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08.07.2011

22:42 Uhr

US-Börsen

Arbeitsmarkt beschert Wall Street deutliche Verluste

Der US-Arbeitsmarktbericht enttäuschte auf ganzer Linie. Ein herber Rückschlag, der auch die US-Börsen trifft. Es hagelt Verluste. Und selbst von Google gibt es schlechte Nachrichten.

Händler an der Wallstreet: Der US-Arbeitsmarktbericht fiel enttäuschend aus. Quelle: ap

Händler an der Wallstreet: Der US-Arbeitsmarktbericht fiel enttäuschend aus.

New York / USAEine herbe Enttäuschung über die lahme Entwicklung am US-Arbeitsmarkt hat am Freitag zu deutlichen Verlusten an der Wall Street geführt. Ein äußerst geringer Stellenaufbau versetzte der Hoffnung einen Stich, dass die amerikanische Wirtschaft zuletzt wieder an Schwung gewonnen haben könnte. Der Schrecken der Anleger war umso größer, weil erst am Donnerstag eine Umfrage zahlreiche neue Jobs signalisiert hatte.

Außerhalb der Landwirtschaft wurden im Juni in den USA unter dem Strich insgesamt nur 18.000 Stellen geschaffen. Von Reuters befragte Analysten hatten für Juni ein Plus von 90.000 erwartet. „Die Zahlen unterstreichen, dass sich die US-Wirtschaft derzeit in einer Wachstumsdelle befindet. Von einer spürbaren Belebung am Arbeitsmarkt kann keine Rede sein“, schrieb Helaba-Analystin Viola Stork in einem Kommentar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent schwächer bei 12.657 Punkten aus dem Handel, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.567 und 12.717 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 1343 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,5 Prozent auf 2859 Stellen ein. Im Wochenvergleich legte der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent zu, der S&P-Index 0,3 Prozent und die Nasdaq 1,6 Prozent. In Frankfurt beendete der Dax den Handel mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 7402 Punkten.

US-Arbeitsmarktbericht schockt Börsen

Video: US-Arbeitsmarktbericht schockt Börsen

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Neben den Arbeitsmarktdaten schauten Marktteilnehmer gespannt auf die Entwicklung des Schuldenstreits in den USA. Präsident Barack Obama hatte in einem Spitzengespräch mit den Parteispitzen betont, er werde keiner kurzfristigen Ausweitung der Schuldengrenze zustimmen. Die Verhandlungspartner wollen auch am Wochenende versuchen, eine Lösung zu finden.

Unternehmensnachrichten waren am Freitag rar gesät. Lediglich Google stand nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley im Fokus. Die Aktie gab rund drei Prozent nach. Nach Einschätzung von Morgan Stanley werden die ehrgeizigen Expansionspläne des Konzerns einen beträchtlichen Teil der bislang sprudelnden Gewinne aufzehren. Zudem meldete Morgan Stanley Zweifel an, ob Googles neuere Geschäftszweige wie DoubleClick, Android Market und YouTube wirklich einen nennenswerten Beitrag zum Umsatz des Konzerns liefern können. Eine Kooperation mit Google machten dagegen die Titel von Local.com zu einem der wenigen Gewinner des Tages: Die Titel der auf lokale Ergebnisse spezialisierten Suchmaschine schossen um mehr als zwölf Prozent in die Höhe.

Von den schwachen Arbeitsmarktdaten waren direkt die Titel der Online-Arbeitsagentur Monster Worldwide betroffen, die rund drei Prozent ihres Wertes einbüßten. Auch viele Banktitel gehörten zu den Verlierern - so rutschten die Aktien der Bank of America um mehr als zwei Prozent ab. Die Papiere von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp fielen um fast vier Prozent. Das Unternehmen kämpft mit einem Abhörskandal in England und möglichen Schwierigkeiten bei der Übernahme des britischen Satellitensenders BSkyB.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77 Milliarden Aktien den Besitzer. 880 Werte legten zu, 2075 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,61 Milliarden Aktien 843 im Plus, 1722 im Minus und 102 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

08.07.2011, 16:06 Uhr

Wir sind in der grossen Depression.

Hat das Geld Drucken geholfen ?

Wird QE3 helfen ?


Nur Gold und Silber steigen weiter & weiter nach oben.

Johanns

08.07.2011, 21:45 Uhr

In den USA bahnt sich eine soziale und wirtschaftliche Katastrophe an. Während der 80ern wurde die beginnende Fehlentwicklung, die allmählich zur Aushöhlung von Wirtschaft und Staatswesen führten, durch Geldschwemme infolge der Steuersenkungspolitik überdeckt. Der angebliche Boom der 90er beruhte alleine auf statistischer Manipulation des BIP. Im letzten Jahrzehnt gelang es ein letztes Mal, durch massive öffentliche und private Verschuldung, den äußeren Anschein aufrecht zu erhalten. Der Mythos der kapitalistischen Supermacht, die als überlegener Sieger aus dem Kalten Krieg hervorgegangen war, die Scheinblüte des parasitären und zerstörerischen Finanzsektors, das Trommelfeuer einer hocheffizienten, prahlerischen, realitätsverleugnenden neoliberalen Propagandamaschinerie und die unbestreitbaren Erfolge des IT-Sektors, sowie einzelner Forschungsbereiche, haben geholfen, die Welt zu täuschen.
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Jetzt zeigt sich das Ende der Fahnenstange. Kreative Statistiken können das Desaster nur noch notdürftig bemänteln. Der Mittelstand schmilzt mit atemberaubenden Tempo ab, und der wahre Kern einer modernen Gesellschaft, die Humanressourcen, liegen zunehmend brach. Die USA sind in ihrem aktuellen Zustand nicht einmal in der Lage, ihre Position zu behaupten, geschweige denn mit dem Tempo der aufstrebenden Wirtschaftsregionen in den Schwellenländern Schritt zu halten. Vor allem die innere Verfassung ist besorgniserregend. Die Tea-Party-Bewegung ist ein Symptom dafür, dass, anstatt mit einer Weiterentwicklung, allenfalls mit Rückschritten zu rechnen ist. Die Vereinigten Staaten sind fest in den Händen einer reaktionären „Elite“, die asoziale Habgier mit höchster naturgesetzlicher Legitimation, ja gar religiösen Weihen, auszustatten versucht. Sie „führt einen Klassenkrieg“ und „ist eindeutig dabei, zu gewinnen“ (Warren Buffett, 2004). Ein fataler Pyrrhussieg.

Account gelöscht!

08.07.2011, 21:46 Uhr

ich fass es einfach nicht. der markt setzt gerade zur schlussoffensive an, zumal am freitag. und das nach diesen abgefuckte daten. wer kauft hier???

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