Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2015

16:07 Uhr

US-Aktienmarkt

Gewitterwolken ziehen über US-Börsen auf

An den US-Börsen könnten bald die Bären übernehmen. Immer weniger Unternehmen stützen den Auftrieb der wichtigsten Indizes. Langsam kristallisieren sich Werte heraus, die eine Zinserhöhung empfindlich treffen würde.

Droht dem US-Aktienmarkt der Einsturz? ap

Blitze zucken am Himmel

Droht dem US-Aktienmarkt der Einsturz?

BerlinAm amerikanischen Aktienmarkt ziehen Gewitterwolken auf, wie ein Indikator zeigt, der abbildet, wie viele Unternehmen den Anstieg antreiben. Und das gerade zu einer Zeit, als der Standard & Poor's 500 Index auf der Kippe steht, seine bisherigen Jahresgewinne wieder abzugeben.

Etwa 59 Prozent der Aktien schlossen die vergangene Woche über ihrer 200-Tages-Linie ab – das ist der niedrigste Anteil seit acht Monaten, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Der S&P 500 Equal Weight Index, bei dem alle Indexmitglieder unabhängig vom Marktwert gleich gewichtet sind, hat seit März 0,4 Prozent verloren.

Bislang haben sich so wenige US-Aktien nicht am Bullenmarkt beteiligt, dass jedes Anzeichen für eine Abnahme der Rallybreite von technischen Analysten mit Besorgnis beobachtet wird. Für JC O'Hara, den leitenden technischen Marktanalysten von FBN Securities Inc., erinnert dieser Rückgang an das Spiel Jenga, bei dem die Wahrscheinlichkeit, dass der ganze Turm zum Einsturz kommt, mit dem Herausziehen eines jeden Holzstiftes steigt.

Dow Jones und S&P 500: Warum Anleger trotz allem über US-Aktien jubeln

Dow Jones und S&P 500

Warum Anleger trotz allem über US-Aktien jubeln

Die Rally an der Börse läuft und läuft – allen Rücksetzern zum Trotz. Wichtige US-Indizes haben neue Rekorde markiert. Geht die Party an der Wall Street weiter oder kippt die Stimmung? Alle blicken auf die US-Notenbank.

Angeführt wird diese Entwicklung von Aktien, die bei Zinserhöhungen besonders sensibel reagieren. So schlossen am Freitag lediglich 13 Prozent der Versorger im S&P 500 über ihrer 200-Tages-Linie – das ist der geringste Anteil seit mehr als fünf Jahren, zeigen Bloomberg-Daten. Bei Immobilienaktien betrug der Anteil 25 Prozent und war damit so niedrig wie seit November 2013 nicht mehr. Energiewerte haben ebenfalls einen starken Anteil daran, dass die Marktbreite nachließ. Bei ihnen schlossen lediglich 27 Prozent am Freitag über ihrer 200-Tages-Linie. Seit ihrem Hoch im vergangenen Juni hat die Branche 24 Prozent eingebüßt - nicht zuletzt aufgrund des fallenden Ölpreises.

Doch während einige Branchen durch die nahende Zinserhöhung belastet werden, profitieren andere. Banken, deren Krediteinnahmen durch steigende Zinsen zunehmen, haben seit Januar 16 Prozent gewonnen. Für zyklische Verbrauchsgüter ging es seither um zehn Prozent aufwärts, nicht zuletzt aufgrund des starken Dollars.

Aktienarten

Inhaberaktie

Ein Eigentümerwechsel ist jederzeit möglich.

Namensaktie

Die Besitzer sind in ein Aktionärsregister eingetragen.

Stammaktie

Der Aktionär hat alle gesetzlichen Mitspracherechte.

Vorzugsaktie

Der Aktionär erhält eine höhere Dividende, verzichtet aber auf Mitspracherechte.

Stückaktie

Der Aktionär ist mit einem prozentualen Beitrag am Grundkapital beteiligt.

Nennwertaktie

Der Aktionär ist mit einem bestimmten Euro-Betrag (mindestens ein Euro) am Grundkapital beteiligt.

Quelle

„Aktien für Dummies“, Autoren: Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein. ISBN: 978-3-527-71018-8

Nach Ansicht von Ari Wald von Oppenheimer & Co. ist die fehlende Rallybreite kein Hinweis darauf, dass der Markt einen Höhepunkt erreicht hat und eine Korrektur bevorsteht. Kleinere Rückgänge könnten dadurch jedoch vorausgeahnt werden. „Wir sehen eine Konsolidierung, und deswegen hat dem Markt die Richtung gefehlt”, sagt Wald, der Chef für technische Analyse bei Oppenheimer. „Einige Aktien haben sich sehr gut entwickelt, andere jedoch sind unter starken Druck geraten. Das hat diese holprige Entwicklung hervorgerufen.”

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×