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16.07.2011

15:10 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Angst vor der Pleite lähmt die Wall Street

In den USA schwelt der Streit über eine Erhöhung der Schuldengrenze. Auch am Immobilienmarkt wird keine Erholung erwartet. Die Hoffnungen der Anleger ruhen auf den anstehenden Unternehmensberichten.

In der Wall Street in New York geht derzeit die Angst vor einer zu hohen Staatsverschuldung um. Quelle: dpa

In der Wall Street in New York geht derzeit die Angst vor einer zu hohen Staatsverschuldung um.

New YorkDer Streit über die Anhebung der Schuldengrenze in den USA wird in der kommenden Woche wohl immer stärker in den Fokus der Investoren an der Wall Street rücken. Zwar geht die Zeit der Quartalsberichte von Firmen wie Goldman Sachs oder Apple in die heiße Phase. Aber die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA könnte alles überschatten. Investoren würden langsam nervös, sagt etwa Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Bislang gingen die Anleger an den Aktien- und Anleihemärkten nicht von einem Scheitern der Gespräche zwischen Republikanern und Demokraten aus. 

Das Repräsentantenhaus wird wahrscheinlich den ersten Teil der Woche damit verbringen, über einen Gesetzesentwurf zur geforderten Anhebung der Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar zu verhandeln und ihn auch zu billigen. Die Republikaner haben im Unterhaus anders als im Senat eine Mehrheit. Der Entwurf sieht aber nicht nur die Anhebung der Schuldengrenze vor, sondern auch Vorschriften für einen ausgeglichenen Haushalt, was Präsident Barack Obama ablehnt. Obwohl der Senat das Vorhaben voraussichtlich nicht billigen wird, könnten die Konservativen damit beruhigt werden. Der republikanische Verhandlungsführer John Boehner hätte dann mehr Zeit, einen Kompromiss mit der Regierung zu finden. 

Allerdings wird die Zeit knapp. Bis zum 2. August muss die Schuldengrenze angehoben werden, um einen Zahlungsausfall der USA und eine Finanzkrise zu verhindern. Ist ein Kompromiss gefunden, stehen auch noch Abstimmungen darüber an. 

Auch die Schuldenkrise in Europa dürfte die Wall Street umtreiben. Am Donnerstag kommen Vertreter der Eurozone zusammen, um über weitere Hilfen für Griechenland und die Stabilität des Währungsraumes insgesamt zu sprechen. Nach wie vor ist unklar, wie erreicht werden kann, dass auch private Gläubiger zahlen müssen, ohne dass Ratingagenturen griechische Staatsanleihen mit der gefürchteten Note „teilweiser Zahlungsausfall“ versehen. 

Bei den Quartalsberichten der großen Finanzinstitute macht Goldman am Dienstag den Anfang. Experten gehen erneut von einem Rückgang der Handelserlöse aus. Das Investmentbanking soll dies zumindest teilweise ausgleichen. Investoren werden besonders darauf achten, wie sich Goldman auf neue Finanzmarktregeln in den USA einstellen will. Auch Morgan Stanley wird am Donnerstag wahrscheinlich von einem schwachen Handel berichten. Die Bank of America könnte nach Analysteneinschätzung einen Verlust von mehr als neun Milliarden Dollar schreiben. Grund ist ein Vergleich mit Investoren, die von der Bank verlangten, toxische Immobilienkredite zurückzunehmen.

Nicht nur Finanzunternehmen stellen ihre Zahlen vor. Auch wichtige Technikunternehmen wie Apple, Microsoft, Intel informieren ihre Investoren über das abgelaufene Quartal. Bei Industriekonzernen wie General Electric oder Caterpillar und Nahrungsmittelunternehmen wie Coca-Cola oder McDonald's wird der Markt darauf achten, wie sich die Wirtschaft insgesamt entwickelt. Ein Thema dürften die gestiegenen Rohstoffkosten sein. 

Joe Saluzzi von Themis Trading sagte, man müsse abwarten, ob die Unternehmen ihre Gewinne mit Hilfe von Sparmaßnahmen erzielt oder ein Umsatzwachstum erreicht hätten. „Das ist für mich viel aufschlussreicher als die Frage nach einem Schulden-Deal“, betont er. 

Auf gute Nachrichten von der US-Konjunktur können Investoren wohl nicht bauen. Der Immobilienmarkt ist noch immer in der Krise: Weil es viele Häuser auf dem Markt gibt und die Preise vergleichsweise niedrig sind, gibt es wenig Anreize, Bauprojekte anzustoßen. Experten gehen zudem davon aus, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert hat. Schon die Zahlen für den Juni hatten Investoren schockiert.

 

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

16.07.2011, 17:20 Uhr

keine sorge, der dow hat noch viel luft nach unten, bis sich die bubble der ökonomischen realität wieder angepasst hat. 10000, hurra wir kommen.

Don

17.07.2011, 19:47 Uhr

......auf der anderen Seite des großen Wassers findet eine Schmierenkommöde statt. "Unsere Freunde" dort drüben haben eine Einigung erzielt. Nach Draußen soll der Eindruck vermittelt werden, daß es kurz vor 12 ist. Die Einigung sieht vor, daß die Notenpresse angeworfen wird, so, wie in der Vergangenheit. Man wird es machen und es wird so kommen.
Und dann, und dann wird alles in Ordnung sein. Der Dow und der Dax werden neue Höhen erreichen. Und es werden Torten auf den Tisch kommen, die Frau und Mann noch nie gesehen haben. Man wird sich in den Armen liegen und feiern. Und alle Bedenken werden zur Seite geschoben. Und ist zu viel Geld am Markt, wird es einfach eingesammelt. Ja Leute, wo ist das Problem? Es ist doch alles so einfach. Und profundes Wissen, das braucht man nicht mehr.
Anstatt dessen stehen in der Ecke Pauken und Trompeten.
Und man wird auch noch einen gemischten Frauen/Männer-Chor
engagieren, um die Overtüre richtig voll und blumig für den finalen Abschluß zu haben. Das sind doch rosige Aussichten, nicht wahr

DasDickeEnde

17.07.2011, 21:22 Uhr

Die Amis begehen mit diesem Theater gerade Insolvenzverschleppung.

Es ist nicht so dass wenn Sie die Schuldengrenze erhöhen, an notwendige Kredite ran kommen. In QE2 wurden die Staatsschulden von der FED aufgekauft, weil die USA ihre Staatsanleihen nicht mehr im Markt los wird.

Der grösste Staatsanleihenhändler Pimco hat, schon längst den Kauf von US Staatsanleihen gestoppt trotz AAA rating.

Das einzige was den Amis übrig bleibt ist, gelddrucken und die Schulden weginflationieren, und hoffen dass kein Kaos ausbricht.

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