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30.10.2014

09:46 Uhr

US-Notenbank Fed

Bondkauf-Stopp kein Drama

Auch wenn die US-Notenbank ihre dritte Anleihen-Kaufrunde beendet – die Wirtschaft dürfte weiterhin von der positiven Wirkung profitieren. Denn einen Schrumpfkurs der Fed-Rekordbilanz wird es nicht geben.

Die US-Notenbank Fed will an ihrer Rekordbilanz von 3,53 Billionen Euro festhalten. dpa

Die US-Notenbank Fed will an ihrer Rekordbilanz von 3,53 Billionen Euro festhalten.

Washington D.C.Die quantitative Lockerung (QE) der US-Notenbank dürfte auch nach ihrer Beendigung noch positiver Nachwirkungen für die amerikanische Wirtschaft haben. Während die Federal Reserve den Abschluss ihrer dritten Kaufrunde von Anleihen in dieser Woche vorbereitet, plant sie auch, an ihrer Rekordbilanz von 4,48 Billionen Dollar (3,53 Billionen Euro) festzuhalten. Diese Summe hat sie seit Beginn des ersten Kaufprogramms im November 2008 angehäuft.

Das wird die Kreditkosten weiterhin im Zaum halten und dabei helfen, die Inflation dem Fed-Zielwert anzunähern. Es wird auch eine fünf Jahre währende Expansion unterstützen, die wegen der Unruhen im Nahen Osten und des abflauenden Wachstums in Europa und China derzeit Gegenwind aus dem Ausland ausgesetzt ist.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Wenn die Fed die Anleihen in ihrer Bilanz belässt, begrenzt dies das Angebot der an den öffentlichen Märkten gehandelten Papiere, so dass die Kurse höher und die Renditen niedriger als andernfalls wären. Das sorgt für positive Impulse für die Wirtschaft, ähnlich wie eine Senkung des Fed-Leitzinses, erklärt Michael Gapen, leitender US-Ökonom bei Barclays und ehemals Bereichsleiter für Geldpolitik und Finanzmarktanalyse im Fed-Board.

„Wird daran festgehalten, wird das die Wirtschaft weiterhin stützen”, sagt Gapen. „Die Botschaft der Fed ist: Wir glauben, dass wir genug getan haben, um Dynamik herzustellen, und die Wirtschaft auf Kurs zu halten. Jetzt werden wir abwarten und sehen, wie sich die Dinge entwickeln.”

Der Offenmarktausschuss (FOMC) will seine Käufe von Treasuries und Hypothekenanleihen bei der Sitzung am 28. und 29. Oktober einstellen, wie aus dem Protokoll des letzten Treffens hervorging. Fed-Chefin Janet Yellen hat sich die Option offen gehalten, die Multi-Billionen-Bilanz noch über Jahre hinweg zu halten.

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