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30.01.2015

20:51 Uhr

Volatilität bei US-Aktien

„Lasst euch nicht erschüttern“

Der S&P 500 schwankt so stark wie seit 2012 nicht mehr. Doch Experten und Banken prophezeien: Die Märkte werden sich beruhigen und Aktien werden steigen. Der Grund: Die Unternehmenszahlen werden alles übertönen.

Die Fassade der New Yorker Börse: Goldman Sachs zufolge dürfte die Volatilität zum Jahresende abnehmen. dpa

Die Fassade der New Yorker Börse: Goldman Sachs zufolge dürfte die Volatilität zum Jahresende abnehmen.

New YorkDie anhaltende Volatilität am US-Aktienmarkt ist mit jedem Handelstag schwerer zu ignorieren. Strategen von Goldman Sachs gehen jedoch davon aus, dass dieser Trend vor einer Umkehr steht.

Am Donnerstag stieg der Standard & Poor's 500 Index um 1,5 Prozent, wobei die Spanne zwischen Hoch- und Tiefständen 1,9 Prozent betrug. Damit liegt die Innertagesspanne den 15. Tag in Folge bei über einem Prozent – die längste solche Periode seit 2012. Damals schwankte der S&P in einem Zeitraum von 18 Tagen bis zum 21. Juni 2012, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Gegenüber 2014 haben sich die täglichen Bewegungen bei dem US-Benchmarkindex annähernd verdoppelt. Zum einen weckte der Ölpreisverfall Sorgen hinsichtlich einer Deflation, zum anderen sanken die Gewinnprognosen so stark wie zuletzt 2009. Die Investoren sind so verunsichert wie seit der europäischen Schuldenkrise vor mehr als zwei Jahren nicht mehr. Eine anziehende Konjunktur in den USA sollte sie jedoch beruhigen, schreiben Derivate-Strategen von Goldman in einer vom 20. Januar datierten Studie.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

3. Juli 2014

Zum ersten Mal in seiner Geschichte knackt der Dow Jones die Marke von 17.000 Punkten.

25. Januar 2017

Mehr als einen Monat hatten Anleger mit der runden Marke geflirtet, doch erst Ende Januar war es dann soweit: Der Dow-Jones knackte im Zuge der Trump-Rally, die der Präsidentschaftswahlsieg des Polit-Außenseiters Donald Trump losgetreten hatte, die 20.000 Punkte.

01. März 2017

Etwas mehr als einen Monat später passierte der traditionelle Weltleitindex schon den nächsten Meilenstein: 21.000 Punkte. Einen Fahrplan für die groß angekündigte Steuerreform blieb Neu-Präsident Trump zwar schuldig, doch auf dem Parkett hielt man ihm die Treue.

02. August 2017

Bis zur 22.000 dauerte es länger, denn der Sommer gestaltete sich schwieriger: Donald Trump ließ seinen Worten keine Taten folgen. Daher musste ein anderer Kurstreiber her. Und der fand sich in den starken Unternehmenszahlen. Zudem trat die US-Notenbank Fed bei der Zinsstraffung auf die Bremse, was dem Aktienhandel immer gut bekommt.

17. Oktober 2017

Im Herbst erklomm der Dow die aktuell letzte Tausendermarke: die Dreiundzwanzigste. Und das war nicht das Ende. Aktueller Höchststand: 23.575 Zähler.

„Die Achterbahnfahrt der Märkte hat die Öffentlichkeit beunruhigt“, sagte Mark Luschini, Chef-Investmentstratege für Janney Montgomery Scott in Philadelphia. Seinen Kunden rät er: „Lassen Sie sich nicht bei ihren Positionen erschüttern. Die Fundamentaldaten haben sich nicht verändert.“

Auch wenn der Ölpreis seit Juni um die Hälfte einbrach, wuchs die US-Wirtschaft im dritten Quartal mit fünf Jahren so stark wie seit elf Jahren nicht mehr, und der Arbeitsmarkt hat das beste Jahr seit 1999 hinter sich.

Seit Jahresbeginn kommt der S&P 500 jeden Tag auf einen durchschnittliches Plus oder Minus von 0,85 Prozent, fast doppelt so viel wie die durchschnittliche tägliche Veränderung von 0,53 Prozent im vergangenen Jahr, das bei US-Aktien das ruhigste seit 2006 war.

In dem Zeitraum ist der Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX) um 16 Prozent gefallen. Der VIX wird aus den Kosten für Optionen auf den S&P 500 errechnet und stellt eine Prognose für die Bewegungen bei den Aktienkursen in den nächsten 30 Tagen dar.

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