Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2010

14:23 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Die Unsicherheit bleibt

In der vergangenen Woche zeigten die US-amerikanischen Börsen Schwäche. Wie geht es weiter? Unsicherheitsfaktoren sind Obamas Pläne, die Finanzbranche zu zügeln und die Zukunft von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Bei den Unternehmensberichten stehen unter anderem Apple, Microsoft und Procter & Gamble an.

Die Wall Street: Setzt sich der Abwärtstrend fort? Quelle: dpa

Die Wall Street: Setzt sich der Abwärtstrend fort?

HB NEW YORK. Die Unsicherheit über die Zukunft von US-Notenbankchef Ben Bernanke dürfte die New Yorker Aktienmärkte in der kommenden Woche belasten. Zudem könnte die von US-Präsident Barack Obama angekündigte Zügelung der Großbanken zu weiteren Kursverlusten bei Finanzinstituten wie Goldman Sachs führen. Bei den Unternehmensberichten stehen unter anderem Apple, Microsoft und Procter & Gamble auf der Agenda. Zudem erwarten Anleger Hinweise auf die künftige Zinspolitik der Fed, die erste Schätzung des Finanzministeriums zur US-Wirtschaftsleistung im vierten Quartal sowie Obamas Rede zur Lage der Nation.

Wegen eines Streits im Kongress über die Rolle der Fed bei der Bekämpfung der Finanzkrise ist die Bestätigung von Bernanke für eine zweite Amtszeit aufgeschoben worden. Obama zeigte sich am Freitag zwar zuversichtlich, dass der Senat Bernanke im Amt bestätigen wird. Doch auch in den Reihen von Obamas Demokraten wuchs der Widerstand gegen Bernanke. Seine Amtszeit als Chef der US-Notenbank läuft am 31. Januar aus. Die Bestätigung wird nun für nächste Woche erwartet.

Ein zweiter Unsicherheitsfaktor stellt für Anleger die geplante Regulierung der Finanzbranche dar: Obama will den riskanten Eigenhandel der Banken beschränken und sie wieder zu einer Trennung des klassischen Bankgeschäfts vom Kapitalmarktgeschäft und Investmentbanking zwingen. Das zielt auf Geschäftsmodelle wie die von Goldman Sachs oder der Bank of America, die am Freitag zu den größten Verlierern an der Wall Street gehört hatten.

„Die Ankündigung von Obama hat die Wall Street erzittern lassen. Die Unsicherheit ist groß, die Leute verkaufen“, sagte Aktienhändler Michael James von der regionalen Investmentbank Wedbush Morgan in Los Angeles. Es sei daher mit einem sehr schwankungsanfälligem Handel in der nächsten Woche zu rechnen.

Der CBOE Volatilitätsindex, ein Barometer für die Unsicherheit auf dem Börsenparkett, war allein am Freitag um 20 Prozent nach oben geschossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte im Wochenverlauf 4,1 Prozent nachgegeben, der S&P-500 fiel 3,9 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq verlor 3,6 Prozent. Damit verzeichnete die Wall Street ihre größten Kursverluste seit zehn Monaten. Auch in der Woche davor hatten alle drei Indizes bereits schwächer geschlossen.

Am Mittwoch beendet der Offenmarktausschuss der US-Notenbank seine zweitägigen Beratungen. Es wird damit gerechnet, dass die Fed den Zinssatz bei nahe null Prozent belassen wird.

Stattdessen werden Anleger genau hinhören, ob die Notenbank Hinweise auf eine künftige Straffung der Geldpolitik geben wird.

Einer Reuters-Umfrage zufolge wird die Fed die Zinsen voraussichtlich nicht vor Herbst anziehen.

Ebenfalls am Mittwochabend wird Obama vor beide Kammern des Kongresses treten, um seine mit Spannung erwartete Rede zur Lage der Nation zu halten. Die erste Schätzung des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal wird am Freitag erwartet. Zudem stehen in der kommenden Woche die jüngsten Daten zu den Verkäufen bestehender Eigenheime an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×