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06.01.2012

17:22 Uhr

Verluste

Märkte geraten auf breiter Front unter Druck

Bei Dax, Euro und wichtigen Staatsanleihen drehen die Kurse nach unten. Experten sehen kaum Erholungsspielraum für die Märkte - der gute Jahresanfang scheint nur eine Verschnaufpause gewesen zu sein.

Das Börsenjahr hat gut angefangen, doch es brauen sich schon wieder Probleme zusammen. Reuters

Das Börsenjahr hat gut angefangen, doch es brauen sich schon wieder Probleme zusammen.

Frankfurt/DüsseldorfDas Börsenjahr hat stark angefangen - aber innerhalb der ersten Woche auch schon wieder beträchtlich nachgelassen. Heute hat der Dax innerhalb einer Stunde 140 Punkte verloren, der Euro sinkt schon seit Tagen, und Anleiherenditen spiegeln wieder das Misstrauen der Investoren wider.

Auch die Finanzwerte, die regelmäßig das Schlusslicht im Dax bilden, haben im neuen Jahr schwer zu kämpfen. Die Deutsche Bank hat im noch jungen Jahr 2012 bereits acht Prozent verloren, die Commerzbank neun und die Münchner Rück 3,3 Prozent.

Die Investoren gönnen auch den EU-Sorgenkindern Italien und Spanien keine Verschnaufpause. Die Renditen der zehnjährigen italienischen und spanischen Anleihen stiegen am Freitag weiter - ein Ausdruck für wachsende Zweifel an der Zahlungsfähigkeit dieser hoch verschuldeten Länder. Die Nachrichtenlage in Sachen Euro-Krise habe sich eher verschlechtert als verbessert, sagte ein Händler. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass in Spaniens Haushalt ein noch größeres Loch klafft als bislang angenommen. „Die Anleger sind auf der Suche nach Sicherheit, und das dürfte die Risikoaufschläge vieler Anleihen zu den deutschen Papieren weiter nach oben treiben“, erklärte Patrick Jacq, Stratege bei BNP Paribas. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten am Freitag bei 1,884 Prozent. Italienische und spanische Papiere lagen in der Spitze bei 7,373 beziehungsweise 5,906 Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:52 Uhr)

Dax

+ 1,8 Prozent

Euro Stoxx

+ 1,5 Prozent

Dow Jones

+ 1 Prozent

Nikkei

+ 1,1 Prozent (8.466 Punkte)

Euro

+ 0,6 Prozent (1,2738 Dollar)

Gold

+ 0,9 Prozent (1.659 Dollar)

Öl (Brent)

+ 0,2 Prozent (110,54 Dollar)

Auch der Euro blieb zum Wochenschluss auf breiter Front unter Druck: Die Gemeinschaftswährung fiel erstmals seit dem 10. September 2010 unter die Marke von 1,27 Dollar, stabilisierte sich wenig später aber leicht über dieser Notierung.. Zum Yen dümpelte der Euro mit 98,18 auf einem neuen Elf-Jahres-Tief. Gegenüber dem Pfund sackte die Gemeinschaftswährung bis auf 82,35 Pence ab, den niedrigsten Stand seit 16 Monaten. Börsianern zufolge macht dem Euro weiterhin das Misstrauen der Anleger in das Management der Schuldenkrise zu schaffen.

Kommentare (10)

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karstenberwanger

06.01.2012, 17:36 Uhr

ich lach mich krank... das ist doch alles seit Jahren bereits abzusehen und da kann die deutsche Medienlandschaft noch so ihre abartige Propaganda vom Wirtschaftsboom schüren, die Wahrheit sieht der Bürger Tag für Tag vor Ort und ein jeder der bis 3 zählen kann, weiss wo diese Reise hingeht.

Der Zusammenbruch von diesem Wahnsinn der sich EU nennt und uns allen aufgebürstet worden ist als ob wir kein Recht auf freie Entscheidungen hätten, trägt jetzt seine Früchte und die Politik lügt weiter das blaue vom Himmel. Was hier gerade gemacht wird, ist der Versuch diesen brennenden Reaktor langsam herunterzufahren da man nicht weiss was bei einer sofortigen Abschaltung passieren würde...mehr ist das nicht. Der Euro ist ein Abbild dieser Politik, verlogen, dreckig und hat mit unseren Werten nichts zu tun.

kleinfeldt

06.01.2012, 18:41 Uhr

Was erlauben Sie sich hier eigentlich, eine andere Person als "Schwachkopf" zu bezeichnen?

Account gelöscht!

06.01.2012, 18:59 Uhr

substance over form: Schwachkopf würde ich nicht sagen, schwachsinnig ist der post trotzdem. Die europäische Integration mittels EU und Vorläufern Montanunion, EG etc. hat für 50 Jahre Frieden und Stabilität auf unserem Kontinent gesorgt, bei allen Schwächen ein herausragendes Resultat. Das dies nicht mit "traditionellen deutschen Werten" übereinstimmt, mag wohl sein... Sarkasmus beiseite: Trotz der Konstruktionsfehler und den besorgniserregenden Verschuldungen aller Nationalstaaten (inkl. D) hat der Euro einen stabilen Außenwert (>Startwert, >Durchschnittswert des Währungskorbes in Relation zum Dollar seit XJahren vor Einführung) und eine Inflationsrate in den 10 Jahren seit Einführung von durchschnittlich 1,6%, die letzten 10 DM-Jahre hatten 2,2% (Inflationsdaten gem. Bundesbank). Angst ist ein schlechter Berater.

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