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13.01.2008

10:48 Uhr

US-Berichtssaison beginnt

Dax-Ausblick: Eine spannende Woche

Die kommende Börsenwoche verspricht spannend zu werden. Beobachter sind sich völlig uneins über die Perspektiven. Zudem stehen Konjunkturnachrichten an - und in den USA beginnt die Berichtssaison der Unternehmen über die Zahlen des vierten Quartals 2007.

HB FRANKFURT. Pessimistische Einschätzungen zur weiteren Entwicklung insbesondere der US-Wirtschaft haben den Dax in der abgelaufenen Woche um gut ein weiteres Prozent auf 7 700 Punkte gedrückt. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus somit auf rund vier Prozent. Doch zunächst hat sich die Börsenwelt stimmungsmäßig wieder etwas zum Guten gewandelt. Seit der Rede von US-Notenbankchef Bernanke am vergangenen Donnerstag gibt es wieder Hoffnung. Entgegen früherer Zögerlichkeiten ließ Bernanke klar durchblicken, dass die Fed zu aggressiven Zinssenkungen bereit ist. Bernanke stellte klar, dass die US -Notenbank Wachstumsrisiken der Wirtschaft schwerer gewichtet als Inflationsrisiken. Damit schlägt die Politik der Fed genau den entgegensetzten Weg als die Europäische Notenbank ein. Die klare Kampfansage an eine US-Rezession spricht für die globalen Aktienmärkte.

Für die europäischen Börsen und damit den Dax sind US-Zinssenkungen allerdings eine zwiespältige Sache: Sollten die US-Börsen mit der entsprechenden Freude über weitere Zinssenkungen reagieren, wird das natürlich zunächst Europas Börsen beflügeln. Doch schreibt Europa seine Rechnungen in Euro und nicht in Dollar. Sollte die US -Notenbank die Zinsen, wie von nun 90 Prozent der Börsianer erwartet, um 0,5 Prozent senken, würde der Leitzins in den USA unter das europäische Zinsniveau fallen. Der Dollar dürfte daraufhin weiter fallen, der Euro also steigen. Und die Produkte der europäischen Exporteure damit noch mehr verteuern.

Der Markt dürfte daher in den kommenden Wochen genau abwägen: Mit Argusaugen werden die Ergebnisse der beginnenden Berichtssaison beobachtet und auf Blessuren durch die Kreditkrise hin überprüft werden. Gleiches wird für die Konjunkturdaten gelten. Aus der Summe dieser Informationen werden die Analysten dann einen Cocktail brauen und prüfen, ob er schmeckt. Die Nagelprobe wird dann lauten: "Sind die - etwas fallenden - Unternehmensgewinne weiter konkurrenzfähig gegenüber den - stark fallenden - Zinsen?" Sollte die Antwort "Ja" lauten, dürften sich die Kaufempfehlungen für Aktien wieder durchsetzen. Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt sieht in der Bilanzsaison eine Chance für den Markt. "Die Unternehmen könnten mit ihren Berichten den Markt stabilisieren", erläuterte Borghoff. Die Stimmung in den Firmen sei sehr viel besser als bei den Börsianern. "Die Volatilität wird hoch bleiben", sagte Borghoff indes voraus.

Angst vor den kreditkriselnden Banken wird man bei grundsätzlich positivem Tenor aus dem Unternehmensbereich dann auch nicht mehr haben. "Dass die Banken noch lange Abschreibungen vornehmen müssen, ist wirklich jedem klar", sagte ein Kredithändler mit Verweis auf Merrill Lynch. Die US-Investmentbank schätzte ihre Abschreibungen am Donnerstag doppelt so hoch wie zuvor verkündet. Zudem gaben American Express eine Gewinnwarnung. "Viel wichtiger ist, dass sich der Markt für die Kreditprodukte zu beruhigen beginnt", so der Händler weiter. Es würden endlich wieder Preise gestellt, die Liquiditätskrise lasse langsam nach.

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