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19.01.2013

17:57 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Die Risikolust kehrt zurück

Gute Daten, gute Stimmung: An den US-Börsen dürfte die kommende Woche Anleger aus der Reserve locken. Auch einige Schwergewichte legen Zahlen vor und zeigen an, wohin die Reise der Wirtschaft nun geht. Der Ausblick.

Optimismus an der Wall Street: Die Risikobereitschaft der Anleger dürfte zunehmen. dapd

Optimismus an der Wall Street: Die Risikobereitschaft der Anleger dürfte zunehmen.

New YorkDie US-Börsen könnten in der kommenden Woche zu einem neuen Höhenflug ansetzen. Nach ermutigenden Konjunkturdaten und besser als erwartet ausgefallenen Unternehmenszahlen wächst die Risikofreude der Anleger wieder. Sie setzen darauf, dass die an Schwung gewinnende Bilanzsaison und die Aussicht auf eine Entspannung im US-Haushaltsstreit die Kurse weiter antreibt. Daneben könnte vor allem ein anhaltend starker Kapitalzufluss aus niedrig verzinsten Wertpapieren den Markt beflügeln. "Aus Rendite-Sicht sind Aktien immer noch ein sehr gutes Geschäft, und es ist daher einleuchtend, dass das Geld in den Aktienmarkt fließt", sagte Analyst Stephen Massocca von Wedbush Morgan. "Die Leute wollen nicht in eine Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit investieren, die eine Rendite von 1,8 Prozent hat."

Die entscheidenden Impulse dürften Experten zufolge von den Quartalszahlen besonders konjunkturempfindlicher Industriekonzerne kommen. Besonders im Blickpunkt stünden die Bilanzen von United Technologies am Mittwoch und Honeywell am Freitag, sagte Michael Yoshikami von Destination Wealth Management. "Diese Zahlen werden die Richtung weisen, die die Wirtschaft einschlägt."

Charts der Woche: Welche Aktien enttäuschen – und welche überraschen

Charts der Woche

Welche Aktien enttäuschen – und welche überraschen

Während das einst größte Unternehmen der Welt schwächelt, macht sein angeschlagener Rivale kräftig Boden gut. Ein anderer Konzern kündigt Großes an - und enttäuscht. Das alles und mehr - in den Charts der Woche.

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P-500 waren in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert. Beim S&P ist ein neues Allzeit-Hoch sogar nicht mehr weit entfernt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq konnte nicht ganz so kräftig zulegen. Auch aus diesem Sektor werden eine ganze Reihe von Quartalszahlen erwartet. Allerdings hat der Markt hier die Latte nach einigen Enttäuschungen deutlich heruntergehängt. So legt der Chiphersteller AMD am Dienstag seine Zahlen vor. Es wird erwartet, dass er unter den sinkenden PC-Verkäufen leidet. Erst am Freitag waren die AMD-Aktien um mehr als zehn Prozent eingebrochen nach enttäuschenden Quartalszahlen von Branchenprimus Intel.

Als weitere Börsenschwergewichte informieren am Dienstag die Technologiekonzerne Google und IBM sowie der Chemiekonzern Dupont am Dienstag über ihre Geschäfte. Mit Spannung blicken die Anleger auch auf Apple am Mittwoch, nachdem Zeitungen zuletzt von einer etwas enttäuschenden Nachfrage nach dem neuen iPhone 5 berichtet hatten. Am Donnerstag folgen Microsoft und der Mischkonzern 3M sowie am Freitag das Konsumgüterunternehmen Procter & Gamble.

Auf Konjunkturseite stehen erneut Daten vom Häuser- und vom Arbeitsmarkt im Mittelpunkt, nachdem sie schon in der Vorwoche Hoffnungen auf eine Erholung der US-Wirtschaft genährt hatten. Hier warten die Anleger auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag und den Eigenheimabsatz im Dezember am Freitag. Auch in dem seit Monaten schwelenden Haushaltsstreit bahnte sich eine Entspannung an. Die Republikaner im Repräsentantenhaus ziehen einen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Schuldenlimits in Betracht, so dass die weltgrößten Volkswirtschaft zumindest ein Vierteljahr länger ihre Rechnungen begleichen kann.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Henry

19.01.2013, 20:39 Uhr

Realitätsverlust ist das auffälligste Symptom mentaler Retardierung. Ursächlich dafür kann ein angeborener Defekt sein, vielleicht ist der Zenit der Evolution aber auch überschritten, es folgt die Involution, die geistige Rückwärtsentwicklung. Eine schizophrene Umwelt verstärkt die Symptome und schließt Heilung mit großer Sicherheit aus. Der Kranke verirrt sich immer mehr in der Abwärtsspirale phrasenhafter Idiotie und eine Kollision mit der Realität wirft ihn dann vollends aus der Bahn.

Portugal: reale Einzelhandelsumsätze mit -5,2% zum Vorjahresmonat
Italien: mieseste PKW-Neuzulassungen seit 1979!
Portugal: Industrieproduktion mit -4,1% zum Vorjahresmonat
Portugal: schwächste PKW-Neuzulassungen seit 27 Jahren
Deutschland: PKW-Neuzulassungen mit -16,4%
Griechenland: Kreditkontraktion ist ungebrochen
Irland: Industrieproduktion mit -6,6% zum Vorjahresmonat
Griechenland: Industrieproduktion auf dem Level von 1978
Griechenland: Allzeithoch bei der Arbeitslosenquote mit 26,8%
Spanien: Industrieproduktion mit -7,3% zum Vorjahresmonat
Italien: Industrieproduktion mit -7,6% zum Vorjahresmonat
EU27: PKW-Neuzulassungen mit -16,3% zum Vorjahresmonat
Italien: Bau und Industrie in der Abwärtsspirale

"Wir glauben, dass wir in unserem Land mit den Banken sehr, sehr große Probleme haben und in Europa. Wir halten da nichts für stabil." Die Dunkelziffer der uneinbringlichen, also faulen Kredite sei "viel, viel höher" als offiziell zugegeben, sagte der Vorsitzende der Bank of China, Xiao Gang: "Vor zwei Monaten lag die Wahrscheinlichkeit des Zusammenbruchs des Euro unserer Einschätzung nach bei 70 Prozent, derzeit sind es 30 Prozent, Tendenz steigend."

USA: Bürgerkrieg und Zerfall - "Die Außenverschuldung ist lawinenartig gewachsen: 1980 hatte es noch keine gegeben, 1998, als ich meine Prognose aufstellte, lag sie bei zwei Billionen Dollar, heute beträgt sie mehr als elf Billionen Dollar. Das ist eine Pyramide, die unbedingt einstürzen wird." (Prof. Panarin)

Account gelöscht!

19.01.2013, 21:34 Uhr

Das System müsste einstürzen. Die Frage ist aber, ob die Mächtigen der Welt das auch zulassen. Grundsätzlich kann man dieses Spiel verdammt lange spielen.
Doch was nützt, solange es noch dauert und was schützt, wenn es passiert?

DooferMichel

19.01.2013, 21:43 Uhr

GÄHN!
und.. was wollen Sie mit Ihrer Datenlawine sagen? Monatsveränderungen -von welchem Monat auf welchen? Saisonal bereinigt? etc. etc. Jeder findet Statistiken, die seine Aussage unterstützen und Gleichgesinnte im Geiste sind ebenfalls unschwer zu finden.
Was soll man nun Ihrer Meinung nach tun? Den Kopf in den Sand stecken? Lebensmittel horten weil morgen die Welt zusammenbricht?
Sicherlich ist es richtig, dass die Wirtschaftswelt ein Kumul an Krisen (Subprime inkl. Lehman, Verschuldungs- und Vertrauenskrise - you name it) abzuarbeiten hat. Aber muss die Welt deshalb untergehen? Asienkrise war ebenfalls eine Schuldenkrise - schon vergessen? Komisch, dass es dort recht gut läuft. Darf doch nach Ihren Argumenten gar nicht sein!
Man muss nichts schön reden, aber übersehen darf man auch nicht, dass es einige Maßnahmen gab, die vor allem in Europa in die richtige Richtung gehen. Man kann und darf sich fragen, wie schlimm die US-Verschuldung ist, wenn das Szenario der Energie-Autarkie in den Staaten Realität wird. usw. usw.

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