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12.09.2012

10:09 Uhr

Verkauf von US-Anleihen

Setzt China die „Finanz-Waffe“ ein?

Die Chinesen sitzen auf einem riesigen Berg an US-Staatsanleihen. Was passiert, wenn sie alle auf einen Schlag auf den Markt werfen? Könnten sie damit die Supermacht ins Wanken bringen? Das Pentagon ist alarmiert.

Der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung der Welt. Der chinesische Yuan wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. dpa

Der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung der Welt. Der chinesische Yuan wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

New YorkChina besitzt US-Staatsanleihen im Volumen von mehr als einer Billion Dollar. Damit besitzt das Land mit Abstand die meisten Treasuries weltweit, mal abgesehen von der US-Notenbank. Was planen die Chinesen damit? Und was passiert, wenn sie sich entschließen sollten, auf einen Schlag alle Papiere auf den Markt zu werfen? Könnten sie damit die Supermacht USA ins Wanken bringen?

Ganz abwegig sind diese Fragen nicht - immerhin hat sich das US-Verteidigungsministerium erstmals damit beschäftigt. Dies geht aus einem Bericht vom 20. Juli hervor, der Bloomberg News vorliegt. Ein „plötzlicher und bedeutender“ Verkauf stelle keine Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA dar, so das Ergebnis.

Fakten zu den Weltwährungen

Noch dominiert der Dollar

Der Dollar hat derzeit noch den größten Anteil an den internationalen Währungsreserven (61,4 Prozent). Darauf folgt der Euro mit 27,0 Prozent Anteilen. Das Pfund besitzt 4,1 Prozent Anteile an den internationalen Währungsreserven, der Yen 3,6 Prozent und 3,9 Prozent teilen sich sonstige Währungen.

Devisentransaktionen

85 Prozent aller Devisentransaktionen entfielen 2010 auf den Dollar. Damit hat die US-Währung an Bedeutung verloren - vor zehn Jahren war der Dollar an 90 Prozent aller Transaktionen beteiligt. Auf den Euro entfielen 2010 39 Prozent aller Transaktionen, der Yen kam auf 19 Prozent, das Britische Pfund auf 13 Prozent.

(Anmerkung.: die Zahlen summieren sich auf 200 Prozent, da bei jeder Transaktion zwei Währungen beteiligt sind, Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich)

Schuldenberge

Die Staatsschulden Chinas betragen seit fünf Jahren kontinuierlich um die 20 Prozent des BIP. Die Schulden Europas und der USA steigen hingegen an. 2010 lagen sie zwischen 80 und 90 Prozent des BIP.

Schuldenabbau durch Inflation

52.000 Milliarden Dollar beträgt die Gesamtverschuldung von Unternehmen, Staat und Bürgern der USA, das entspricht rund 355 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ökonomen vermuten, Amerika werde die Staatsschulden durch Inflation abschmelzen. Die Folge wäre ein Dollar-Crash.

„China hat wenig attraktive Anlagemöglichkeiten außerhalb der US-Treasuries für die Masse seiner umfangreichen Devisenreserven“, heißt es in dem Bericht des Pentagon.

Das Verteidigungsministerium untersuchte die Gründe für die chinesischen Investments und ob „die aggressive Option eines umfangreichen Verkaufs“ China Einfluss in einer politischen oder militärischen Krise verschaffen würde.

Die Republikaner hatten die Bestände der Chinesen an US-Staatschulden im aktuellen Wahlkampf als Zeichen der Verletzlichkeit der USA bezeichnet. „Leiht sich das Amerika, das wir wollen eine Billion Dollar von den Chinesen? Nein“, sagte Mitt Romney, als er am 3. August auf dem Konvent der Republikaner in Tampa in Florida die Nominierung zum US- Präsidentschaftskandidaten annahm.

Daten des US-Finanzministeriums von Mitte August zeigen, dass China zuletzt Treasuries im Volumen von 1,164 Billionen Dollar besaß. China hat seine Bestände dieses Jahr erhöht, als die Wirtschaft der USA stagnierte und sich in Europa die Staatsschuldenkrise verschärfte.

Kommentare (28)

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Account gelöscht!

12.09.2012, 10:24 Uhr

Bis jetzt waren US-Staatsanleihen tatsächlich Chinas Rückversicherung - ein Ausgleich zur militärischen Bedrohung durch die US.
Doch was passiert, wenn diese Versicherung keine Wirkung mehr hat, weil die Anleihen wertlos geworden sind? Wird China dann militärisch weiter von den Öl-Resourcen abgeschnitten und sogar militärisch stärker bedroht? Alles deutet darauf hin.

Account gelöscht!

12.09.2012, 10:39 Uhr

Die USA bringt niemand ins Wanken. Die haben eine Armee

lichtenberg

12.09.2012, 11:02 Uhr

sO EIN sCHWACHSINN;

das wäre ja schlichtweg Selbstmord,
was macht den zur Zeit China ohne den Markt USA.
In jedem Fall keine 2 % Sozialprodukt.

Wie kann man so einen Overkill überhaupt in eine Wirtschaftszeitung setzen.
Nun laßt mal alle 5e gerade sein.
Wen bedient ihr eigentlich mit so einem Quatsch.

Geht endlich mal her und macht anständigen Wirtschafts-Journalismus.
Und nicht aus einem einstmal angesehen Wirtschaft-Blatt,
eine Untrausgabe der Bildzeitung.

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