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18.07.2011

00:00 Uhr

Währungsabsicherung

Hoche Gewinnunterschiede bei Gold-Quantos

VonMatthias von Arnim , Matthias von Arnim

Gold wird in Dollar gehandelt - und ist deshalb für Anleger aus fremden Währungsräumen immer mit einem Wechselrisiko verbunden. Eine Absicherung dieses ist möglich, aber mit sehr undurchsichtigen Kosten verbunden.

Goldbarren. Quelle: Reuters

Goldbarren.

FrankfurtGold gilt Investoren derzeit als sicherer Hafen. Allerdings mit einem gravierenden Nachteil: Goldpreis und Dollar entwickeln sich in der Regel entgegengesetzt zueinander. Deshalb werden Goldgewinne für Euro-Anleger oftmals von Dollarverlusten aufgefressen - jedenfalls dann, wenn man hierzulande Goldzertifikate ohne Währungsschutz kauft. Die Lösung könnte sein: Man investiert in Goldzertifikate mit Währungsschutz, sogenannte Quanto-Zertifikate. Doch auch diese Lösung hat einen Haken, und das nicht nur beim Thema Gold: Die Währungsabsicherung hat bei jedem Quanto-Zertifikat einen anderen Preis. Und zwar auch bei identischen Basiswerten und Währungen. Wir reden hier nicht von ein paar Stellen hinter dem Komma. Die Unterschiede betragen mehrere Prozentpunkte pro Jahr. Die wollen ja auch erst einmal verdient sein.

Sucht man nach Begründungen für solche Preisunterschiede, bekommt man sehr merkwürdige Antworten. Zum Beispiel hänge der Preis einer Währungsabsicherung ja nicht nur von der Währungsentwicklung und den unterschiedlichen Zinsen in den verschiedenen Währungsräumen ab, sondern beispielsweise auch von der Schwankungsbreite des Basiswerts. Doch dann müsste bei identischem Basiswert und gleicher Währung bei jedem Emittenten für das entsprechende Produkt das gleiche Ergebnis herauskommen. Tut es aber nicht.

Bei den eingangs erwähnten Gold-Quantos beispielsweise liegen die Gebühren für eine Währungsabsicherung derzeit zwischen unter zwei und über fünf Prozent. Da spielt offensichtlich nicht nur die Absicherungsformel bei der Preisfindung eine Rolle. Hinter vorgehaltener Hand wird auch ein weiterer Faktor genannt, der in den offiziellen Formeln natürlich nicht auftaucht: der inoffizielle sogenannte M-Faktor. "M" steht für Marketing.

Emittenten, die nur wenige Quanto-Zertifikate auf einen bestimmten Basiswert verkauft haben, versuchen manchmal, mit einer günstigen Währungsabsicherung beim Anleger zu punkten und ihren Marktanteil zu erhöhen. Sie können dabei einen taktischen Vorteil nutzen: Wer ein Zertifikat mit niedrigem Volumen auf den Markt gebracht hat, muss auch nur wenig Volumen absichern. Sind die Währungsabsicherungskosten zu niedrig angesetzt, wird das im Zweifelsfall als verschmerzbare Marketingausgabe verbucht. Die Quanto-Gebühren verraten also manchmal auch etwas darüber, wie gut sich ein Zertifikat bereits verkauft hat.

Manchmal verraten die angegebenen Quanto-Kosten auf den Internetseiten aber auch nur etwas darüber, wie genau oder schlampig die Emittenten ihre Seiten mit aktuellen Daten füttern. Manche Angabe ist Tage oder sogar Wochen alt. Das ist fast noch bedauerlicher als die tatsächlichen Preisunterschiede.

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