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07.01.2014

10:07 Uhr

Vom Orakel von Omaha lernen

„Warren Buffett hatte immer Recht“

Wenn Warren Buffett spricht, sollte man zuhören. Der große Investor redet einmal pro Jahr viel – auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Und dann kaum noch. Fondsmanager Hendrik Leber ist seit Jahren dabei.

Hendrik Leber: Der Fondsmanager aus Frankfurt leitet die Acatis Investment GmbH.

Hendrik Leber: Der Fondsmanager aus Frankfurt leitet die Acatis Investment GmbH.

Es ist Samstag, der 4. Mai 2013. Ich sitze auf unbequemen Plastikstühlen im CenturyLink Center in Omaha. Nicht ganz allein, um mich herum warten 35.000 weitere Buffett-Fans. Die Anreise nach Omaha war holperig, mehrere Flüge wurden gestrichen. Das Hotel ist sehr schlicht, wir mussten früh aufstehen, um in der Schlange anzustehen und noch einen Platz in der großen Halle zu bekommen.

Doch das bin ich gewöhnt - nun schon zum 18. Mal. Bei meiner ersten Reise Mitte der 90er-Jahre fanden wir noch in einem Hotel Platz, damals nahmen allerdings auch nur 3000 Aktionäre teil. Es ist jetzt alles ein bisschen größer und unpersönlicher geworden, aber es geht ja nicht um Komfort oder Kameraderie, sondern um Inhalte.

Die goldenen Regeln des Value-Investors Warren Buffett

Gezielt auswählen

Konzentrieren Sie Ihre Investments auf herausragende Unternehmen, die von einem starken Management geleitet werden.

Weniger ist mehr

Beschränken Sie sich auf Unternehmen, die Sie wirklich verstehen können. Zehn bis 20 sind in Ordnung, ab 20 ist Ärger vorprogrammiert.

Viel auf Wenige setzen

Suchen Sie sich unter Ihren guten Unternehmen die besten aus und stecken Sie den größten Teil Ihrer Investments in diese.

Langfristig denken

Denken Sie langfristig: mindestens fünf bis zehn Jahre.

Keine Panik

Volatilität kommt vor. Bleiben Sie dran.

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Was wird Warren Buffett sagen? Jedes Jahr bekommt er während der Hauptversammlung im Laufe von sechs Stunden rund 60 Fragen gestellt, die er geradezu druckreif beantwortet. Seine Antworten sind immer gehaltvoll, sind immer relevant, immer praxisnah. Ich versuche, alles mitzuschreiben. Rund 20 Blätter fülle ich normalerweise.

Am wichtigsten sind seine leisen Sätze, die zunächst gar nicht weiter auffallen. Ich denke an seine Warnung vor der Internetblase im Jahr 2000, vor den Finanzderivaten, noch lange vor der Finanzkrise von 2007 und 2008. Ich denke an seine Warnungen vor Rohstoffen und Gold, vor korrupten Anreizen im Steuersystem, vor dem aufgeblähten Finanzsektor.

Buffett hatte immer Recht, man musste seine Äußerungen nur richtig deuten. Buffett ist eben ein Mensch, der früh Entwicklungen erkennt und deuten kann – nicht umsonst nennt man ihn das Orakel von Omaha. Seine Antworten erfordern Mitdenken, auch wenn sie ganz einfach und offensichtlich klingen.

Für mich waren seine Aussagen zu den Zinsen die wichtigsten auf der diesjährigen Hauptversammlung. Ein Satz lautete: „Zinsen sind der Treibstoff für alles im Universum der Wirtschaft.“ Auf englisch klang es so: "Interest rates power everything in the economic universe."

Kommentare (13)

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Freidenker

07.01.2014, 10:38 Uhr

Ja Buffet hat recht!! Die ZINSEN SIND DAS ÜBEL!

DAS aber ist doch ein alter Hut! Bereits Gesell hatte wegen den Zinsen, dem Fehler im Geldsystem deswegen den 2. WK vorausgesagt, der ja auch eintraf!!

Die Menschen vergessen zu schnell und sind dumm....

Freidenker

07.01.2014, 11:16 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

07.01.2014, 11:16 Uhr

Eine saubere Analyse!
Genauso isses. "Leider" spricht nix gegen Aktien und eine Euphorie oder Bewertungsblase wie um die Jahrtausendwende (Internet und Tech Aktien) ist nicht in Sicht.
Die täglichen Unkenrufe bestätigen, dass wir weit entfernt sind von einer Blase, weder seitens der Aktien Bewertung noch eine Emotionsblase seitens der Investoren.
Die Frage ist wann das Ende des billigen Geldes tatsächlich kommt. Das schiere Einläuten eines reduzierten Ankaufs von Staatspapieren wie im Dezember geschehen hat mit "teurem" Geld noch überhaupt nix zu tun.
Schaumermal....

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