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30.12.2011

11:25 Uhr

Unternehmensanleihen

Experten empfehlen Firmenbonds

VonAndrea Cünnen

Unternehmensanleihen haben in diesem Jahr nicht viel abgeworfen. Doch soll sich 2012 das ändern. Anleger müssen aber zwischenzeitlich mit starken Schwankungen rechnen.

Unternehmensanleihen sind gefragter als Aktien und viele Staatspapiere. dpa

Unternehmensanleihen sind gefragter als Aktien und viele Staatspapiere.

FrankfurtDafür, dass die meisten Experten sie seit Jahresanfang empfehlen, wurden Anleger mit Anleihen von Unternehmen nicht gerade reich. Fast vier Prozent Gesamtertrag aus Kursgewinnen und Zinseinnahmen warfen die auf Euro lautenden Anleihen von Unternehmen im Jahr 2011 ab, denen die Ratingagenturen eine gute Bonität mit dem Siegel „Investment Grade“ attestieren. Und bei den sogenannten Junk-Bonds – hochverzinsten Anleihen von Firmen mit mangelnder Kreditwürdigkeit – steht unter dem Strich sogar ein Minus von knapp drei Prozent.

Diese Rechnung gilt allerdings nur für die Anleger, die ihre Firmenbonds jetzt verkaufen. Wer sie weiter hält, bekommt die laufenden Zinsen und am Ende sein eingezahltes Kapital zurück – also die Rendite, die er sich zum Kaufzeitpunkt gesichert hat. Zudem:  Im Vergleich zu den meisten Aktienmärkten haben sich die Anleihen von Unternehmen auch im Handel wacker geschlagen. Dass bei den soliden Firmen nicht mehr zu holen war, liegt daran, dass die Kurse schon Anfang des Jahres hoch, die Renditen entsprechend niedrig waren. Durchschnittlich 3,3 Prozent werfen die Anleihen der bonitätsstarken Firmen ab – am Jahresanfang wie auch jetzt.

Bei Junk-Bonds erklären Strategen das moderate Minus damit, dass die Verunsicherung der Anleger angesichts der Euro-Schuldenkrise und der ab Sommer eingebrochenen Aktienmärkte deutlich gestiegen ist. Dem konnten sich auch die Hochzinsanleihen nicht entziehen, deren Entwicklung zumindest tendenziell an den Bewegungen der Aktienmärkte hängt. Entsprechend sind die durchschnittlichen Renditen der Junk-Bonds seit Jahresanfang von 9,7 auf 11,5 Prozent geklettert. Dabei gibt es aber deutliche Unterschiede: Die Renditen der besonders schlecht bewerteten Firmen zogen sehr viel stärker an als die von denen mit vergleichsweise guter Bonität im Junk-Segment.

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Noch stärker als die Renditen sind die Risikoprämien – also die Renditeaufschläge im Vergleich zu Bundesanleihen – gestiegen. Für Firmenbonds mit guter Bonität gibt es inzwischen fast zwei Prozentpunkte mehr Rendite als für deutsche Staatsanleihen, für die Junk-Bonds sogar 9,7 Prozentpunkte mehr. Und genau das macht die Zinspapiere der Firmen auch für das kommende Jahr zu den Favoriten der Experten, auch wenn Anleger sich zwischenzeitlich auf starke Schwankungen einstellen müssen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass Anleihen mit Investment-Grade-Status und Hochzinsanleihen vielversprechende Anlagechancen bieten“, meint etwa Jim Leaviss von M&G Investments. Der Grund: „Aktuell spiegeln die Bewertungen eine bevorstehende Rezession und vor allem zu hohe Ausfallraten wider.“

Zu den oft genannten Favoriten zählen jetzt die Anleihen von Firmen aus defensiven Branchen wie Lebensmittel oder Energie. Auch Anleihen von Industriekonzernen werden oft empfohlen. Bei Hochzinsbonds raten Investoren wie Gregory Saichin von Pioneer Investments zu Firmen aus den Bereichen Technologie und Konsum.

Kommentare (1)

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brinkmann10191459

30.12.2011, 16:46 Uhr

Dieser Artikel verdiente 5 Sterne, wenn ihm ein Link zu Unternehmensanleihen mit aktuellen Kursen/Renditen beigefügt wäre.
So bekommt er nur 3 Sterne.

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