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07.08.2011

10:51 Uhr

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An der Wall Street regiert die Angst

Nach einer turbulenten Handelswoche mit panikartigen Zügen sind viele Investoren verunsichert: War das erst der Anfang einer weiteren Talfahrt? Wird die US-Notenbank am Dienstag an der Zinsschraube drehen?

Blick auf die US-Fahne an der Fassade der Börse in der Wallstreet. Quelle: dpa

Blick auf die US-Fahne an der Fassade der Börse in der Wallstreet.

New YorkWie entwickelt sich die Reise an den US-Börsen in der kommenden Woche? „In einem Wort: unbeständig", sagte Citigroup-Stratege Jamie Searle. Neben den Sorgen vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa befürchten die Anleger, dass die US-Wirtschaft in die Rezession zurückfallen könnte und damit auch die Weltwirtschaft mitreißt. Zudem verloren die USA erstmals ihre Spitzenbonitätsnote bei einer führenden Ratingagentur. Standard & Poor's zog die Konsequenzen aus dem langwierigen Schuldenstreit und setzte die langfristige Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft herab. Viele Analysten haben bereits ihre Prognose für die Jahresendwerte der US-Indizes gesenkt.

„Die langfristig drohenden Auswirkungen sind wirklich beängstigend“, sagt Jack Ablin von der Harris Private Bank in Chicago. Auf der anderen Seite sehen manche Experten die dramatischen Verluste der letzten Tage als Chance, günstig in Aktien einzusteigen. Anleger würden sich wieder beruhigen und die Situation mit kühlen Kopf betrachten, prognostiziert Thomas Villalta von Jones Villalta Asset Management. Nachdem die abgelaufene Woche der Wall Street die stärksten Verluste seit mehr als zwei Jahren einbrockte, rechnet Villalta mit einer Besserung.

Am Dienstagabend um 20.15 Uhr (MESZ) werden sich die Blicke der Anleger nach Washington richten, wo die US-Notenbank über ihren weiteren geldpolitischen Kurs entscheidet. Zwar rechnet niemand damit, dass Fed-Chef Ben Bernanke an der Zinsschraube dreht - der Leitzins liegt längst bei fast null Prozent. Doch angesichts der sehr mauen Wirtschaftsentwicklung und vor allem der weiter stark angespannten Lage auf dem US-Arbeitsmarkt, wurden zuletzt die Rufe nach einer dritten Runde von Staatsanleihenkäufen zuletzt immer lauter.

Angesichts der immensen US-Verschuldung rechnen Experten aber nicht damit, dass die Fed erneut aktiv wird, um der Wirtschaft mehr Leben einzuhauchen. „Es wird mit Sicherheit keinen finanziellen Stimulus geben“, sagte Paul Mendelssohn von Windham Financial Services mit Blick auf die klamme Haushaltslage. „Es gibt soviel Uneinigkeit in Washington, dass Bernanke zweimal nachdenken wird, bevor er irgendetwas macht.“ Das Hickhack um die Anhebung der Schuldenobergrenze hatte das politische Leben der Hauptstadt wochenlang dominiert und Zweifel an der Kompromissfähigkeit von Republikanern und Demokraten geschürt.

Von

rtr

Kommentare (15)

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Kenner

07.08.2011, 08:29 Uhr

@digitech:wenn er das handelt was er behauptet,dann besitzt er am WE gar nichts,die eine noch die andere Richtung weil es technisch gar nicht geht.Und diejenigen die sich einigermassen auskennen sind schon lang draussen,in CHF,Gold oder auf fallenden Kursen.
Und wenn jemand in fallenden Kursen drin ist,dann sind Montag zum Börsenstart innerhalb von Minuten locker 50%+ drin...schon mal daran gedacht?
Immer diese Neid in Deutschland!!!!zum Kotzen

Was macht denn ein Autobauer?spekuliert drauf dass er das Auto irgendwann loswird
Was macht der Gemüsehändler?spekuliert drauf dass er sein Zeug teurer los wird als er eingekauft hat

zuerst nachdenken,dann reden.aber wer so engstirnig denkt,aus dem wird eh nix

Thomas-Melber-Stuttgart

07.08.2011, 09:29 Uhr

Börsianer verunsicher? Das kommt davon, wenn man nichts kann außer den Märkten hinterherzulaufen. Jetzt ist eben selber denken, entscheiden und handeln gefragt.

Bruno

07.08.2011, 09:45 Uhr

"Panik ist ein schlechter Ratgeber!" Die Kursrückgange schmerzen- dennoch Substanzaktien sind als Sachwerte eine gute Absicherung gegen Inflation; die Dividenden bereiten Erträge, die die Inflationsrate mehr als kompensieren. Dieses ist bei vielen "sicheren Anleihen" leider nicht der Fall; man verliert jedes Jahr Geld durch Kaufkraftverlust.
"Einfach einmal die Füße stillhalten!" Wer "nicht alle Eier in einen Korb gelegt hat" (eigene Immobilie, Termingeld, physisches Gold, Staatsanleihen der PIGS Staaten (Zahlung durch Euroretter verhältnismäßig sicher), "Substanzaktien" und Cash) muß nicht in Panik verfallen. Auch wenn es schwerfällt: Zurücklehnen; unter dem Strich gleichen sich (bei richtiger Gewichtung) die Assetklassen aus.

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