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11.08.2015

14:00 Uhr

Vor Zinserhöhung der Fed

Greenspan warnt vor Blase am Anleihemarkt

Die Zinserhöhung der US-Notenbank rückt näher. Alan Greenspan, früherer Vorsitzender der Federal Reserve Bank, warnt Investoren vor einer schwebenden Blase. Der Leitzins hat die Renditen der Treasuries niedrig gehalten.

Die nächste Sitzung der US-Notenbank ist am 16. und 17. September. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bei dieser Gelegenheit den Leitzins anhebt, liegt laut Daten, die Bloomberg zusammengestellt hat, bei 48 Prozent. AFP

Die US-Notenbank Federal Reserve in Washington

Die nächste Sitzung der US-Notenbank ist am 16. und 17. September. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bei dieser Gelegenheit den Leitzins anhebt, liegt laut Daten, die Bloomberg zusammengestellt hat, bei 48 Prozent.

DüsseldorfAlan Greenspan hat im Vorfeld der näher rückenden Zinserhöhung der US-Notenbank eine Warnung für Bond- Investoren. „Wir haben eine schwebende Bond-Markt-Blase“, sagte der frühere Vorsitzende der Federal Reserve Bank am Montag in einem Interview mit Bloomberg TV. „Was letzten Endes darüber entscheidet, was passieren wird, ist, dass wir uns fragen, wo steht der normale Zinssatz?“

Die Renditen der Treasuries sind durch die Geldpolitik der US-Notenbank, die ihren Leitzins seit 2008 bei nahe null hält, niedrig gehalten worden. Die zehnjährige Rendite lag am Dienstagvormittag bei 2,19 Prozent vier Basispunkte tiefer. Im Durchschnitt der letzten 20 Jahre lag der Leitzins der Fed bei 2,73 Prozent.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Damit liegen die Renditen zehnjähriger US-Staatspapiere bei rund der Hälfte des Durchschnitts der letzten zwei Jahrzehnte und innerhalb eines Prozentpunktes vom 2012 markierten Rekordtief entfernt. Laut einer Umfrage von Bloomberg unter Volkswirten wird die Rendite bis Mitte nächsten Jahres auf 2,82 Prozent zulegen. Bei der Umfrage haben die jüngsten Prognosen die höchste Gewichtung bekommen.

Greenspan sagte darüber hinaus, die niedrige Produktivität sei eine der großen Herausforderungen, denen sich die USA und andere Industrieländer-Volkswirtschaften stellen müssten.

Greenspan, heute ein privater Berater, leitete die US-Notenbank von 1987 bis 2006.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed auf ihrer nächsten Sitzung am 16. und 17. September den Leitzins anhebt, liegt laut Daten, die Bloomberg zusammengestellt hat, bei 48 Prozent. Dabei wird der Leitzins danach bei durchschnittlich 0,375 Prozent gesehen.

„Wenn die Fed schließlich tätig wird, werden die steigenden Zinsen nach unserer Ansicht Belastung für die Bonds bringen“, schrieb Bob Doll, leitender Portfoliomanager bei Nuveen Investments Inc. in Chicago, am Montag in einer Studie. „Die Investoren müssen auf der Hut sein vor einem steilen Anstieg der Bond-Renditen.“

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