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10.04.2011

10:24 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Anleger hoffen auf gute Quartalssaison

Die US-Bilanzsaison geht in die nächste Runde. Nächste Woche legen Schwergewichte wie Alcoa, JP Morgan oder Google Zahlen vor. Investoren erhoffen sich Aufschluss über die Nachhaltigkeit der Kursrally.

Aktienhändler an der New Yorker Börse: Die Wall Street vertraut auf einen guten Start in die bevorstehende Quartals-Bilanzsaison. Quelle: dapd

Aktienhändler an der New Yorker Börse: Die Wall Street vertraut auf einen guten Start in die bevorstehende Quartals-Bilanzsaison.

New YorkVon dem Start in die neue US-Bilanzsaison in der kommenden Woche erhoffen sich Anleger Aufschluss darüber, ob die Kursrally seit Jahresbeginn gerechtfertigt ist. In der vergangenen Woche traten die großen Indizes eher auf der Stelle. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein minimales Plus von 0,03 Prozent. Der S&P-500 und die Technologiebörse Nasdaq verloren rund 0,3 Prozent.

Schwergewicht Alcoa wird traditionsgemäß am Montag nach New Yorker Börsenschluss den Zahlenreigen eröffnen. Es folgen weitere Schwergewichte wie die Großbank JP Morgan Chase am Mittwoch, Google am Donnerstag und die Bank of America am Freitag. Am Markt rechnet man erneut mit soliden Zahlen.

Experten gehen davon aus, dass die meisten Konzerne noch nicht unter den gestiegenen Rohstoffpreisen leiden. „Die Bilanzen sind das, worum sich die Börse dreht“, sagt Analyst Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Die Geschäftszahlen und der Ausblick seien entscheidend. Bei den Banken dürfte von Bedeutung sein, inwieweit sie ihr Ergebnis mit Hilfe ihres Kerngeschäfts erwirtschaften und nicht wie zuletzt häufig durch die Auflösung von Rücklagen für Kreditausfälle.

Für etwas Beruhigung am Markt sorgte zudem, dass am Freitagabend ein Haushaltsnotstand in den USA abgewendet wurde. In letzter Minute hatten sich Demokraten und Republikaner auf einen Budgetplan verständigt. Der Geldfluss für wichtige öffentliche Aufgaben des Bundes muss nicht gestoppt werden. Hunderttausende Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst und im Militär wären in den Zwangsurlaub geschickt worden. Analysten hatten für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen mit negativen Auswirkungen auf die Wall Street gerechnet.

Die Wall Street - Heimat der US-Börsen. Quelle: ap

Die Wall Street - Heimat der US-Börsen.

Neben den Quartalsberichten dürften neue Konjunkturdaten für Bewegung am Markt sorgen. Dabei dürfte das von der Universität Michigan erfasste Verbrauchervertrauen für April das wichtigste Barometer für die Wirtschaftsentwicklung sein. Es wird am Freitag veröffentlicht.

Bereits am Mittwoch präsentiert die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht - das Beige Book. Daneben wird vor allem die Entwicklung der Erzeuger- und Verbraucherpreise auf Inflationsgefahren abgeklopft werden. „Die Inflation ist ein wichtiges Thema geworden“, heißt es in einer Commerzbank-Studie. Laut Analyst Hugh Johnson wird die Teuerung künftig in den USA höher sein als der Federal Reserve lieb ist. Bislang hält die Notenbank an ihrer expansiven Geldpolitik fest.

In Vorfreude auf gute Unternehmenszahlen waren auch die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss noch mal auf Einkaufstour gegangen. Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 7.217 Punkten. Auch auf Wochensicht gewann er 0,5 Prozent. Der Euro-Stoxx50 legte am Freitag ebenfalls um 0,5 Prozent zu. „Beim Blick auf die anstehende Bilanzsaison rechnet man mit positiven Nachrichten, während negative Einflüsse wie Japan oder die Euro-Schuldenkrise derzeit einfach ausgeblendet werden“, sagte ein Händler.

Von

rtr

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