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06.06.2014

08:01 Uhr

US-Börsenaufsicht

Hochfrequenzhändler im Visier der SEC

Die US-Börsenaufsicht SEC will künftig gegen den Hochfrequenzhandel und undurchsichtige Geschäfte vorgehen. Sie arbeite an einem ganzen Paket von Maßnahmen für mehr Transparenz und Fairness im Finanzhandel.

Ein Trader in New York: Hochfrequenzhändlern wird vorgeworfen, den Markt zu manipulieren. dpa

Ein Trader in New York: Hochfrequenzhändlern wird vorgeworfen, den Markt zu manipulieren.

WashingtonDie US-Börsenaufsicht SEC geht gegen den umstrittenen Hochfrequenzhandel in die Offensive. Auch undurchsichtige Geschäfte außerhalb der Aktienmärkte will Behördenchefin Mary Jo White ins Visier nehmen, wie sie am Donnerstag in New York ankündigte. Sie arbeite an einem ganzen Paket von Maßnahmen für mehr Transparenz und Fairness im Finanzhandel. Damit stellt die Leiterin der Securities and Exchange Commission (SEC) erstmals seit ihrem Amtsantritt im Frühjahr 2013 konkret neue Vorschriften für den Aktienhandel in Aussicht. Ihr als ehrgeizig eingestuftes Vorhaben dürfte die seit Anfang 2010 laufenden SEC-Bemühungen um eine Reform des Börsengeschäfts vorantreiben.

„Anleger und staatliche Unternehmen profitieren in großem Maße von stabilen und widerstandsfähigen Märkten“, sagte White. Diese wolle sie durch ihre Maßnahmen weiter stärken. Noch Ende April war White Vorwürfen entgegengetreten, extrem schnelle Computergeschäfte mit Aktien führten zu einer weitreichenden Verzerrung des Marktgeschehens. Sie reagierte damit direkt auf das in den USA vieldiskutierte Buch „Flash Boys“ des Besteller-Autors Michael Lewis. Er wirft Hochfrequenzhändlern vor, den Markt zu manipulieren. Befürworter der auf Computeralgorithmen basierenden Methode weisen dies zurück. Auch White sagte, es handele sich dabei nicht um illegale Insider-Geschäfte.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Trotzdem will sie mit ihren nun geplanten Maßnahmen Hochfrequenzhändler an die kürzere Leine nehmen und beispielsweise bei Marktturbulenzen besonders aggressives Geschäftsgebaren unterbinden. Ein massiver Kurssturz des Dow Jones im Mai 2010 aufgrund einer Kettenreaktion hatte die Diskussion um den rasanten Computerhandel weiter angefacht.

Ebenfalls in Whites Blickfeld geraten ist der Handel in sogenannten Dark Pools: Anbieter solcher anonymen außerbörslichen Geschäfte sollen künftig der Aufsicht und der Öffentlichkeit mehr über ihre Praktiken preisgeben. Genutzt wird dieser Schattenhandel besonders von institutionellen Investoren, die unbemerkt vom Rest der Welt große Aktienpakete kaufen oder verkaufen.

Von

rtr

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