Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2011

16:09 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Anleger fürchten neue Hiobsbotschaften

Keine Panik - jedenfalls jetzt noch nicht: So lautet in der kommenden Woche das Motto der New Yorker Anleger, denen noch die jüngsten Konjunktur-Hiobsbotschaften in den Knochen stecken. Die Vorschau.

Keine rosigen Aussichten an der Wallstreet in New York. Quelle: Reuters

Keine rosigen Aussichten an der Wallstreet in New York.

New York „Ich erwarte mir von den Wirtschaftsdaten der kommenden Woche eigentlich kaum etwas Gutes“, sagt Tim Ghriskey, Chefinvestmentstratege bei Solaris Asset Management, und spricht damit vielen US-Börsianern aus der Seele. Schließlich deuten die Prognosen darauf hin, dass die Konjunkturstatistiken vor allem weitere Hiobsbotschaften bereithalten dürften. Pessimisten schließen aus der jüngsten Serie schlechter Nachrichten, dass die US-Wirtschaft vor dem Abgleiten in eine neue Rezession steht. Optimisten halten ihnen tapfer entgegen, dass die weltgrößte Volkswirtschaft nur eine Schwächephase durchmacht.

Doch die Stimmung an der Wall Street dürfte schlecht bleiben, eine siebte Woche mit Verlusten für den S&P 500 wäre für viele kaum eine Überraschung. Damit steuert der Index auf seine längste derartige Durststrecke seit 2001 zu. „In der kommenden Woche ist auf der Konjunkturseite viel los“, sagt Ghriskey weiter. In ihren Kalendern notiert haben sich die Anleger unter anderem am Dienstag die Erzeugerpreise und den Einzelhandelsumsatz, am Mittwoch die Verbraucherpreise und den Industrie-Index für New York, am Donnerstag
das Industrie-Barometer für Philadelphia und am Freitag schließlich die Frühindikatoren. Mehrere Indizes hatten sich in der Vergangenheit als echtes Frühwarnsystem erwiesen.

Doch damit nicht genug. Die New Yorker Anleger sehen auch in anderen Bereichen Zeichen für drohendes Ungemach: So deute die jüngste Entwicklung am Markt für hochverzinsliche Risikopapiere auf weitere Kursverluste hin. Ein anderes Zeichen für wachsende Nervosität sehen die Investoren darin, dass der mehrheitlich im Regierungsbesitz befindliche Auto- und Hypothekenfinanzierer Ally Financial seine sechs Milliarden Dollar schweren Börsenpläne auf Eis gelegt hat - Kreisen zufolge wegen schlechter Marktbedingungen. Zu großen Ausschlägen im Aktienhandel kann es zudem wegen des sogenannten Hexensabbats kommen. Diverse Optionsgeschäfte für Juni laufen Ende der Woche ab und dürften zu einem höheren Handelsvolumen führen. Die Volatilität war zuletzt trotz der großen Kursverluste vergleichsweise gering geblieben - regelrechte Panikverkäufe könnten also überhaupt erst noch bevorstehen.

Schließlich deutet die Geschwindigkeit des jüngsten Abwärtstrends auf weitere Verluste hin. Die Indizes rutschten Händlern zufolge mit besorgniserregender Leichtigkeit an mehreren psychologisch wichtigen Marken vorbei. Ende April hatte der S&P seinen höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht. Seitdem hat der Index im Sog schlechter Konjunkturnachrichten fast sieben Prozent abgegeben. In der vergangenen Woche büßte das Börsenbarometer 2,2 Prozent ein, der Dow Jones verlor 1,6 und die Nasdaq sogar 3,3 Prozent.

Gibt es für die kommende Woche überhaupt einen Hoffnungsschimmer? Jeder Fortschritt in Washington bei der Haushaltsdebatte und dem Ringen um die Schuldengrenze könnte an der Wall Street die Wende bringen, sagt Cliff Draughn von Excelsia Investment Advisors. Das bisherige Patt habe schließlich die Aktien belastet und viele Anleger frustriert.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.06.2011, 18:19 Uhr

das einzig positive in der momentanen situation, wo sowohl fundis, markttechnik als auch stimmung ziemlich im eimer sind, ist die sich aus der “behavioral finance“ ergebende “contrary-opinion“. die hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Account gelöscht!

11.06.2011, 18:42 Uhr

ps: aber was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn wir weiter fallen? nichts. also runter mit dem plunder!

Daten

13.06.2011, 07:19 Uhr

die Daten sind seit 3 Jahren schlecht oder noch länger.am 30 April hab ich in meinem FB account gepostet:"sell in May....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×