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21.09.2014

16:29 Uhr

Wall Street Ausblick

Die Woche der Wahrheit

Der Börsenstart von Alibaba verlief fulminant und die US Börsen eilen von einem Rekord zum nächsten. Hält der Bullenmarkt an? Was die neue Woche an der Wall Street den Anlegern bringt.

Startglocke zur Börsenrally: Alibaba-Gründer Jack Ma läutet den Handelsstart an der Wall Street ein. AFP

Startglocke zur Börsenrally: Alibaba-Gründer Jack Ma läutet den Handelsstart an der Wall Street ein.

Nach der Party kommt der Alltag. Anleger auf der ganzen Welt fragen sich zum Start der neuen Woche, ob der fulminante Börsenstart von Alibaba an der New Yorker Börse bestand hat. Am Freitag sprang die Aktie zum Start an der New Yorker Börse überraschend deutlich auf 92,70 Dollar. Das war ein Plus von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

Zwischenzeitig schnellte der Kurs sogar bis auf 99,70 Dollar hoch. Zum Handelsschluss landete das Papier mit 93,89 Dollar bei einem Plus von gut 38 Prozent. Alibabas Aktienpremiere war ein Projekt der Superlative: 320 Millionen Anteilsscheine zum Ausgabepreis von 68 Dollar, Emissionserlös 21,8 Milliarden Dollar. Mit den Zeichnungsrechten der Investmentbanken erreicht das Volumen 25 Milliarden Dollar. Es ist damit der bisher größte Börsengang. Ob das Kursfeuerwerk Bestand hat, muss sich aber noch zeigen.

Alibaba ist nicht der einzige Grund, warum Anleger mit Spannung auf die neue Woche an der Wall Street schauen. Die Vorzeichen stehen gut. Denn die Aussicht auf eine anhaltende Geldschwemme der Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks sowie ein schwächerer Euro -Wechselkurs dürften die Anleger bei Laune halten.

Und die Laune ist schon bisher alles andere als schlecht. Der Dow-Jones-Index und S&P-500-Index blieben in der abgelaufenen Woche auf Rekordkurs. Der Dow gewann auf Wochensicht 1,7 Prozent und schloss bei 17.279 Punkten, der S&P-500 kletterte im Wochenvergleich 1,3 Prozent auf 2010 Zähler und die Nasdaq 0,3 Prozent auf 4579 Punkte.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

Die politischen Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine wurden an der Börse zuletzt ausgeblendet. "Ich frage mich was noch passieren müsste, dass es wirklich ernsthaft nach unten geht", sagte Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein. Vor allem die Aussicht auf längerfristig niedrige US-Zinsen lockt die Anleger weiter in Aktien. Darüber hinaus wetten viele auf umfassende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB), im Börsenjargon Quantitative Easing (QE) genannt.

Der zuletzt starke Dollar bereitet den Anlegern an der New Yorker Börse langsam Kopfzerbrechen. Eine ganze Reihe von Unternehmen - von Konsumgüterproduzenten bis zu Technologiefirmen und Ölkonzernen - werde die Bewegung am Devisenmarkt schmerzhaft zu spüren bekommen, erklärte Larry Glazer von Mayflower Adivsors. Die Anleger hoffen jedoch gleichzeitig, dass die Negativ-Effekte von den positiven Nebenwirkungen eines starken Dollar wettgemacht werden. Vor allem die Konsumenten können beim Einkauf Geld sparen und anderweitig ausgeben.

In den USA dürften die am Donnerstag anstehenden Auftragseingänge langlebiger Güter im August ein deutliches Minus von geschätzten 17 Prozent aufweisen. Dieses hat nach Einschätzung der BayernLB aber wenig Aussagekraft. Denn die Juli-Daten seien überaus gut gewesen, nachdem in dem Monat Aufträge des Flugzeugbauers Boeing wegen der Präsentation eines neuen Flugzeugtyps in die Höhe geschossen waren. Am Donnerstag stehen Quartalszahlen von Nike und H&M an. Am Dienstag bleibt die Börse in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen.

Von

rtr

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