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27.01.2014

13:40 Uhr

Währungsturbulenzen

Schwellenländer an Finanzmärkten unter Druck

In vergangenen Jahren waren sie die Lieblinge der Anleger - die Boomländer Asiens oder Südamerikas. Immer mehr Investoren kehren ihnen den Rücken. Währungsturbulenzen greifen massiv um sich. Ansteckungsgefahr droht.

Indische Rupien, amerikanische Dollar: Der Kursverfall an den Finanzmärkten großer Schwellenländer hatte sich am Freitag drastisch zugespitzt. dpa

Indische Rupien, amerikanische Dollar: Der Kursverfall an den Finanzmärkten großer Schwellenländer hatte sich am Freitag drastisch zugespitzt.

Frankfurt/Buenos AiresAn den Finanzmärkten haben große Schwellenländer auch zu Wochenbeginn unter massivem Druck gestanden. Der am Freitag begonnene Ausverkauf setzte sich am Montag fort. An zahlreichen Börsen gaben die Aktienkurse abermals deutlich nach. Viele Landeswährungen setzten ihren Sinkflug fort. Staatsanleihen verbuchten teils deutliche Kursverluste.

An den Börsen war der Kursrutsch in Indien und Indonesien besonders ausgeprägt, wo die Leitindizes um mehr als zwei Prozent nachgaben. Aber auch an anderen asiatischen Börsen fielen die Kurse kräftig. An der Börse in Tokio schloss der Leitindex Nikkei um mehr als 2,5 Prozent tiefer. Auch in Hongkong und Shanghai kam es zu deutlichen Rückschlägen, auch wegen der Sorgen über ein langsameres Wirtschaftswachstum in China.

In Jakarta standen indonesische Staatsanleihen unter erheblichem Druck. Auch in der Türkei und Südafrika stiegen die Risikoaufschläge für staatliche Schuldpapiere deutlich.

Am Devisenmarkt gaben die türkische Lira und der südafrikanische Rand zunächst besonders kräftig nach. Beide Währungen werteten zum amerikanischen Dollar um mehr als ein Prozent ab. Die Lira fällt schon seit Tagen von einem Rekordtief zum nächsten. Seit Jahresbeginn betragen die Verluste zum US-Dollar etwa neun Prozent.

Weltweite Währungsreserven

2004

Gesamt: 2,655 Billionen

US Dollar: 1,739 Billionen (65,45 %)
Britisches Pfund: 0,093 Billionen (3,50 %)
Yen: 0,114 Billionen (4,29 %)
Schweizer Franken: 0,004 Billionen (0,15 %)
Euro: 0,655 Billionen (24,67 %)

2005

Gesamt: 2,844 Billionen

US Dollar: 1,891 Billionen (66,49 %)
Britisches Pfund: 0,107 Billionen (3,76 %)
Yen: 0,113 Billionen (3,97 %)
Schweizer Franken: 0,004 Billionen (0,14 %)
Euro: 0,679 Billionen (23,87 %)

2006

Gesamt: 3,315 Billionen

US Dollar: 2,158 Billionen (65,10 %)
Britisches Pfund: 0,15 Billionen (4,52 %)
Yen: 0,115 Billionen (3,47 %)
Schweizer Franken: 0,006 Billionen (0,18 %)
Euro: 0,827 Billionen (24,95 %)

2007

Gesamt: 4,119 Billionen

US Dollar: 2,631 Billionen (63,87 %)
Britisches Pfund: 0,199 Billionen (4,83 %)
Yen: 0,131 Billionen (3,18 %)
Schweizer Franken: 0,006 Billionen (0,15 %)
Euro: 1,076 Billionen (26,12 %)

2008

Gesamt: 4,21 Billionen

US Dollar: 2,685 Billionen (63,78 %)
Britisches Pfund: 0,178 Billionen (4,23 %)
Yen: 0,146 Billionen (3,47 %)
Schweizer Franken: 0,14 Billionen (0,15 %)
Euro: 1,104 Billionen (26,22 %)

2009

Gesamt: 4,59 Billionen

US Dollar: 2,848 Billionen (62,05 %)
Britisches Pfund: 0,195 Billionen (4,25 %)
Yen: 0,133 Billionen (2,90 %)
Schweizer Franken: 0,005 Billionen (0,11 %)
Euro: 1,27 Billionen (27,67 %)

2010

Gesamt: 5,163 Billionen

US Dollar: 3,193 Billionen (61,84 %)
Britisches Pfund: 0,203 Billionen (3,93 %)
Yen: 0,189 Billionen (3,66 %)
Schweizer Franken: 0,007 Billionen (0,14 %)
Euro: 1,343 Billionen (26,01 %)

2011

Gesamt: 5,652 Billionen

US Dollar: 3,525 Billionen (62,37 %)
Britisches Pfund: 0,217 Billionen (3,84 %)
Yen: 0,204 Billionen (3,61 %)
Schweizer Franken: 0,004 Billionen (0,07 %)
Euro: 1,394 Billionen (24,66 %)

2012

Gesamt: 6,085 Billionen

US Dollar: 3,715 Billionen (61,05 %)
Britisches Pfund: 0,245 Billionen (4,03 %)
Yen: 0,248 Billionen (4,08 %)
Schweizer Franken: 0,018 Billionen (0,30 %)
Euro: 1,477 Billionen (24,27 %)

2013 (Q3)

Gesamt: 6,191 Billionen

US Dollar: 3,803 Billionen (61,43 %)
Britisches Pfund: 0,242 Billionen (3,91 %)
Yen: 0,239 Billionen (3,86 %)
Schweizer Franken: 0,017 Billionen (0,27 %)
Euro: 1,496 Billionen (24,16 %)

Der Kursverfall an den Finanzmärkten großer Schwellenländer hatte sich am Freitag drastisch zugespitzt. Ein Auslöser war die Entwicklung in Argentinien, wo die Notenbank zunächst die Kopplung des Peso an den amerikanischen Dollar gelockert und dann einen Teil der Devisenkontrollen aufgehoben hatte. Als schwerwiegendster Grund gilt jedoch die zusehends geringere Geldschwemme aus den USA. Die US-Notenbank Fed will ihre extrem lockere Geldpolitik im Jahresverlauf schrittweise zurückführen.

Hinzu kommen spezifische Probleme in den jeweiligen Schwellenländern, die teils politischer Natur, teils wirtschaftlicher Art sind. Unter besonderem Druck stehen Länder, die wegen großer Handelsdefizite stark abhängig von ausländischem Kapital sind. Unter Investoren haben sich Indien, Indonesien, die Türkei, Brasilien und Südafrika herauskristallisiert. Sie werden als die „fragilen Fünf“ bezeichnet. Experten warnen vor Ansteckungsgefahren.

Von

dpa

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