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21.07.2013

18:22 Uhr

Wall Street Ausblick

Die Bilanzen rücken in den Fokus

Nachdem zuletzt vor allem US-Notenbank-Chef Ben Bernanke die Börsen bewegte, dürften in der kommenden Woche die Quartalszahlen in den Vordergrund rücken. Mit dabei sind Apple, Facebook, McDonald's und UPS.

An der Wall Street standen zuletzt die Bankwerte im Mittelpunkt. ap

An der Wall Street standen zuletzt die Bankwerte im Mittelpunkt.

New YorkIm Fokus der Anleger an der Wall Street stehen aktuell die Banken. Angeführt von Morgan Stanley und Goldman Sachs haben die Geldinstitute im zweiten Quartal an der Börse ein Erlösplus von 42 Prozent eingefahren. Der Anstieg ist der stärkste seit über drei Jahren. Nach dem schwachen Jahr 2012 zeigt der Aktienhandel wieder eine deutlich Aufwärtsbewegung. Auch bei anderen Werten rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg.

„Ein Mix aus besseren Konjunkturdaten, kaum vorhandenen Risiken am Zinsmarkt und einer recht positiven Berichtssaison sollte den Markt weiter nach oben treiben“, sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. In der vergangenen Woche hat der Dow Jones 0,5 Prozent zugelegt. Nach Einschätzung von Rahn hat vor allem die Klarstellung von Fed-Chef Ben Bernanke, wonach die Geldpolitik der US-Notenbank noch lange expansiv bleiben wird, Investoren spürbar beruhigt. „Der Markt reagiert immer noch vor allem auf die US-Geldpolitik“, erläutert Rahn.

In der kommenden Woche dürften jedoch auch die Bilanzen wichtiger werden. „In diesem Jahr hat bisher die Fed für einen Aufwärtstrend gesorgt“, sagt Kristina Hooper von Allianz Global Investors in New York. „Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt müssen die Bilanzen in den Mittelpunkt rücken.“ Davon gibt es in den kommenden Tagen reichlich, denn Größen wie Apple, Boeing und Facebook gewähren Einblick in ihre Bücher ebenso wie AT&T, McDonald's, Ford, Visa und UPS. Den Technologieriesen Apple dürften sich die Anleger nicht zuletzt deshalb genau ansehen, weil in derselben Branche Microsoft und Google in der vergangenen Woche mit verfehlten Markterwartungen für Unruhe gesorgt hatten.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Bisher haben die Unternehmen, die schon in den USA und Europa über ihren Geschäftsverlauf informiert haben, recht optimistische Signale ausgesendet. „Der bisherige Verlauf war nicht unerfreulich“, sagt Kapitalmarktstratege Hans-Jörg Naumer, von Allianz Global Investors. Bislang hätten 65 Prozent der US-Unternehmen die Analystenerwartungen übertroffen. „Besonders aus dem Bankensektor kamen erfreuliche Meldungen.“

So hat Morgan Stanley im Handel mit Aktien und Aktienderivaten sowie dem Prime-Brokerage-Geschäft 1,81 Milliarden Dollar eingenommen und sich an die Spitze des Feldes gesetzt. Damit schlägt die Bank erstmals seit mindestens zwei Jahren den Konkurrenten Goldman. Den stärksten Anstieg bei den Einnahmen in dem Bereich verzeichnete die Citigroup mit 68 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im vergangenen Jahr waren die Erlöse im Aktienhandel bei den größten Banken weltweit das dritte Jahr in Folge gesunken. Dazu trugen ein geringeres Handelsvolumen sowie der Abfluss von mehr als 300 Milliarden Dollar aus Aktienfonds bei, wie Daten des Branchenverbandes Investment Company Institute zeigen. Inzwischen dürften steigende Marktzinsen mehr Anleger von Anleihen in Aktien wechseln lassen. In den ersten fünf Monaten des Jahres zeigen die Daten des ICI wieder Kapitalflüsse in Aktienfonds an.

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