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21.01.2005

22:24 Uhr

Verbrauchervertrauen überraschend gesunken

Wall Street schließt mit deutlichen Abschlägen

Die US-Börsen haben sich von ihren deutlichen Kursverlusten bis zum Abend nicht mehr erholt. Das gesunkene Verbrauchervertrauen verdarb die Stimmung unter den Anlegern.

HB BERLIN. Die amerikanischen Börsen sind am Freitagabend mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel gegangen. Die Standardwerte im Dow Jones lagen nach der Schlussglocke 0,8 Prozent im Minus und schlossen mit 10392,99 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite hielt sich nur wenig besser und schloss mit minus 0,6 Prozent bei 2034,27 Zählern. Der Index S&P-500 lag am Abend mit 1167,87 Punkten 0,6 Prozent im Minus.

Zunächst waren leichte Impulse von den Quartalszahlen gekommen, die General Electric und United Technologies vorbörslich vorgelegt hatten. Vor allem der zuversichtliche Ausblick von GE für das laufende Geschäftsjahr war bei den Anlegern auf Gefallen gestoßen.

Als im Handelsverlauf die Nachricht vom gesunkenen Verbrauchervertrauen die Börsen erreichte, drehten die meisten Kurse ins Minus. Der erneut steigende Ölpreis verpasste den Börsen einen zusätzlichen Dämpfer. Das Barrell (159 Liter) Brent zur Märzlieferung kostete am Abend an der Warenterminbörse Nymex 48,53 Dollar. Das ist ein Plus von rund vier Dollar gegenüber dem Vortagesschluss. Weitere börsenrelevante Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten, von denen Impulse für steigende Kurse hätten kommen können, gab es nicht.

Im Mittelpunkt standen GE, die nach Zahlen zunächst zulegten. Die Papiere drehten im Handelsverlauf jedoch ins Minus und schlossen mit minus 0,7 Prozent bei 35,13 Dollar. Die Quartalszahlen von United Technologies machten den Anlegern hingegen ein wenig Mut: Die Papiere gingen mit plus 0,3 Prozent bei 10,08 Dollar vom Parkett. Verizon profitierten von einer Heraufstufung durch die Deutsche Bank. Die Papiere rückten 0,6 Prozent auf 36,50 Dollar vor. Angeführt wurden die Gewinner von Alcoa, die mit plus 0,8 Prozent bei 28,93 Dollar schlossen.

Die Liste der Verlierer war umso länger. Verkauft wurden 3M, die um zwei Prozent auf 81,27 Dollar fielen. Die Papiere gerieten wegen Gewinnmitnahmen unter Druck. Auch Procter&Gamble wurden verkauft und schlossen mit minus 1,9 Prozent bei 55,65 Dollar. Die von Pfizer angekündigte Übernahme eines Biotechunternehmens missfiel den Anlegern. Die Papiere gaben ebenfalls zwei Prozent auf 24,48 Dollar nach.

An der Technologiebörse Nasdaq waren Ebay gefragt. Die Papiere, die am Vortag nach Zahlen eingebrochen waren, machten einen Teil der Kursgewinne wieder wett und rückten 3,3 Prozent auf 86,05 Dollar nach vorne. Auch Martha Stewerat und die Hightechwerte Nortel und Ciena verteuerten sich leicht. Der Vortagessieger Rambus geriet durch Gewinnmitnahmen unter Druck und gab sechs Prozent auf 18,94 Dollar ab. Delta schlossen an die Verluste vom Vortag an und verloren 6,9 Prozent auf fünf Dollar. Die Fluggesellschaft hatte am Vortag einen Milliardenverlust im vergangenen Geschäftsjahr gemeldet.

Verbrauchervertrauen gesunken

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ist im Januar überraschend gesunken. Wie die University of Michigan am Freitag in Washington mitteilte, ist der Index auf 95,8 Punkten gesunken. Im Dezember hatte der Index noch bei 97,1 Punkten gelegen. An der Wall Street wurde ein Stand von 97,4 Punkten erwartet.

GE verbucht Gewinnsprung

Der Elektronikkonzern General Electric (GE) hat im vierten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Wie das Unternehmen am Freitag in Fairfield im US-Bundesstaat Connecticut mitteilte, ist der Umsatz zwischen Oktober und Dezember letzten Jahres gegenüber der Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 43,7 Milliarden Dollar nach oben gegangen. Der Gewinn stieg ebenfalls um 18 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Im gesamten Jahr 2004 betrug der Gewinn 16,6 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von sechs Prozent gegenüber 2003. Für das laufende Quartal erwartet GE ein Plus beim Gewinn in Höhe von 17 - 20 Prozent. Beim Erlös werde eine Zunahme um zehn bis 15 Prozent erwartet.

United Technologies verdient mehr

Der Mischkonzern United Technologies hat im vierten Quartal einen Gewinnsprung von elf Prozent gegenüber der Berichtsperiode des Vorjahres verbucht. Wie das Unternehmen am Freitag in Hartford im US-Bundesstaat Connecticut mitteilte, stieg der Gewinn auf 650 Millionen Dollar oder 1,29 Dollar je Anteilsschein. Der Umsatz ging indes um 15 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar nach oben. Für das gesamte Geschäftsjahr verzeichnet das Unternehmen einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar oder 5,52 Dollar je Aktie. Das ist ein Plus von 18 Prozent.

Pfizer übernimmt Augenheilkundeunternehmen

Der Pharmakonzern Pfizer übernimmt das auf Augenheilkunde spezialisierte Biotechunternehmen Angiosyn. Wie Angiosyn am Freitag in La Jolla im US-Bundesstaat Kalifornien mitteilte, beträgt der Kaufpreis 527 Millionen Dollar. Pfizer werde außerdem umsatzabhängige Zusatzzahlungen leisten, hieß es.

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