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11.06.2014

15:16 Uhr

US-Notenbankpolitik

Goldman Sachs zweifelt an Bill Gross

Streit unter Experten: Geht es nach Pimco-Chef Bill Gross, wird die amerikanische Notenbank den Leitzins auf mittlere Sicht nur wenig anheben. Die Ökonomen von Goldman Sachs halten dagegen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält es für möglich, dass die US-Leitzinsen mittel- bis langfristig eher bis auf vier Prozent ansteigen. Reuters

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält es für möglich, dass die US-Leitzinsen mittel- bis langfristig eher bis auf vier Prozent ansteigen.

New YorkGoldman-Sachs-Ökonomen unter der Führung von Jan Hatzius und Dominic Wilson hinterfragen das Weltbild von Bill Gross, Investmentchef des weltgrößten Anleihefonds Pimco. Gross ist der Meinung, die Federal Reserve werde ihre Geldpolitik viel weniger aggressiv straffen als früher – und den Leitzins nicht weit über die Marke von zwei Prozent anheben.

„Wir sind nicht unterschiedlicher Auffassung darin, dass die Federal Funds Rate im Laufe der nächsten 20 Jahre im Schnitt zumindest ein wenig niedriger sein wird als in den 20 Jahren vor der Krise”, erklärten die Ökonomen. „Wir neigen aber zu der Ansicht, dass die Differenz nicht drastisch sein wird.”

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Lange Zeit hatte Pimco von der „Neue Normalität“ gesprochen. Damit gemeint war die Situation unterdurchschnittlichen Wachstums nach der Finanzkrise. Neuerdings aber spricht Gross von der „Neuen Neutralität“, ein Begriff, der aus einem Bericht des Nachrichtendienstes Bloomberg stammt und den Pimco weiter verbreitet hat.

Die „Neue Neutralität“ bezeichnet ein Niveau, bei dem die Fed-Benchmark die Wirtschaft weder ankurbelt noch abschwächt. Damit wird die Auffassung beschrieben, dass die Fed ihren Leitzins wahrscheinlich nicht weit über die Marke von zwei Prozent anheben wird, weil das Potenzialwachstum schwächer und die Schulden höher sind als vor der Rezession.

Auf Basis von Bond-Renditen und Umfragen unter Prognostikern kam Dawsey zu dem Schluss, dass Anleger den neutralen Satz bei 3,8 Prozent sehen. Das würde im Rahmen der Projektion der Fed-Währungshüter von vier Prozent liegen. Goldman Sachs geht zwar weiterhin nicht davon aus, dass die Fed vor 2016 zu Zinserhöhungen übergeht, die Bank sieht den Leitzins aber bis Ende 2018 bei vier Prozent.

Kommentare (5)

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11.06.2014, 16:13 Uhr

"Goldman Sachs geht zwar weiterhin nicht davon aus, dass die Fed vor 2016 zu Zinserhöhungen übergeht, die Bank sieht den Leitzins aber bis Ende 2018 bei vier Prozent."

Lächerlich und alles natürlich ohne eine Begründung. Haben die Kerle diese Zahl unter dem Kopfkissen gefunden ?

Account gelöscht!

11.06.2014, 16:18 Uhr

Ich glaube einfach nicht, dass die FED den Junkie auf kalten Entzug setzt, zumal denen aus Europa das Geld immer noch hinterhergeschmissen werden wird, insofern hat Gross durchaus recht.

Account gelöscht!

11.06.2014, 16:22 Uhr

Ich glaube nicht, dass die FED den Junkie auf kalten Entzug setzt, insofern hat Gross durchaus recht. Ausserdem würde der Spread zu Europa dann zu gross, sodass dann das ganze Draghi-Ponzi-Schema kollabieren würde, und sowas fügt man seinen "Freunden" doch nicht zu, oder?

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