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22.02.2013

09:17 Uhr

Verkaufswelle

US-Insider stoßen massiv Aktien ab

Die Manager von US-Unternehmen haben so viele Aktien verkauft wie seit langem nicht mehr. Das zeigen aktuelle Daten. Gleichzeitig steigen wieder mehr Privatanleger in den Markt ein. Wissen die Insider mehr?

Insider-Verkäufe verheißen nichts Gutes für die Börse. ap

Insider-Verkäufe verheißen nichts Gutes für die Börse.

US-Manager haben so viele Aktien verkauft wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das ist kein gutes Zeichen. Die Insider glauben offenbar nicht mehr daran, dass die Kurse ihrer Unternehmen steigen.

In den vergangenen drei Monaten kamen auf jeden Kauf durch Unternehmensinsider insgesamt zwölf Verkäufe bei Unternehmen aus dem S&P500. Das ist die höchste Quote seit Januar 2011, wie Daten von Bloomberg und Pavilion Global Markets zeigen.

Das Tempo des Ausverkaufs nahm zuletzt noch zu. Vom 11. Februar bis zum 15. Februar verkauften Insider bei 153 Unternehmen aus dem S&P500. Auf eine Kaufmitteilung kamen 17 Verkaufsmitteilungen.

Superreiche und ihre Aktien: Die Top 10 seit 2008

Berechnung

Vergleich von Aktien aus der Milliardärsliste, die Bloomberg veröffentlicht. Nicht alle Superreichen gründen ihren Reichtum auf Unternehmen, die an der Börse notiert sind. Einige der Aktien erlauben zudem keine Betrachtung über fünf Jahre, die hier vorgenommen wurde.

Stand: Ende Januar 2013

Jeff Bezos

Die Aktie: Amazon               (906866)  Die Performance:             299,41%

Amancio Ortega             

Die Aktie:            Inditex 756434  Die Performance:           228,00%

Jorge Lemann  

Die Aktie:            Anheuser-Busch  590932  Die Performance:           107,95%

Bernard Arnault              

Die Aktie:            LVMH   853292  Die Performance:           100,39%

Larry Ellison       

Die Aktie:            Oracle   871460  Die Performance:           96,29%

Iris Fontbona

Die Aktie:            Antofagasta       867578  Die Performance:           66,39%

Stefan Persson

Die Aktie:            Hennes & Mauritz             872318  Die Performance:           56,00%

Familie Walton 

Die Aktie:            Wal-Mart            860853  Die Performance:           53,56%

Larry Page         

Die Aktie:            Google           A0B7FY      Die Performance:           49,01%

Liliane Bettencourt        

Die Aktie:            L'Oreal  853888  Die Performance:           38,39%

Auf solche Verkaufswellen folgte in der Vergangenheit oft ein Rückgang am Aktienmarkt. Die Aktionen der Unternehmensinsider, zum Beispiel Vorstände oder Chairmen, gelten als Frühindikator. Dass die Verkäufe überwiegen, ist zwar nicht ungewöhnlich. Schließlich werden viele Manager von ihrer Firma in Aktienoptionen bezahlt, die sie anschließend abstoßen. Normalerweise liegt das Verhältnis zwischen Verkäufen und Käufen aber im Schnitt bei fünf zu eins.

Wann immer der Wert in der Vergangenheit über elf stieg, folgte in den nächsten sechs Monaten ein Rutsch von durchschnittlich rund sechs Prozent im S&P 500. Im Zeitraum von April bis Oktober 2011 brach der Index gar um 19 Prozent ein.

Den mit über 65 Millionen Dollar größten Aktienverkauf in der Woche tätigte Larry Page (39) der Vorstandschef von Google. Zudem kündigte Google-Chairman Eric Schmidt (57) an, künftig bis zu 3,2 Millionen Google-Aktien zu verkaufen. Das entspricht einem Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar. Wie das Unternehmen in einer Pflichtmeldung an die Börsenaufsicht SEC mitteilte, soll der Verkauf „zur Diversifizierung des persönlichen Vermögens und zur Liquiditätsbeschaffung“ dienen.

„Insider kaufen nicht in die derzeitige Rally hinein“, schrieb Pierre Lapointe, Leiter Globale Strategie bei Pavilion Global Markets, in einer Analyse. „Die jüngsten Kursgewinne sind für sie Anlass gewesen, zu verkaufen.“ Die Sorge vor einem drohenden Einbruch an den Märkten teilte der Experte jedoch nicht. „Insidertransaktionen bewegen die Märkte nicht. Das tun große Kapitalzuflüsse”, schrieb Lapointe. Er geht davon aus, dass der Markt kurzfristig durch Privatanleger gestützt wird, die Geld in die Aktien stecken.

Kommentare (8)

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Und_tschuess

22.02.2013, 09:28 Uhr

"US-Insider stoßen massiv Aktien ab"

Der Titel hätte auch lauten können:

"Die Ratten verlassen das sinkende Schiff"

KORRUPTUS

22.02.2013, 09:31 Uhr

Natürlich kennen die Insider auch Zahlen, vor allem die der Auftragseingänge. Dass mehr Privatanleger in solch einen Markt einsteigen halte ich für ein Gerücht, auch wenn sich die Börsen mittlerweile mehr oder weniger weit von der tatsächlich existierenden Realwirtschaft schon ziemlich weit entfernt haben. Meines Erachtens gehen die derzeit hohen Indizes hauptsächlich auf Stützungskäufe der Regierungen zurück, Stichwort (PPT).

investmentlegende

22.02.2013, 10:51 Uhr

Warum sollen die nicht nahe dem Dow-ATH verkaufen.Umgekehrt zu den Tiefstkursen im März 09 wäre ja auch a bissel doof oder..?

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