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05.11.2011

14:34 Uhr

Wall Street Ausblick

Griechenland hält US-Börsen in Schach

Griechenland versetzt den internationalen Handel weiterhin in Unruhe und so ist nur eines sicher: Dass nichts sicher ist. Während Risikomanager keine Vorhersagen wagen, klammern sich US-Anleger inzwischen an Strohhalme.

Auch in der kommenden Woche bestimmt Europa nicht nur die US-Börse. AFP

Auch in der kommenden Woche bestimmt Europa nicht nur die US-Börse.

New YorkGriechenland und die europäische Schuldenkrise lassen die Wall Street einfach nicht los. Auch in der kommenden Woche bestimmt Europa nicht nur den Handel auf dem heimischen Kontinent sondern auch in den USA. Anlegern bleibt wohl nur, sich auf Chaos einzustellen und so gut wie möglich durch die turbulenten Zeiten zu manövrieren. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist, lautet das Motto. Eine bestimmte Richtung vorauszusehen ist nicht mehr möglich. „Es geht die ganze Zeit nur um Europa, es sei denn man hört mal etwas anderes“, sagte Risikomanager Steve Sosnick von Timber Hill/Interactive Brokers Group.

Von der überstandenen Vertrauensabstimmung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou sind nur wenige Impulse zu erwarten. Es ist dennoch unklar, von wem das Land künftig geleitet wird. Papandreou sei zu Gesprächen über eine neue Regierung und zum Abgang bereit, erklärte er.

Zudem hat Europa nicht nur die Griechenland-Krise zu bewältigen. Es muss vermieden werden, dass andere Länder wie Italien in den Strudel geraten. Analysten fällt eine Richtungsbestimmung für den Markt daher schwer. „Es gibt noch sehr viele Risiken. Wir wissen es einfach nicht“, sagte Thomas Roth von Mitsubishi UFJ Securities USA. Italien wird künftig seine Reformbemühungen zum Abbau der immensen Schuldenlast zusätzlich zur EU auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kontrollieren lassen. Diese Zusagen von Ministerpräsident Silvio Berlusconi könnten angesichts der zunehmenden Revolte im eigenen Lager für sein politisches Überleben womöglich irrelevant werden.

In dem europäischen Chaos klammern sich US-Anleger inzwischen an Strohhalme. Obwohl der US-Arbeitsmarkt nicht recht in Schwung kommt, zogen sie aus dem Bericht am Freitag auch positives. Ein Lichtblick war die leicht auf 9,0 Prozent gesunkene Arbeitslosenquote. Das Tempo des Jobaufbaus ist bislang aber immer noch viel zu niedrig. „Ich beobachte derzeit, dass sich bei den Investoren die Ansicht zu festigen scheint, dass sich die US-Wirtschaft trotz der Schwierigkeiten in Europa ganz gut halten könnte“, sagte Natalie Trunow, Chef-Investmentstrategin bei Calvert Investment Management.

Auch von Unternehmensseite kam ein bißchen Unterstützung für den Markt. Bislang haben 433 der 500 im S&P-Index gelisteten Unternehmen ihre Quartalsberichte vorgelegt. 70 Prozent von ihnen haben besser abgeschnitten als von Marktexperten gerechnet. Die Hoffnung liegt jetzt darauf, das auch die restlichen - darunter einige große Einzelhändler wie das Kaufhaus Macy's am Mittwoch - dem Trend folgen. Vor allem erste Einschätzung des wichtigen Weihnachtsgeschäfts sind von Interesse.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

05.11.2011, 17:15 Uhr

Wo ist eigentlich das Problem ?! Aktien steigen, und Aktien fallen. Mal hier mehr, mal dort weniger. Wer damit ein Problem hat, sollte sich eine andere Asset-Klasse suchen. Es ist alles immer nur eine Frage des Timings.

Wer nach dem bärenstarken Oktober - mit Kursgewinnen von fast 15 % - diese dann auch nicht mal zu Realisierung nutzt, und dann bei einem Wochenrückgang von 2 - 3 % anfängt zu heulen, der sollte sein Geld lieber auf den Sparbuch liegen lassen !

Account gelöscht!

05.11.2011, 17:35 Uhr

Es ist schon bedrückend: Europa fast pleite,
USA mit bald 15 Billionen USD Schulden ebenfalls, Japan dito, China undurchsichtig, Schweiz und viele andere zu klein. Die USA haben einen Vorteil: die "Finanzkakophonie" beschränkt sich in einem (!!!) Land im Wesentlichen auf 2 Parteien. Im Europa der 17 Euro-Länder ist es wie in einem Hühnerstall. Viel Hoffnung darauf, dass das alles glimpflich abläuft, besteht so nicht.

Werner_Beinhart

06.11.2011, 00:14 Uhr

Schachmatt den Börsen - killt diese Marktplätze der Unvernunft und alle ihre Diener!

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