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23.03.2013

15:37 Uhr

US-Börsen

Wall Street im Falle von Zypern-Rettung auf Rekordjagd

Sollten sich die Politiker in Europa auf eine Lösung in der Zypern-Krise einigen, könnten die US-Börsen kommende Woche neue Rekordwerte erreichen. Am Dienstag und Donnerstag warten wichtige Konjunktur-Indikatoren.

Die Zypern-Krise ist auch an den US-Börsen das beherrschende Thema. dpa

Die Zypern-Krise ist auch an den US-Börsen das beherrschende Thema.

New YorkDie US-Börsen stehen in der Karwoche vor einem Höhenflug und könnten schon bald neue Rekordwerte erreichen. Voraussetzung ist allerdings, dass am Wochenende die Rettung des taumelnden Euro-Staates Zypern gelingt. Die Unsicherheit über die Lage auf der kleinen Mittelmeer-Insel hat bereits dazu geführt, dass der S&P 500 vergangene Woche mit einem Abschlag von 0,3 Prozent aus dem Handel gegangen war. Zuvor war der Börsen-Index einen Monat lang gestiegen. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus mehr als neun Prozent.

Die Hängepartie um das von der Staatspleite bedrohte Zypern hatte auch an der Wall Street Befürchtungen vor einem Wiederaufleben der Euro-Schuldenkrise genährt. Dennoch sprechen die Zeichen Analysten zufolge für Kursaufschläge. Und sollten die in der kommenden Woche erwarteten makroökonomischen Daten den langsamen Aufwärtstrend der US-Wirtschaft bestätigen, könnte der S&P 500 wieder an der Höchstmarkte von 1565 Zählern kratzen.

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Hinweise darauf werden vor allem am Dienstag erwartet, wenn die Daten zum Verbrauchervertrauen, zu den Bestellungen für langlebige Güter und frische Zahlen zum Häuserkauf vorgelegt werden. Am Donnerstag - dem letzten Tag der verkürzten Handelswoche - stehen zudem endgültige Daten für das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2012 und Erstanträge für Arbeitslosenhilfe auf dem Programm. Auf den heimischen Märkten zeigten die Indikatoren nach oben, äußerte sich der Marktstratege Sandy Lincoln vom Vermögensverwalter BMO aus Chicago zuversichtlich. Die Investoren beobachteten bei den Zahlen zum Arbeitsmarkt, zum Wachstum und zum Verbrauchervertrauen eine Aufhellung, die auch durch das Zypern-Problem nicht beeinträchtigt werde.

Zusätzliche Impulse erhoffen sich Investoren von der zum Quartalsende üblichen Aufstockung ihrer Portfolios mit Aktien, die zuletzt besonders gut gelaufen sind. Geschäftszahlen legen in der Karwoche nur wenige Firmen vor, darunter der Discounter Dollar General und der Videospiele-Händler Gamestop Corp. Zuletzt waren die Unternehmensergebnisse nicht immer gut: Der Software-Riese Oracle verfehlte zum Beispiel gerade die Umsatzerwartungen der Analysten. FedEx musste die Prognose für das laufende Jahr senken.

Von

rtr

Kommentare (5)

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alles_manipuliert

23.03.2013, 15:54 Uhr

Zypern ist jetzt gerettet, das Vertrauen in die Eurozone extrem gestiegen - alles bestens.
Na klar doch, es kann immer nur aufwärts gehen was denn sonst? Seit Bernanke können die Börsen nie mehr fallen als weiter kaufen und jeder wird in kürzester Zeit Millionär
ohne auch nur einen Finger krumm zu machen - einfach toll.
Übrigens, heißer Tipp: Die Psychiatrien haben noch freie Plätze für Personen die jetzt tatsächlich noch auf die Idee kommen sollten zu kaufen.

Inflate_Or_Die

23.03.2013, 17:14 Uhr

Bernanke hat halt nur die Wahl, wie mein Nickname lautet: Inflate or die!
Er schickt sich gerade an, seinen Vorgänger Greenspan - den "Herrn der Blasen" zu übertreffen.
Natürlich haben wir in den USA eine gigantische Asset-Inflation bei den Aktienkursen - eine rein liquiditätsgetriebene Hausse, durch die monströse Überschussliquidität (Geldmengenzuwachs minus Sozialproduktzuwachs) irrational aufgepumpt.
Nichts Reales steckt dahinter, kein wirklicher Konjunkturaufschwung, kein tatsächlicher Rückgang der Arbeitslosenzahlen, wie dieser - nirgendwo veröffentlichte (da nicht manipulierbar) - Arbeitsmarktchart zeigt:
http://www.bullionbullscanada.com/us-commentary/26073-us-corpse-economy-still-losing-jobs
["During the four years which the U.S. government has dubbed “an economic recovery”, the U.S. economy has been losing jobs at the fastest rate in recorded history – for every year of this so-called recovery...
While U.S. employment has been a line going straight down during this “recovery”, food-stamp usage has been a line going straight up. There is no possible reality where there could be gains in both jobs and wages, and yet there are still millions more Americans qualifying for food stamps."

Egal ob jetzt eine "Finanzystem-freundliche" Lösung für Zypern gefunden wird oder nicht - die US-Börsen werden weiter steigen, denn die "market-making" Big-Boys haben keine andere Wahl, da sie unbedingt aus ihren Positionen raus(!) wollen:
"Wir erleben wohl das erste Mal in der Geschichte der Börsen den Fall, dass die Distributionphase nicht funktioniert. Sprich es gelingt den großen Adressen, den sogenannten “sicheren Händen”, nicht, ihre Bestände unauffällig in die Hände unerfahrener Anleger, den “zittrigen Händen” zu befördern, weil die ihnen das Zeug einfach nicht abkaufen wollen."
http://www.rottmeyer.de/wann-kommt-der-flash-crash-2-0/
Die "Big Boys" müssen also hoffen, dass es genug "psychisch Kranke" gibt, wie Sie es formuliert haben.

Marc

23.03.2013, 17:21 Uhr

Da scheinen die Brillen mittlerweile aber schon mehr als rosa eingefärbt zu sein. Das System hat sich anscheinend nun von der Realität vollends abgekoppelt. Wenn es kracht muss sich halt wieder die Politik einschalten.

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