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06.01.2011

17:11 Uhr

Währungen

Chinesische Anleihespezialitäten für den Westen

VonFinn Mayer-Kuckuk

Peking öffnet seinen Währungsraum zunehmend für die Kapitalbeschaffung. Gute Adressen greifen zu, machen den Yuan so internationaler und ermöglichen sich höhere Flexibilität auf dem chinesischen Markt. Das könnte das Wachstum der Geschäfte noch um ein Vielfaches antreiben.

Viele große Unternehmen beschaffen sich Kapital in Yuan Quelle: Reuters

Viele große Unternehmen beschaffen sich Kapital in Yuan

PEKING. Für globale Unternehmen wird die Beschaffung von Kapital in chinesischer Währung am Standort Hongkong immer interessanter. Nach der Schnellrestaurantkette McDonald?s hat dort gestern die Weltbank eine Anleihe ausgegeben. Die Hongkonger Yuan-Anleihen tragen in der Finanzbranche den Spitznamen "Dim-Sum-Bonds" nach südchinesischen Teigtäschchen und anderen Leckerbissen, die in Bambuskörbchen gedämpft sind. Mit diesen Anleihen internationalisiert China seine Währung, Hongkong stärkt seine Stellung als Finanzplatz und ausländische Firmen versorgen sich dadurch mit der chinesischen Währung.

Die Firmen können mit den so erworbenen Yuan immer mehr anfangen - sie können ihre Expansion in China finanzieren, sie können chinesische Lieferanten damit bezahlen und verstärkt auch untereinander damit handeln. "Hongkong arbeitet konsequent darauf hin, sich zum vorgelagerten Zentrum für Renminbi-Geschäfte zu entwickeln", sagt die Asienchefin der Banking-Sparte bei der britischen Großbank HSBC, Anita Fung.

China bereitet groß angelegte Devisenreformen vor

Der Yuan ist zwar grundsätzlich nicht konvertierbar. China hat Hongkong jedoch zur Vorbereitung groß angelegter Devisenreformen einen Sonderstatus zuerkannt: Dort sind nun Zahlungsabwicklung, Kontoführung, Optionshandel und Anleiheemissionen in der Festlandwährung möglich.

Jüngsten Zahlen zufolge ist das Volumen der in Hongkong bewegten Yuan von Januar bis November 2010 um 346 Prozent auf den Gegenwert von rund 30 Milliarden Euro (280 Milliarden Yuan) im Monat gestiegen.

Doch das soll erst der Anfang sein. Über Weihnachten haben die Finanzministerien in Peking und Hongkong die Quote für den Grenztransfer von Yuan für das erste Quartal 2011 verdoppelt: Für vier Billionen Yuan können Geschäftsbanken in Hongkong Yuan neu vom chinesischen Festland beziehen, um sie ihren Kunden anzubieten. Die tatsächlichen Geschäfte könnten ein vielfaches schneller wachsen, denn es ist vorgesehen, dass ein Großteil der Yuan in Hongkong im Umlauf bleibt.

Als jüngster Marktteilnehmer hat nun die Weltbank einen Dim-Sum-Bonds in Hongkong platziert. "Diese erste Emission in Renminbi zeigt das große Interesse der Weltbank an einer Unterstützung dieses Marktes", sagt Doris Herrera-Pol, Chefin der Abteilung für Kapitalmärkte bei der internationalen Institution. Auch wenn das Volumen der Weltbank-Anleihe mit 500 Millionen Yuan oder 56 Millionen Euro eher klein ausfällt: Der gute Ruf der Institution soll helfen, die Aufmerksamkeit weiterer internationaler Investoren zu wecken.

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