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12.12.2014

16:23 Uhr

Unternehmensanleihen

In Russland wächst die Angst vor Firmenpleiten

Sanktionen, Rubelverfall und Ölpreisrutsch machen Russland zu schaffen. Die Angst der Investoren vor Firmenpleiten wächst. Unternehmen kommen nur noch mit hohen Risikoaufschlägen an Gelder – vor allem in zwei Branchen.

Auch der Erdgasgigant Gazprom leidet unter der Wirtschaftskrise. Reuters

Auch der Erdgasgigant Gazprom leidet unter der Wirtschaftskrise.

FrankfurtSanktionen, Rubel-Verfall und Ölpreisrutsch: Der russische Markt für Unternehmensanleihen durchlebt turbulente Zeiten. Weil die Angst vor Firmenpleiten zunimmt, verlangen Investoren immer höhere Risikoaufschläge für russische Fremdwährungsanleihen. Allein seit Ende November ist der so genannte Spread russischer Papiere zu US-Staatsanleihen um mehr als 100 Basispunkte gestiegen. Auf Jahressicht hat er sich laut dem Bond-Index für Schwellenländer von JP Morgan auf rund 800 Basispunkte verdoppelt. Bis zu Schuldenschnitten sei es zwar noch ein weiter Weg, sagt Apostolos Bantis von der Commerzbank. Aber wenn die Belastungsfaktoren bis nächsten Sommer anhielten, werde es Zeit, über mögliche Schuldenumstrukturierungen nachzudenken.

Russische Regierung rechnet mit Konjunktureinbruch

Die russische Wirtschaft ist zuletzt deutlich ins Stocken geraten: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte der Regierung zufolge im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent schrumpfen. Neben den Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Konflikts bekommt das Land vor allem die Folgen des Ölpreis-Verfalls zu spüren. Der Preis für den wichtigen Rohstoff ist seit Juni um mehr als 40 Prozent auf derzeit 66,62 Dollar je Fass eingebrochen. Das Ministerium rechnet im kommenden Jahr nur noch mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 80 Dollar je Barrel statt wie bislang mit 100 Dollar. Öl und Gas sind die mit Abstand größten Exportschlager des Schwellenlandes.

Die politischen und wirtschaftlichen Risiken seien derzeit ein großer Unsicherheitsfaktor für den Markt, sagt Sergei Strigo von Amundi. Noch ist die Gefahr, dass russische Firmen ihre Schulden nicht bedienen können, nach Einschätzung des Experten allerdings gering. Wahrscheinlicher sei, dass die Unternehmen erst einmal Investitionen und neue Öl-Explorations-Projekte auf Eis legen.

Kommentare (9)

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Herr shar wes

12.12.2014, 16:29 Uhr

Gut so, weiter Sanktinen verschärfen! Wenn Stalin ähh Putin weiter wie Hitler Polen überfällt (ach ja da waren die Russen ja auch beteiligt)sollen "die" doch unter gehen - wäre nicht das erste Mal nach der UDSSR.
Achja und gleich mal gesagt ich selbst war oft in Russland und die "normalen" Bürger tun mir leid . es sind in der Mehrzahl ganz normale und gute Menschen!

Herr Dr. Michael Gross

12.12.2014, 17:50 Uhr

Hier wurde wohl Russland mit der Ukraine verwechselt!

Faktisch steht die Ukraine bereits heute am Rande des Staatsbankrotts.
Die Währung kollabiert, die Wirtschaft liegt am Boden oder befindet sich in den Händen von Oligarchen wie dem schillernden Präsidenten Petro Poroschenko, und schon in den kommenden 6 Monaten fehlen dem Land 10 Milliarden Dollar.

Bereits jetzt dürfen die westeuropäischen Steuerzahler in die Bresche springen.
Vor Kurzem überwies Brüssel 500 Millionen Euro an die Ukraine. Dabei handelt es sich um die erste Tranche eines insgesamt 1,61 Milliarden Euro umfassenden Hilfspakets für Kiew.

Doch dieser Betrag könnte sich bald als Tropfen auf den heißen Stein erweisen, wenn in der Ukraine spätestens Ende 2015 die "Pulverfass-Anleihen" explodieren.
Tatsächlich ist Russland auf den internationalen Finanzmärkten nämlich ein geschickter Schachzug gelungen.

Vor gut einem Jahr verkaufte die Ukraine Staatsanleihen an russische Investoren.
Dabei handelt es sich, wie jetzt bekannt wurde, um Bonds nach ausländischem Recht.
Das hat zur Folge, dass der ukrainische Staat als Emittent dieser Anleihen deren Bedingungen nicht einseitig ändern kann.

Zu den Merkmalen dieser Papiere gehört eine Zahlungsunfähigkeits-Klausel.
Und genau die machen die Bonds zu "Pulverfass-Anleihen". Sollte die Ukraine gegenüber einem Unternehmen, an dem Russland die Mehrheit hält, in Zahlungsverzug kommen oder gar die Rechnungen nicht begleichen, kann Russland auf sofortige Auszahlung der Anleihegelder bestehen.

Darüber hinaus kann Russland die Auszahlung fordern, wenn die ukrainischen Staatsschulden den Grenzwert von 60 % des Bruttoinlandsprodukts überschreiten.

Explodieren die "Pulverfass-Anleihen", könnten nach Expertenschätzungen kurzfristig 16 Milliarden US-Dollar zur Zahlung fällig werden.
In diesem Fall wäre der Staatsbankrott der Ukraine nicht mehr aufzuhalten!

Helfen könnten dann nur noch die Europäer.
Sprich: In erster Linie wieder Staaten wie Deutschland und Österreich.

Herr Dr. Michael Gross

12.12.2014, 17:53 Uhr

Teil 2

Die USA stellen sich ganz offenkundig bereits auf einen baldigen Staatsbankrott der Ukraine ein – und wollen retten, was dann noch zu retten ist. Vorrangig wohl die Bodenschätze des Landes.

Die personellen Weichen wurden entsprechend gestellt.
Ein Vorgang, der exemplarisch deutlich macht, wer in Kiew das Sagen hat.
Auf Betreiben von US-Präsidentenmarionette Poroschenko wurde die amerikanische US-Bankerin Natalie Ann Jaresko zur neuen ukrainischen Finanzministerin ernannt.

Zuvor hatte sie beim Finanzinvestor Horizont Capital und einem Private Equity Fonds gearbeitet. Sie war also Managerin eines "Heuschrecken"-Fonds und weiß, wie man sich aus einem Pleitekandidaten die letzten Filetstücke sichert.

Vor ihrer Karriere als Banksterin arbeitete Jaresko im US-Außenministerium.
Wenige Stunden vor ihrer Ernennung zur neuen Finanzministerin erhielt sie in einer Nacht- und-Nebelaktion die ukrainische Staatsbürgerschaft.
Sie hat nun 2 Jahre Zeit, ihre US-amerikanische Staatsbürgerschaft zurückzugeben.
Aber vielleicht ist das gar nicht erforderlich, weil sie bis dahin ihre Mission erfüllt hat.

Haben die Amerikaner in der Kiewer Marionettenregierung das Sagen, und die Europäer dürfen zahlen?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/02/ukraine-us-investment-bankerin-ist-neue-finanzministerin/

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/06/ukraine-leitet-europaeische-steuergelder-an-gazprom-weiter/

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