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20.09.2011

16:09 Uhr

Verdacht auf Insiderhandel

Spekulanten sollen an US-Herabstufung verdient haben

Die US-Börsenaufsicht SEC hegt Medienberichten zufolge den Verdacht, dass die Herabstufung der US-Bonität von „AAA“ auf „AA+“ vor der offiziellen Verkündung durchgesickert war. Das zu beweisen, ist allerdings schwierig.

Die Ratingagentur Standard & Poors hatte am 5. August die US-Bonität überraschend herabgestuft. dpa

Die Ratingagentur Standard & Poors hatte am 5. August die US-Bonität überraschend herabgestuft.

New YorkAls die USA ihre Spitzennote bei der Kreditwürdigkeit verloren, rauschten die Märkte nach unten. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ hegt die US-Börsenaufsicht SEC nun den Verdacht, dass die Herabstufung des Ratings schon vor der offiziellen Verkündung durchgesickert war. Wer rechtzeitig auf fallende Kurse gesetzt hatte, konnte somit dicke Gewinne einstreichen. 

Die SEC habe von einer ganzen Reihe von Hedge-Fonds und anderen Finanzfirmen Informationen über bestimmte Geschäfte kurz vor der spektakulären Ratingentscheidung angefordert, schrieb die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Es sei aber unklar, an welche Adressaten sich die Anfragen gerichtet hätten. Die Behörde selbst wollte sich nicht äußern. 

Standard & Poor's hatte am späten Freitagabend, dem 5. August, die US-Bonität von der Bestnote „AAA“ auf „AA+“ herabgestuft. Das kam für die meisten vollkommen überraschend, hatten die Politiker in Washington doch erst drei Tage zuvor eine Lösung im Schuldenstreit gefunden und damit die Zahlungsunfähigkeit des Landes abgewendet. Am darauffolgenden Montag, als die Börsen wieder aufmachten, stürzte der Leitindex Dow Jones um fast sechs Prozent in die Tiefe. So massiv waren die Kurse seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr eingebrochen. 

Nach Angaben der Zeitung kursierten schon den ganzen Freitag über unter den Börsenhändlern Gerüchte über eine anstehende Herabstufung - woher sie kamen, ist unklar. Hatte jemand bei S&P geplaudert? Die Ratingagentur verwies auf ihre strengen Richtlinien. Diskretion ist alles in dem Geschäft. Welchen Aufruhr ein Ratingschnitt auslösen kann, zeigte am Dienstag die Herabstufung des wesentlich kleineren Italien durch S&P. 

Ein Insidergeschäft nachzuweisen, ist allerdings schwierig. Die Märkte sind seit der Schuldenkrise in Europa und den USA im Dauerstress und unübersichtlicher denn je. Mal geht es steil nach oben, dann wieder steil nach unten. Auf welchen Informationen ein Geschäft beruht, ist kaum nachzuvollziehen. Die Nutzung von Insiderwissen ist verboten, weil es andere Marktteilnehmer benachteiligt. Die US-Behörden verfolgen Insiderhandel nach spektakulären Fällen wie dem des Hedge-Fonds-Gründers Raj Rajaratnam mit besonderer Härte.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Profit

20.09.2011, 16:38 Uhr

Irgendeiner hat immer verdient, wenn sich Rahmenbedingungen und dementsprechend Marktpreise verändert haben. Genauso wie andere, die eine gegenteilige Prognose vertraten, verloren haben. Was sollen diese Binsenweisheiten im BLÖD-Zeitungsstil. Was glaubt das HB für Leser zu haben? Wir haben besseren Journalismus verdient!

Moika

20.09.2011, 16:53 Uhr

Mein Gott, die Eigentümer S&P's sind zum größten Teil Banken und Hedgefonds. Und die Eigentümer wissen immer Bescheid - und verdienen mit.

Die Selbstverständlichkeit aber, mit der S&P die eigenen Statuten verletzt, zeigt unzweideutig, daß der Inhalt der Meldung nicht mehr wichtig ist, sondern nur noch die Meldung selbst.

Diese Unternehmen mutieren langsam aber sicher zu reinen Parasiten an vielen Volkswirtschaften, das muß die Politik jetzt klipp und klar sagen.

kuac

20.09.2011, 17:11 Uhr

Die HB Schelte ist fehl am Platz. Es wurde von "Wall Street Journal" gemeldet, weil die SEC gegen S&P den Verdacht erhebt, dass hier ein US Gesetzt gebrochen wurde. Vorteilnahme durch Insiderwissen ist verboten und falls beweisen lässt, wird bestraft.

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