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31.01.2008

14:07 Uhr

Verbriefungen

Banken halten sich mit strukturierten Anleihen zurück

Analysten und Ratingagenturen wagen kaum Prognosen für das Geschäft mit Verbriefungen. Zur Zeit gibt es kaum neue Emissionen wegen des Subprime-Schocks. Außerdem parken viele Institute ihre verbrieften Produkte bei der EZB.

cü. FRANKFURT.Nach dem Einbruch im Geschäft mit Verbriefungen vor gut einem halben Jahr wagen Analysten kaum noch Prognosen. Die Schätzungen, was das Volumen neuer Transaktionen angehe, seien „sehr vage“, da eine große Anzahl potenzieller Emittenten abwarte, bis sich der Markt normalisiere, hieß es gestern in einer Studie der Ratingagentur Moody’s. Auch Analysten von Banken sehen sich derzeit nicht in der Lage, eine Prognose anzugeben.

Bei Verbriefungen übertragen meist Banken Forderungen aus ihrer Bilanz an eine Zweckgesellschaft. Diese begibt dann strukturierte Anleihen, die mit den Forderungen besichert sind (Asset Backed Securities, ABS). Im Zuge der Subprime-Krise ist der weltweite ABS-Markt im vergangenen Herbst zusammengebrochen. Viele ABS waren mit schwachen Subprime-Krediten besichert. Deren Zahlungsausfälle brachten den gesamten Markt in Verruf, und der Handel mit den Papieren funktioniert kaum noch.

Nach Berechnungen von Moody’s kamen im vergangenen Jahr in Europa dennoch von der Agentur bewertete Transaktionen über insgesamt 120,3 Mrd. Euro auf den Markt und damit 19,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der überraschende Anstieg liegt daran, dass seit dem zweiten Halbjahr die meisten Transaktionen nicht mehr öffentlich bei institutionellen Investoren platziert wurden. Stattdessen nahmen die Banken die Emission in die eigenen Bücher und nutzen die besicherten Anleihen mit sehr guten Ratings, um sich günstig Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu borgen, wie Stefan Augustin, Analyst bei Moody’s, erklärt. Die EZB akzeptiert ABS-Tranchen mit Spitzenratings als Sicherheit in der Wertpapierleihe. Auf Dauer ist dies nach Meinung von Analysten aber keine Lösung für die Refinanzierung der Kreditinstitute. Der Anteil der öffentlichen platzierten ABS in Europa sank dagegen nach Daten der britischen Großbank HSBC im vergangenen Jahr deutlich um 18 Prozent.

Im Januar gab es mit einer ABS der Volkswagen Bank über 1,25 Mrd. Euro nur eine öffentlich platzierte Transaktion in Europa. Sie ist mit Autoleasing-Krediten besichert und war gut doppelt überzeichnet. Dafür musste VW aber fast zehn Mal so hohe Risikoprämien zahlen wie vor neun Monaten. Die Deutsche Postbank hat ihre erste Verbriefung von Verbraucherkrediten über knapp 1,2 Mrd. Euro angekündigt.

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