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18.05.2017

01:40 Uhr

US-Börsen

Die Märkte fürchten Trumps Scheitern

VonFrank Wiebe

Die Krise im Weißen Haus trifft besonders Goldman Sachs und andere Banken. Die zunehmenden Spannungen gefährden die Umsetzung der politischen Pläne, deren Erfolg die Kurse schon vorweg genommen hatten.

US-Präsident Donald Trump posierte am Mittwoch mit Kadettinnen der Küstenwache, nachdem er an deren Akademie die Abschlussrede gehalten hat. Reuters

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump posierte am Mittwoch mit Kadettinnen der Küstenwache, nachdem er an deren Akademie die Abschlussrede gehalten hat.

New YorkMilitärische Spannungen in Korea oder im Verhältnis zwischen Russland und den USA haben die Märkte relativ gelassen hingenommen. Seit Wochen wundern Experten sich, dass die Kurse nicht stärker schwanken. Aber die Krise im Weißen Haus, die US-Präsident Donald Trump ausgelöst hat, lässt die Anleger vorsichtiger werden.

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Die US-Börse sackte am Mittwoch um 1,8 Prozent ab. Besonders stark erwischte es die Bankenwerte. Vor allem Goldman Sachs ging in die Knie ¬– um mehr als fünf Prozent. Zugleich sank die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen auf 2,2 Prozent ab. Für einen Euro muss man jetzt mehr als 1,11 Dollar zahlen, deutlich mehr als noch vor zwei Tagen.

„Die Nachrichten aus Washington verstärken die ohnehin wachsenden Sorgen über die wirtschaftliche Agenda, die das Wachstum mit einer dramatischen Steuerreform, einer Infrastruktur-Initiative und einer Neu-Orientierung des Handels stärken soll“, schreibt der Analyst Win Thin von der US-Bank Brown Brothers Harriman (BBH). „Der politische Morast, in dem die Regierung Trump versinkt, schafft Unruhe zu einer Zeit, in der die Investoren sich immer mehr Sorgen um die Dynamik der US-Wirtschaft manchen, nachdem es kürzlich Enttäuschungen beim Einzelhandels-Umsatz, Neubauten und Verbraucherpreisen gab“, fährt er fort.

In der Tat nimmt der Markt ein Stück weit die Bewegungen zurück, die der so genannte Trump-Effekt ausgelöst hatte. Die Hoffnung auf sinkende Unternehmenssteuern und leichtere Auflagen für Banken, Energieunternehmen und andere Firmen hatten zu steigenden Kursen geführt. Besonders stark profitierte der Kurs von Goldman Sachs, eine Hoffnung, die der Gewinn der Bank im ersten Quartal nicht eingelöst hat.

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Die US-Börsen stehen unter Druck: Der Dollar fiel auf ein Sechs-Monats-Tief, und Grund dafür ist US-Präsident Donald Trump. Die wachsenden Zweifel angesichts der zahlreichen Polit-Affären belasten die Wall Street.

Dabei gingen die Investoren von Anfang an davon aus, dass die Steuerreform zu einer steigenden Staatsverschuldung und damit zu höheren Langfristzinsen führen wird. Die Renditen am Kapitalmarkt zogen an, die Inflation belebte sich etwas. Gleichzeitig wurde der Dollar zeitweise vom Glauben an künftiges hohes Wachstum in den USA gestärkt. Insgesamt, so die Hoffnung, brechen die USA endlich aus einer Phase mit niedrigem Wachstum und niedrigen Zinsen aus.

Dieser Trump-Effekt ist immer wieder ins Stocken geraten und hat die Investoren dann doch noch weiter getragen. Kurz vor der jüngsten Krise sorgte für Hoffnung, dass das Abgeordnetenhaus mit knapper Mehrheit ein Gesetz zur Rücknahme von Obamacare, der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama, verabschieden konnte. Das Gesetz ist zwar sehr umstritten und noch ist offen, ob es den Senat passiert. Aber die Entscheidung bewies, dass Trump überhaupt in der Lage ist, mit den Republikanern im Abgeordnetenhaus zusammenzuarbeiten.

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