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10.10.2013

12:05 Uhr

USA Haushaltsstreit

Angst vor Kreditausfall bleibt hoch

Der Haushaltsstreit in den USA ist nach wie vor ungelöst. Entsprechend groß ist die Sorge der Anleger um eine baldige Zahlungsunfähigkeit des Landes. Kreditausfall-Versicherungen mit kurzen Laufzeiten bleiben teuer.

Versicherungen gegen einen drohenden Kreditausfall der USA bleiben teuer. dpa

Versicherungen gegen einen drohenden Kreditausfall der USA bleiben teuer.

FrankfurtDie fünf Jahre laufenden Versicherungen gegen einen Zahlungsausfall der USA haben sich am Donnerstag trotz der Bewegung in den Haushaltsverhandlungen nur leicht verbilligt. Seit Mittwochabend gibt es Anzeichen dafür, dass sich Republikaner und Demokraten auf eine vorübergehende Anhebung der Schuldenobergrenze einigen könnten. Die Versicherungen für kurz laufende Kredite waren dagegen weiterhin so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Mit einem fünf Jahre laufenden Credit Default Swap (CDS) kostete es 40.000 Dollar pro Jahr, zehn Millionen Dollar gegen einen US-Zahlungsausfall abzusichern, teilte der Datenanbieter Markit mit. Das waren 4000 Dollar weniger als am Mittwoch. Mit einem ein Jahr laufenden Kontrakt mussten 68.000 Dollar gezahlt werden und damit in etwa so viel wie am Mittwoch. Auf diesem Preisniveau hatte diese Versicherung zuletzt im Juli 2011 gelegen.

Was passiert, wenn der Supermacht USA das Geld ausgeht?

Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall der Supermacht?

Experten sind zunehmend besorgt. „Genauso, wie in den fünfziger Jahren ein Nuklearkrieg im Bereich des Möglichen lag, ist auch ein Zahlungsausfall der USA nicht mehr ausgeschlossen“, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank und normalerweise eher als Optimist bekannt, sieht ebenfalls „ernsthafte Risiken“. Robert Halver, Leiter der Aktienanalyse bei der Baader Bank, demonstriert hingegen Zuversicht: „Ich bin mir sicher, sie bekommen das hin.“ Doch fest steht: Die Gelassenheit schwindet. Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.

Was passiert am Tag X?

Laut US-Finanzminister Jack Lew muss bis zum 17. Oktober eine Einigung erfolgen, ansonsten kommt die Pleite. Dennoch wird am Tag X zunächst kein Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen eintreten. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann läuft die Zeit aus. Für viele Analysten wäre dies der größte anzunehmende Unfall.

Sollte es im November zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, könnten Anleger in Panik verfallen. „Vor allem bei US-Staatsleihen würde es starke Verwerfungen geben“, sagt Asoka Wöhrmann, oberster Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Nehmen die Märkte die Unsicherheit klaglos hin?

Nein. „Je länger sich die US-Streitigkeiten hinziehen, desto bedrohlicher wird die Situation auch für die internationalen Aktienmärkte und den nationalen Rentenmarkt“, warnt Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler. Zwar sind herbe Verluste oder größere Verwerfungen an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben.

Zum Wochenstart zeigten die Kurven an den Kurstafeln an den meisten Börsenplätzen allerdings bereits nach unten - sowohl in Asien als auch in Europa. Die Angst vor einem Zahlungsausfall macht sich auch am US-Anleihemarkt bemerkbar: Die Versicherungsprämien auf amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Warum ist die Schuldenobergrenze überhaupt so wichtig?

Die USA können nur etwa 80 Prozent ihrer staatlichen Ausgaben aus Einnahmen wie beispielsweise Steuern finanzieren. Deshalb muss viel Geld in Form von Krediten an den Finanzmärkten aufgetrieben werden. Das ist grundsätzlich kein Problem. US-Staatsanleihen gelten traditionell als sicher.

Ein Grund: Die USA verschulden sich in der globalen Leitwährung Dollar, die ihre Notenbank Fed theoretisch in unbegrenzter Menge drucken kann. Allerdings hat sich das Land bereits im Ersten Weltkrieg selbst ein Schulden-Limit verordnet.

Das könnte nun zum Verhängnis werden. Das Debakel ist aber vor allem ein Ergebnis politischer Grabenkämpfe - die USA schieben zwar einen enormen Schuldenberg vor sich her, doch das hat ihre Gläubiger bislang noch nie wirklich gestört.

Damit bleibt die "Inversion" bestehen, die eine aktuelle oder drohende Krise signalisiert. Mit diesem Begriff bezeichnen Börsianer den Umstand, dass Kreditausfall-Versicherungen mit kürzeren Laufzeiten mehr kosten als solche mit längeren. Üblicherweise ist es umgekehrt, weil bei längeren Laufzeiten das Risiko unvorhergesehener Ereignisse größer ist.

Von

rtr

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