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18.02.2016

21:10 Uhr

US-Rezessionsangst

Das R-Wort geht um

Die Börsen fürchten eine Rezession in den Vereinigten Staaten. Das US-Wachstum hat sich seit Sommer abgeschwächt, die Auftragsflaute in der Industrie verunsichert zusätzlich. Nur der Konsum lässt noch hoffen.

Geht es in den USA bergab? An den Märkten herrscht Unsicherheit, ob es in den Vereinigten Staaten zu einer Rezession kommt. ap

Wall Street

Geht es in den USA bergab? An den Märkten herrscht Unsicherheit, ob es in den Vereinigten Staaten zu einer Rezession kommt.

FrankfurtEin Gespenst geht um an den Börsen - das Gespenst einer Rezession in Amerika. Trieb bislang vor allem der stotternde Wirtschaftsmotor in China die Investoren um, rückt nun die weltgrößte Volkswirtschaft in den Fokus. Denn dort läuft es nicht so rund wie es sollte. „Das 'R'-Wort steht wieder auf der Tagesordnung“, sagt Chefanalytiker Bo Bejstrup Christensen von Danske-Invest. Die Strategen von MM Warburg betonen, die derzeit beherrschende Frage an den Börsen sei, ob in den USA mit einem kräftigen Abschwung oder sogar mit einer neuen Rezession gerechnet werden müsse.

Der Zeitpunkt für solche Ängste ist denkbar ungünstig: China-Krise, Ölpreis-Verfall und die Sorge vor Kreditausfällen im Bankensektor haben an den Finanzmärkten seit Jahresbeginn für heftige Turbulenzen gesorgt. Der deutsche Leitindex Dax verlor seitdem rund fünfzehn Prozent, bei den US-Indizes sind es bis zu elf Prozent.

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Seit Sommer verlangsamt sich das Wachstum in den USA. Ende 2015 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 0,2 Prozent zu. Selbst die chronisch schwächelnde Euro-Zone schaffte 0,3 Prozent. Ein Grund dafür ist der stark gestiegene Dollar - US-Produkte verteuern sich dadurch auf dem Weltmarkt. Zudem wagte im Dezember die Notenbank Fed die erste Zinserhöhung seit zehn Jahren. Doch mit dem Nullzins fällt ein großer Wachstumsbeschleuniger weg, wie einige Börsianer fürchten. Durch die höheren Zinsen werden Kredite teurer und die Wirtschaft damit nicht mehr so stark angeregt. Nicht wenige fühlen sich an die Finanzkrise erinnert, die die ganze Welt in einen Abwärtsstrudel gerissen hatte. Im Dezember 2007 fiel die USA in einen 18 Monate währenden Wirtschaftsabschwung.

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In europäischen Ländern spricht man von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge schrumpft. In den USA hat das private Institut National Bureau of Economic Research (NBER) das letzte Wort. „Eine Rezession ist ein Zeitraum, in der die wirtschaftliche Aktivität quer durch die Wirtschaft schrumpft“, lautet dessen Definition. Sie muss länger als ein paar Monate dauern sowie bei Realeinkommen, Beschäftigung, Industrieproduktion und im Groß- und Einzelhandel sichtbar sein.

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