.
Der Kommentar ist rund 12 Monate zu spät. Wie alles hier.

Rechner

28.09.2013, 18:26 Uhr

O-Ton Draghi
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Im Juli stiegen die Geldmarktsätze in der Eurozone bis auf ein Niveau, das Draghi als „ungerechtfertigt“ bezeichnete, nachdem die US-Notenbank Fed am 22. Mai eine Drosselung ihrer Konjunkturfördermaßnahmen in Aussicht gestellt und sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung im Euroraum gemehrt hatten.
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Hier irrt der Meister.

Renditen unterhalb der Inflationsrate als zu hoch zu bezeichnen ist verkehrt.

Allerdings könnte mE die Zinskurve etwas flacher werden - das lange Ende muß nicht so stark steigen wie das kurze.

...

Was Draghi TATSÄCHLICH irritiert haben dürfte ist der Rückgang der Geldmenge M3 im Juni und Juli. Der wurde durch einen kräftigen Anstieg im August aber wieder ausgebügelt.

Im August 2013 stieg die Geldmenge M3 um 2,0% gegenüber dem Vorjahresmonat. Die jährliche Steigerungsrate der Geldmenge M3 seit Januar 2010 liegt nach wie vor bei 1,4%.

...

Die engere Definition der Geldmenge M1 liegt um 7% über dem Vorjahreswert.


Offensichtlich wandert Geld in liqidere Formen.

Rechner

28.09.2013, 18:30 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Draghi-Rally bei riskanten Bankanleihen
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Offensichtlich stuft sie der Markt ja jetzt als weniger riskant ein.

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