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08.08.2013

17:24 Uhr

US-Notenbanker

Fisher fordert Abkehr von lockerer Geldpolitik

ExklusivWenn es nach einem Fed-Banker geht, sollte die US-Notenbank ihre Geldpolitik lieber früher als später ändern. Noch kauft sie monatlich Anleihen für 85 Milliarden Dollar. Einen festen Ausstiegstermin gibt es noch nicht.

Richard Fisher fordert ein Umdenken. Reuters

Richard Fisher fordert ein Umdenken.

BerlinUS-Notenbanker Richard Fisher will in der Geldpolitik bald auf die Bremse treten. „Wir sollten im September mit der Reduzierung der Anleihekäufe beginnen, wenn sich die Konjunkturdaten nicht deutlich verschlechtern“, sagte das Mitglied im geldpolitischen Ausschusses (FOMC) der Federal Reserve Bank (Fed) im Interview mit dem Handelsblatt. Fisher erklärte, die Risiken der Maßnahme seien größer als ihr Nutzen.

Seit Monaten rätseln die Märkte, wann die Fed damit beginnen wird, ihre Anleiheankäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar im Monat zurückzuschrauben. Fed-Chef Ben Bernanke hatte sich vergangene Woche nach der Sitzung des FOMC nicht in die Karten schauen lassen. Bekäme Fisher seinen Willen, würde die Fed nach der nächsten Sitzung im September damit beginnen, weniger Anleihen zu kaufen. Das Programm ist als Stütze der Konjunktur gedacht. Zuletzt hatten die US-Aktienmärkte aus Furcht vor einer solchen Rückführung der Wirtschaftsförderung der Fed schon im September bereits deutlich nachgegeben.

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Der Ausstieg aus der lockeren Fed-Geldpolitik ist beschlossene Sache, nur wann genau er stattfindet, weiß keiner genau. Neue Spekulationen, dass dieser bevorsteht, belasten die Wall Street und Börsen auf der ganzen Welt.

Die Situation in Europa betrachtet Fisher mit vorsichtigem Optimismus. Es gebe Anzeichen, dass sich die wirtschaftliche Lage in der Krisenregion verbessere. Ausgerechnet im Kern der Währungsunion sieht Fisher jedoch Probleme. „Frankreich macht mir Sorgen, mehr als jedes andere Land“, so Fisher. Vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte müsse man ein Interesse an einem starken Frankreich haben. „Die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung dort sind nicht zu unterschätzen“, fügte er hinzu.

Richard Fisher ist seit 2005 Mitglied des geldpolitischen Rates der Fed und leitet die Niederlassung der Notenbank in Dallas, Texas.

Von

rtr

Kommentare (11)

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R.Ruf

08.08.2013, 20:52 Uhr

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Es ist bekannt, dass es in der FED zwei Fraktionen gibt. Fisher gehört zu der Fraktion, die die ultralockere Geldpolitik kritisch sieht. Bernanke wird allerdings den Teufel tun, sein Programm zurückzufahren, wenn die Arbeitslosenzahlen nicht die anvisierte Marke erreichen. So ist wenigstens anzunehmen.

Inzwischen kann man die Wechselbadankündigungen der verschieden FED-Mitglieder auch interpretieren als Stimulanz der Aktiemärkte sich in gewünschte Richtungen zu bewegen.

Noch fragwürdiger kann Geldpolitik nicht mehr gemacht werden.
Dekadenz auf voller Linie.

Account gelöscht!

08.08.2013, 21:49 Uhr



Welcher Hedgefond/Bullionbank steht nun hinter Fisher, welcher hinter Bernanke und Draghi. Ran an die Recherche liebe HBler. Oder kann Bill Gross uns die direkte Antwort geben ?

LETITBE

08.08.2013, 22:23 Uhr

BERNANKE ist der Killer des US-Dollars, der amerikanischen - und der Weltwirtschaft. Dicke Blasen werden in den nächsten Jahren platzen und das Wirtschaftswachstun auf Pump wird ein Ende finden. Auf seinem Grab wird stehen: " Hier verfault ein Narr der Nullzinspolitik und ein langjähriger Helfer vieler WALL STREET Anleger". Wäre Romney Präsident, dann würde keiner mehr BERNANKE kennen.

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