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22.09.2012

15:54 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Die Märkte zweifeln an der Rally

An den US-Börsen kehrt langsam die Erkenntnis ein, dass mehr Hilfen auch mehr Hilfsbedürftigkeit bedeuten. Die Rally stockt und eine Reihe von Daten droht die Stimmung zu verderben. Was die Wall-Street-Woche bringt.

Was machen die Märkte? Der Wall-Street-Ausblick. dapd

Was machen die Märkte? Der Wall-Street-Ausblick.

New YorkDie Investoren an der Wall Street treibt in der neuen Woche die Frage um, ob sich die US-Börsen auf den jüngst erreichten Höchstständen halten können. Die Investoren hatten nun gut eine Woche Zeit, die Bedeutung der Fed-Ankündigung zu neuen Konjunkturhilfen zu überdenken. Sie lehnten sich zurück, der Jubel ebbte ab und die Rally geriet vergangene Woche ins Stocken. Holen den Markt nun Sorgen über die Lage der Unternehmen und US-Wirtschaft ein? Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P-500 verharrten immerhin in der Nähe ihrer zuletzt 2007 erreichten Höchststände.

Mehr und mehr US-Anleger befürchten nun, dass die Ankündigung der Fed darauf hinweist, dass die Wirtschaft des Landes in weitaus schlimmerem Zustand sein muss als bisher gedacht. Neue Konjunkturdaten müssen nun das Gegenteil beweisen. „Jede Enttäuschung bei den Eckdaten wird einen Rückgang des Marktes zur Folge haben, so zwischen zwei und vier Prozent“, sagt Peter Cardillo, Chef-Analyst bei Rockwell Global Capital.

Mit Spannung werden eine Reihe von Daten erwartet. Am Dienstag steht das Verbrauchervertrauen für September an und am Mittwoch der Eigenheimabsatz für August. Zwar hat sich der Immobilienmarkt in den letzten Monaten etwas stabilisiert. Die US-Industrie und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit machen dies aber wieder zunichte. Neue Hinweise wird es am Donnerstag geben mit dem Auftragseingang für Langlebige Güter für August, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 22. September sowie den endgültigen BIP-Daten für das zweite Quartal.

Obwohl der Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal noch gut zwei Wochen hin ist, treibt sie Anleger bereits um. Auslöser war eine Gewinnwarnung des Paketdienstes FedEx vergangene Woche. Die schwächelnde Weltwirtschaft bremst die Geschäfte des global agierenden Konzerns. Die Erwartungen an das dritte Vierteljahr sind zuletzt deutlich gefallen, die Nervosität entsprechend gestiegen. Thomson-Reuters-Daten zufolge rechnen Wall-Street-Analysten mit einem Rückgang der Gewinne bei den 500 Unternehmen des S&P-Index von 2,2 Prozent - das höchste Minus seit drei Jahren. Auch bei den Ausblicken stellen sie sich auf schlechte Nachrichten ein.

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Flop 1

Unilever

Unilever ist einer der weltweit größten Anbieter von Markenartikeln im Bereich Kosmetik und Körperpflege. Der wesentliche Teil des Unilever-Geschäftes besteht aus der Herstellung und dem Vertrieb von täglich gebrauchten Markenartikeln.

Flop 2

Beiersdorf AG

Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikel-Unternehmen. Zu den Schwerpunkten zählen der Vertrieb von Kosmetikartikeln, sowie die Herstellung von Klebebändern.

Flop 3

L'Oreal SA

L'Oreal S.A ist eines der weltweit führenden Kosmetikunternehmen. Zu dem französischen Konzern gehören insgesamt 27 internationale Marken.

Flop 4

DE Master Blenders 1753

De Master Blenders 1753 ist ein international tätiges Kaffee- und Teeunternehmen. Die Produktpalette beinhaltet mehr als 30 Marken.

Top 1

Oriflame Cosmetics SA

Der schwedische Großkonzern Oriflame ist ein Anbieter von hochwertigen Hautpflege- und Kosmetikprodukten. Die Gesellschaft zählt mit einer Palette von über 1000 Schönheitsprodukten zu den weltweit größten Kosmetikunternehmen.

Top 2

Imperial Tobacco Group Plc

Die Imperial Tobacco Group ist ein international agierendes Tabakunternehmen. Die Gruppe ist weltweit in über 160 Länder mit Marken wie Davidoff, Gauloises Blondes und West vertreten.

Top 3

Pernod Ricard SA

Die Unternehmensgruppe Pernod Ricard ist ein internationaler Spirituosen- und Weinanbieter. Mit Produktionsstätten und Niederlassungen in über 70 Ländern ist der Konzern international präsent.

Top 4

Diageo Plc

Das Großunternehmen Diageo ist einer der weltweit führenden Getränkeanbieter. Zu seinen bekanntesten Marken zählen Spirituosen wie Johnnie Walker und Guinness.

„Gerade das, was ich nicht weiß, macht mich nervös“, sagt Doug Cote, Chef-Marktstratege bei ING Investment Management. Die Aggressivität mit der die Fed vorgehe, habe ihn stutzig gemacht. Die Fed hatte unter anderem angekündigt, pro Monat für 40 Milliarden Dollar mit Hypotheken besicherte Wertpapiere zu kaufen, um den Häusermarkt anzukurbeln. Zudem hatte die Europäische Zentralbank erklärt, unter den Rettungsschirm schlüpfenden Ländern mit dem Ankauf umlaufender Anleihen beistehen zu wollen. „Die Finanzmärkte werden davon mehr profitieren als die Wirtschaft“, zeigt sich Fred Dickson, Chef-Marktstrage bei D.A. Davidson überzeugt. Zumindest dürften die Zentralbanken damit die Märkte bis Jahresende stützen.

Für Beruhigung sorgte am Freitag die Aussicht, dass Spanien womöglich bald ein komplettes Hilfsprogramm seiner Euro-Partner beantragen könnte. Dafür muss es aber seine Sparbemühungen verstärken. Bislang kämpft das Land dagegen an.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

22.09.2012, 16:24 Uhr

Schwachsinnige Überschrift, Handelsblatt.

Was gibt es da noch zu zweifeln? Entweder man ist in dem Bullmarkt dabei, oder man gehört eben zu den Losern die nicht drin sind.

Account gelöscht!

22.09.2012, 19:37 Uhr

Ja, Zweifel sind berechtigt. Die Börse steigt nur weil Unsummen Geld in den Markt gepumpt wird - übrigens auch in Japan. Wer hat schon mitbekommen dass die Japaner in den letzten zwei Wochen 780 Milliarden Euro durch Kauf von japanischen Staatsanleihen "gedruckt" haben?

Account gelöscht!

22.09.2012, 20:01 Uhr

Da wird nicht endlos diskutiert wie in Europa einschließlich Klage vor dem Bundesverfassungsgericht - nein, einfach mal so 70 Billionen Yen (=780 Mrd Euro)in den Markt pumpen.

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