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02.05.2014

13:44 Uhr

US-Behörden

Ermittlungen zu Hochfrequenzhandel ausgeweitet

Bereits seit Jahren steht er Hochfrequenzhandel in den USA in der Kritik. Nun weiten die US-Behörden ihre Ermittlungen aus: Die Börsen sollen ihre Beziehungen zu entsprechenden Händlern offenlegen.

Unter anderem Nasdaq OMX, IntercontinentalExchange und BATS Global Markets sollen ihre Beziehungen zu Hochfrequenzhändlern offenlegen. AFP

Unter anderem Nasdaq OMX, IntercontinentalExchange und BATS Global Markets sollen ihre Beziehungen zu Hochfrequenzhändlern offenlegen.

New YorkDie US-Behörden weiten Insidern zufolge ihre Ermittlungen zum umstrittenen Hochfrequenzhandel aus. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric Schneiderman, werde in den kommenden Tagen von Börsen und alternativen Handelsplattformen Informationen über ihre Beziehungen zu Hochfrequenzhändlern einfordern, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters in den vergangenen Tagen von mehreren mit der Sache vertrauten Personen. Untersucht werde dabei wohl besonders, wie die Händler Daten vor anderen Marktteilnehmern erhalten könnten. Die Anfragen seien unter anderem an Nasdaq OMX, IntercontinentalExchange und BATS Global Markets geschickt worden.

Weder die Börsen noch das Büro von Schneiderman nahmen zu den Angaben Stellung. Einem der Insider zufolge wurden bereits Anfragen an die Betreiber von sogenannten „dark pools“ - alternative anonyme Handelsplattformen - geschickt.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

Schneiderman untersucht bereits seit etwa einem Jahr die Handelspraktiken an der Wall Street. Er hat sich unter anderem gegen die Praxis ausgesprochen, dass Börsenbetreiber den Computern von Hochfrequenzhändlern Platz direkt in ihren Datenzentren einräumen, damit sie Daten schneller abgreifen können (engl. „co-location“). Vor zwei Wochen schickte sein Büro Anfragen an Hochfrequenz-Handelsfirmen wie Tower Research, Chopper Trading und Jump Trading. Den Kreisen zufolge wurden die Unternehmen nach ihrem Geschäftsmodell, der eingesetzten Technologie und ihrer Kommunikation mit Börsen befragt.

Der Hochfrequenzhandel steht schon seit Jahren in der Kritik. In den USA ist das Thema in den vergangenen Wochen durch die Veröffentlichung des Enthüllungsbuchs „Flash Boys: A Wall Street Revolt“ des Bestsellerautors Michael Lewis wieder in die Schlagzeilen geraten. Lewis wirft den Hochfrequenzhändlern vor, den Markt zu manipulieren. Befürworter der Handelsmethode weisen dies zurück. Sie argumentieren, der Hochfrequenzhandel erhöhe die Liquidität und nutze damit den Märkten. Inzwischen befassen sich in den USA die Bundespolizei FBI, die Börsenaufsicht SEC und die Derivateaufsicht CFTC mit dem Thema.

Von

rtr

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