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23.03.2017

17:37 Uhr

Volkswagen

VW feiert gelungenes Comeback am Bondmarkt

VonAndrea Cünnen

Erstmals seit anderthalb Jahren wagt sich VW wieder an den Anleihemarkt. Der Dieselskandal hat für Investoren von Volkswagen seinen Schrecken verloren. Die Nachfrage nach den Bonds ist riesengroß.

Analysten werden die Einigung in den USA als eine planbare Ausgangsbasis, die es VW ermöglicht, sich wieder auf den Markt zu konzentrieren. dpa

VW-Autohaus in Hannover

Analysten werden die Einigung in den USA als eine planbare Ausgangsbasis, die es VW ermöglicht, sich wieder auf den Markt zu konzentrieren.

FrankfurtWas lange währt, wird endlich gut. Seit mindestens einem halben Jahr warten Investoren darauf, dass sich Volkswagen wieder am Anleihemarkt blicken lässt. Der Konzern gehörte traditionell, wie auch die anderen Autobauer, zu den großen Schuldnern am Anleihemarkt. Doch der Diesel-Skandal hielt VW lange in Atem und ließ die Wolfsburger vor einem Kapitalmarktauftritt zurückschrecken. Nun hat der Konzern das Comeback geschafft und dabei in die Vollen gegriffen. Acht Milliarden Euro hat der Autobauer auf einen Schlag am Donnerstag eingenommen – es ist die größte Anleiheemission eines europäischen Unternehmens in diesem Jahr. Angekündigt hatte VW Anleihen über insgesamt mindestens vier Milliarden Euro.

Rekordverdächtig ist auch die Nachfrage: Die Konsortialbanken berichteten von Kaufaufträgen über mehr als 25 Milliarden Euro. Dank des großen Interesses der Investoren kam VW sogar etwas günstiger an Geld als zunächst angekündigt. Die insgesamt vier neuen Bonds mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren boten Aufschläge um zehn Basispunkte (0,1 Prozentpunkte) im Vergleich zu ausstehenden Bonds.

Die in zwei Jahren fällige Anleihe wird flexibel verzinst. Sie bietet einen Renditeaufschlag von 0,35 Prozentpunkten über dem dreimonatigen Interbankenzinssatz Euribor. Dieser lag zuletzt bei minus 0,3 Prozent. Investoren bekommen damit für diese Anleihe zunächst fast keinen Zins. Negativ wird die Verzinsung aber auch bei einem noch weiter fallenden Euribor nicht sein. Dazu gibt es festverzinsliche Anleihen, die in vier, sechseinhalb und zehn Jahren fällig werden. Die Renditen für diese Papiere lagen bei der Platzierung am Donnerstagabend bei knapp 0,6, Prozent, 1,26 Prozent und knapp zwei Prozent.

Die absoluten Renditen klingen nicht nach viel, doch im Niedrigzinsumfeld sind sie durchaus beachtlich. Dazu kommt, dass sich die VW-Anleihen zwar im Handel von dem Einbruch nach dem Diesel-Skandal erholt haben. Ende September 2015 waren die Renditen in die Höhe geschnellt. Eine im Januar 2014 fällige VW-Anleihe rentierte damals mit 3,4 Prozent, eine im Oktober 2021 fällige Anleihe warf damals drei Prozent Rendite ab. Dennoch bietet VW für seine Anleihen auch jetzt noch mehr Rendite als zum Beispiel BMW oder Daimler. Deren in jeweils knapp sieben Jahren fälligen Anleihen rentieren um die 0,8 Prozent.

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