Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.07.2013

09:15 Uhr

Währungen

Euro im Sinkflug

Mario Draghis Ankündigung, die momentane Geldpolitik der EZB werde nicht angetastet, zieht weite Kreise. Die erwarteten positiven US-Konjunkturdaten könnten der Gemeinschaftswährung zum Ende der Woche weiter zusetzen.

EZB setzt Geldpolitik fort

Draghi lässt die Zinsen unten

EZB setzt Geldpolitik fort: Draghi lässt die Zinsen unten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Frankfurt/ SydneyDie Aussicht auf anhaltend niedrige Leitzinsen in der Euro-Zone hat der Gemeinschaftswährung am Freitag zugesetzt. Der Euro notierte am Morgen an der Frankfurter Börse bei 1,2886 Dollar, er lag damit in Reichweite seines am Donnerstag erreichten Fünf-Wochen-Tiefs von 1,2882 Dollar. Ein Dollar war 0,7756 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag noch auf 1,2984 (Mittwoch: 1,2959) Dollar festgesetzt. EZB-Chef Mario Draghi hatte nach dem Zinsentscheid erklärt, die Notenbank werde ihren konjunkturstützenden Kurs so lange wie nötig fortsetzen und den Schlüsselzins in der Euro-Zone wohl noch für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen oder auch einem niedrigeren Niveau halten. Daraufhin war der Euro innerhalb kürzester Zeit um einen Cent abgesackt.

„Die US-Wirtschaft arbeitet sich aus der Krise heraus, was es der Fed erlaubt, allmählich aus der expansiven Geldpolitik auszusteigen. Die EZB ist dagegen bis auf weiteres gezwungen, ihre extrem lockere Geldpolitik fortzusetzen“, schreibt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, in einem Kommentar. Das sei der Mix, der einen schwächeren Euro-Dollar-Wechselkurs bedinge.

Analysten gehen davon aus, das der Euro seinen Abwärtstrend noch verstärken könnte, sollten die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag (14.30 Uhr) besser als erwartet ausfallen. Die Notenbank Fed macht den Ausstieg aus ihrem milliardenschweren Anleihenankaufprogramm vor allem von einer nachhaltigen Verbesserung des Arbeitsmarktes abhängig. Fed-Chef Ben Bernanke hatte vor zwei Wochen angekündigt, er könne die Käufe möglicherweise noch in diesem Jahr zurückfahren und sie bis Mitte 2014 auslaufen lassen. Der Dollar hat in Erwartung eines solchen Schrittes bereits spürbar zugelegt.

Der Euro hatte nach dem EZB-Bekenntnis zu langfristig niedrigen Zinsen auch im frühen Handel im australischen Raum an Wert verloren. Auch die Dollar Australiens und Neuseelands werteten am Morgen auf – und zwar um jeweils 1,4 Prozent. Der Schweizer Franken notierte unterdessen bei 0,9566 Franken je Dollar und 1,2342 Franken je Euro.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.07.2013, 10:16 Uhr

Ist doch klar, je mehr von einer Ware auf dem Markt angeboten wird, desto billiger wird sie.

Je mehr EURO also gedruckt und auf den Markt geworfen werden, des weniger Wert sollte ihm begemessen werden, denn hinter diesem Drucken von Geld verbirgt sich keine fundamentale Wirtschaftskraft, sondern nur das Vergrössern eines ungedeckten Schuldenberges.

Hier heiligt auch schon längst kein Zweck mehr die Mittel.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×