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03.08.2011

22:20 Uhr

Wall Street

Achterbahnfahrt endet im Plus

Der Schuldenstreit in den USA ist vorerst beigelegt, doch die schlechten Nachrichten gingen der Wall Street zunächst nicht aus. Am Abend schafften die Märkte aber die Wende.

Erholungsversuch an der Wall Street

Video: Erholungsversuch an der Wall Street

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New York/DüsseldorfDie Wall Street hat nach mehreren Tagen mit Verlusten und einem schwachen Start am Mittwoch die Kurve gekriegt. Neue Nackenschläge aus der US-Wirtschaft drückten den S+P-500-Index am Mittwoch zeitweise auf den tiefsten Stand des Jahres, am Abend drehten aber alle Leitindizes ins Plus.

Dabei zeigten frische Daten, dass der US-Konjunktur allmählich die Puste ausgeht. Die von den Schuldenproblemen auf beiden Seiten des Atlantiks bereits ohnehin beunruhigten Anleger traten auf die Risiko-Bremse und misteten ihre Aktienportfolios aus. „Immer wieder neue Enttäuschungen“, klagte Uri Landesman von Platinum Partners in New York. „Es sind nicht nur wir, es ist die ganze Welt.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag am frühen Nachmittag in New York 0,9 Prozent tiefer bei 11.762 Punkten, holte das Minus aber wieder auf und ging schließlich 0,3 Prozent höher bei 11.896 Punkten aus dem Handel.

Ähnlich erging es dem breiter gefassten S&P-500, der zunächst 0,8 Prozent auf 1244 Zähler verlor und damit den achten Handelstag hintereinander im Minus notierte. Eine so lange Verluststrecke hatte er auch im Oktober 2008 hingelegt, als die Finanzkrise wütete. Doch am Ende gewann der S&P-500 0,5 Prozent auf 1260 Zähler.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,5 Prozent nach auf 2656 Stellen, notierte aber Am Abend deutlich im Plus. Bis zum Schluss kletterte der Nasdaq gar um 0,9 Prozent auf 2693 Stellen.

In Frankfurt ging der Dax 2,3 Prozent tiefer aus dem Handel mit 6641 Punkten.

Nach den Kursverlusten der vergangenen Tage seien viele Anleger wieder in den Markt eingestiegen, um günstige Kaufgelegenheiten zu nutzen, sagten Händler. Sie hätten Schnäppchen ausfindig gemacht und zugegriffen, sagte Chefhändler David Lutz von Stifel Nicolaus Capital Markets. „Viele von uns sagen, dass der Markt etwas überverkauft ist“, brachte es Börsenstratege Rich Ilczyszyn von MF Global auf den Punkt.

Für Unterstützung sorgte auch der frühere US-Notenbank-Vize Donald Kohn. Er sagte dem „Wall Street Journal“, die Fed könnte über eine neue Runde von Konjunkturspritzen nachdenken. Die schleppende wirtschaftliche Entwicklung bereitet den Börsianern derzeit Kopfschmerzen. Zusätzliche Ernüchterung brachten nun frische Daten, wonach neben der Industrie auch die US-Dienstleister schwächer ins zweite Halbjahr gestartet sind als erwartet. „Immer wieder neue Enttäuschungen“, klagte Uri Landesman von Platinum Partners in New York. „Die Investoren verlieren ihren Optimismus“, sagte Marktanalyst Andrew Wilkinson von Interactive Brokers Group.

Hoffnungsschimmer kam immerhin von der Statistik der privaten Arbeitsagentur ADP. Demnach schuf die Privatwirtschaft im Juli etwas mehr neue Stellen als erwartet. Die Börsen warten nun mit Spannung auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht, den die US-Regierung am Freitag veröffentlicht.

Unter den Einzelwerten sorgten Mastercard für einen Lichtblick. Sie schossen um 13,4 Prozent nach oben, nachdem das Kreditkartenunternehmen einen Anstieg des Quartalsgewinns von 33 Prozent bekanntgegeben hatte. Google-Papiere notierten 1,5 Prozent höher. Laut Marktforscher comScore wächst das Konkurrenzprodukt zum sozialen Netzwerk Facebook, Google+, mit bislang nicht gekannter Geschwindigkeit.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,35 Milliarden Aktien den Besitzer. 1726 Werte legten zu, 1273 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,61 Milliarden Aktien 1511 im Plus, 1054 im Minus und 86 unverändert.

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