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15.09.2013

15:37 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Einstieg in den Ausstieg am Mittwoch?

Alle Augen auf Ben: Nach monatelangem Warten könnte Fed-Chef Bernanke Mitte der Woche die Drosselung der Anleihekäufe verkünden. Unternehmensseitig stehen Oracle und der Logistiker FedEx im Fokus.

Aktienhändler an der New York Stock Exchange. AFP

Aktienhändler an der New York Stock Exchange.

Frankfurt/New YorkAn den weltweiten Börsen haben sich die Händler den kommenden Mittwoch dick angestrichen: Nach monatelangem Warten wird die US-Notenbank dann wohl die Katze aus dem Sack lassen und die Drosselung ihrer Anleihenkäufe verkünden. In den vergangenen fünf Jahren hat die Fed zur Stützung der Wirtschaft insgesamt 2,75 Billionen Dollar in den Geldmarkt gepumpt und damit auch den Aktienmarkt beflügelt.

"Die Entwicklung des Aktienmarktes wird stark davon abhängen, was die Fed sagt", sagt Kapitalmarktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Fed-Chef Ben Bernanke müsse klar abstecken, wie lange es dauert, bis ein nächster Schritt kommt. "Wenn es eine klare Linie gibt, dann könnten die Börsen sogar steigen. Wenn nicht, dann geht es mit der Nervosität weiter - und die Kurse dürften fallen."

Die US-Notenbank berät Dienstag und Mittwoch über ihren geldpolitischen Kurs. Seit einem dreiviertel Jahr pumpt die Fed über den Kauf von Immobilienpapieren und Staatsanleihen jeden Monat 85 Milliarden Dollar in die Märkte und leistet damit eine ordentliche Anschubhilfe. Seit Bernanke Ende Mai erstmals ein Zurückfahren der monatlichen Geldflut angedeutete hatte, hat die Unsicherheit über das weitere Vorgehen die Märkte in Bewegung gehalten.

Allerdings hat die Fed zuletzt wiederholt ihre Absicht zum schrittweisen "Exit" erklärt. Damit müssten die Händler eigentlich vorbereitet sein, einen Kurseinbruch erwartet daher kaum jemand. Einer jüngsten Reuters-Umfrage zufolge gehen Volkswirte davon aus, dass die Fed zunächst zehn Milliarden Dollar weniger als bislang in den Aufkauf stecken wird.

Am Finanzmarkt wird die nun heraufziehende geldpolitische Wende vor allem deshalb mit gemischten Gefühlen erwartet, weil nicht klar ist, ob sie ohne Verwerfungen an den Börsen gelingen wird. Helaba-Analyst Christian Apelt ist sich dennoch sehr sicher: "Nach mehrmonatiger Diskussion über das Herunterfahren ihrer Wertpapierkäufe wird die Federal Reserve nun ihren Worten Taten folgen lassen."

Bereits seit Mai, als Bernanke erstmals über den "Exit" laut nachdachte, ist klar, dass die Fed noch in diesem Jahr den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal nehmen wird. Konkret bedeutet dies zunächst, dass weniger Staats- und Immobilienpapiere aufgekauft werden und damit weniger Geld in die Wirtschaft gepumpt wird. Über die Frage, wie stark Bernanke auf die Bremse treten wird, streiten sich die Experten. Das Gros erwartet allerdings, dass er die bisherige monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar um zehn auf 75 Milliarden reduziert wird. Es dürfte sich also nur um den Einstieg in den Ausstieg aus der Krisenpolitik der Fed handeln. Deren Konjunkturhilfen dürften schätzungsweise noch bis Mitte 2014 schrittweise zurückgefahren werden.

Kommentare (6)

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Joachim67

15.09.2013, 16:35 Uhr

Das wäre wohl das allerletzte!!!

Account gelöscht!

15.09.2013, 17:30 Uhr

@Rechner
dass habe ich mir auch schon überlegt. Man denke an die Reaktion der Regierung auf die Ausspähung durch die NSA. Nehmen wir Artikel3 GG Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. | Ein einfaches Beispiel verdeutlicht, wie die Regierung die Brechung des GG in Kauf nimmt. Eine rechtsradikale oder islamische Terrorzelle A plant ohne digitale Kommunikation einen Terroranschlag, den sie aber doch nicht ausführt. Beweise gäbe es dafür in Form von Schallwellen oder Gedanken. Terrorzelle B plant mit digitaler Kommunikation, vobei die Beweise rechtskräftig aufgezeichnet wurden. Es kommt zur Verurteilung. Nur der Umstand, über digitale Kommunikation Informationen zu tauschen, macht aus B schuldfähig und aus A unschuldig. Daraus folgt, nur der rechstaatliche Bürger hat Anspruch auf das nun staatliche Internet. Alle nicht-rechtsstaatliche Kommunikation (Bestellung von Jagdmesser - kein Besitz oder Gebrauch - nur eine Bestellung, fetischistische Kommunikation von Fantasien, Kritik an der Verfassung oder des Staates, ect.) wird damit aus der Nutzung des Internets ausgeklammert. Daraus kann ein Staatsanwalt eine Straftat folgern und Ermittlungen einleiten. Das bedeutet, dass das Internet zur Strafverfolgung genutzt wird, dagegen die selben Taten durch nicht-elektronische Kommunikation, ungeahndet bleiben. Faktisch ist der Zugang zum Internet damit eine Art Belohnung für rechtstreue Bürger und wird wohl in Zukunft ähnlich der Schufa, durch ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis, freigeschaltet. Da das Internet aber für den Menschen neben dem möglicherweise illegalen Missbrauch auch eine informationstheoretische Transzendenz darstellt, die die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit viel weiter Bereichern kann, als ein Stammtisch, stellt sich die Frage ob nicht durch diese "Verstaatlichung" des Inet Artikel2.1 verletzt ist. Die Organe verantwortlich für diese Selektion von rechtsstaatlichen Nutzern der Informationsrevolution Inet, wären dann verfassungsfeindlich!...

Account gelöscht!

15.09.2013, 17:40 Uhr

...so wird zB Artikel2.1GG eingeschränkt und spezifiziert, "soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.", aber die spezifizierung von Artikel1.1 wäre mindestens genauso erfordelich, um 2.1 zu legitimieren. Was verletzt die Würde eines Menschen ist nicht so wichtig, da ja ohne Spezifizierung sehr weit dehnbar, dagegen wird die Würde unspezifisch durch die Einschränkung in 2.1 definiert. Alles andere verletzt die Würde eines Menschen, nur nicht die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit unter Einschränkung von Gesetz und Sitte. Dies bedeutet jedoch, dass ein Mensch für systemtragende Tätigkeiten wie zB Altenpflege ein Bruchteil von dem an Gehalt verdienen kann, als zB. ein Profiboxer oder F1-Fahrer. Mit dieser Auslegung von Würde, kann in einem kapitalistischen System nicht mehr hantiert werden. Entweder das GG muss geändert werden, oder die nicht GG-konformen Auswüchse in der kaptalistischen Gesellschaft. Daher habich mir schon doch mal überlegt aus Protest die NPD zu wählen.

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