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26.01.2005

18:20 Uhr

Verluste bei SAP, Allianz, BMW

Dax rutscht leicht ins Minus

Die deutschen Aktien haben am Mittwoch ihre Kursgewinne vom Vortag zum Teil wieder abgegeben. Besonders die Kursverluste bei der Allianz, SAP und BMW haben den Dax belastet. Selbst die kräftigen Kursgewinne des Index-Schwergewichts Deutsche Telekom konnten da nicht helfen.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) fiel um 0,5 % auf 4214,12 Punkte. Belastend wirkte die Enttäuschung über eine stagnierende Umsatzrendite des größten europäischen Softwareherstellers SAP. Die Allianz-Aktien gaben nach der Ankündigung komplexer Kapitalmarkttransaktionen zum Abbau der Industriebeteiligungen des Versicherungskonzerns nach, da dadurch ein vierprozentiges Allianz-Aktienpaket für 1,5 Mrd. € auf den Markt kommt. Die Telekom-Aktien profitierten indes von Details zur Wiedereingliederung der Internet-Tochter T-Online.

Die an achter Stelle der Dax-Gewichtung liegenden SAP-Aktien führten mit einem Tagesverlust von 2,5 % auf 121,22 € die Liste der Verlierer an. „Der verhaltene Margenausblick belastet die SAP-Aktie“, sagte Analyst Michael Bahlmann von MM Warburg. „Viele Investoren hatten einfach mehr erwartet, deshalb waren die Aktien gestern auch gesucht“, spielte ein Händler auf die Vortagesgewinne an.

Zweitgrößter Verlierer im Dax waren mit einem Minus von fast zwei Prozent BMW, die mit ihrem Jahresergebnis die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt hatten.

Die Ankündigung der Allianz, unter anderem über eine Wandelanleihe innerhalb von drei Jahren ihre Beteiligungen an BMW, Münchener Rück oder Siemens abzubauen, stieß insgesamt auf ein positives Echo, was sich aber kaum im Kurs niederschlug. Damit erfülle die Allianz Forderungen von Rating-Agenturen und Analysten, erläuterte HVB-Analyst Lucio di Geronimo. Den Kursverlust von 1,8 % auf 90,34 € begründete ein Händler mit einem Verwässerungseffekt im Zusammenhang mit der Platzierung der Allianz-Papiere.

Nach dem Aktienumtauschangebot für T-Online wurden die in der Dax-Gewichtung an dritter Stelle liegenden T-Aktien favorisiert, die 1,8 % auf 16,50 € zulegten. Die Telekom will ihre erst 2000 an die Börse gebrachte Internet-Tochter wieder in den Konzern eingliedern. Händler Raed Mustafa von der BW Bank zufolge deckten sich viele Anleger, die auf eine höhere Offerte und damit auf fallende Telekom-Kurse spekuliert hatten, wieder mit T-Aktien ein. Die T-Online-Titel brachen dagegen im TecDax um 7,8 % auf neun Euro ein. Börsianer kritisierten das Umtauschangebot einhellig als unattraktiv für die übrigen Eigner des Internet-Dienstleisters. Der TecDax gab 0,17 % auf 520,99 Zähler nach.

Größter Gewinner im Dax waren zum Xetra-Schluss mit einem Tagesgewinn von 2,9 % auf 46,98 € die Aktien der Deutschen Börse, die Händlern zufolge vor allem von der Bekräftigung der Kaufempfehlung der Deutschen Bank profitierten. Die Analysten hatten das Kursziel der Aktien auf 54 (zuvor 47) Euro angehoben und zugleich für die geplante Fusion mit der Londoner Börse LSE Synergieeffekte von rund einer Milliarde Euro errechnet. „Die Börse ist jetzt in einer Win/Win Situation“, sagte ein Händler mit Blick auf den Börsenkurs. „Wenn die Übernahme nicht zu Stande kommt, dann können sie über eine Sonderdividende oder Aktienrückkauf den Aktionären Geld geben. Wenn die Übernahme klappt ist das, selbst bei 600 Pence, auch gut für die Börse.“

Zu den Gewinnern im Dax zählten im Vorfeld der Veröffentlichung ihrer vorläufigen Umsatzzahlen für 2004 zudem die Altana-Aktien, die um 1,5 % auf 44,88 € anzogen. Die Aktien von Infineon holten indes mit einem Plus von 1,8 % ihre Verluste vom Vortag wieder auf.

Mehr als der Dax gewann zeitweise der MDax, der um 0,4 % auf ein Allzeithoch von 5601 Punkten stieg, zum Handelsschluss aber mit 5586 Punkten fast unverändert schloss. Zu den größten MDax-Gewinnern zählten nach einer Empfehlung von Analysten die Aktien des Geldautomatenherstellers Nixdorf Wincor, die trotz eines Dividendenabschlags mit einem Tagesgewinn von 1,5 % aus dem Markt gingen.

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