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26.01.2014

16:02 Uhr

Wall-Street-Ausblick

In der neuen Woche blickt alles auf die Fed

Die Aktienmärkte sind seit ein paar Tagen plötzlich auf Moll gestimmt. Vor allem aus den Schwellenländern droht Unheil. Die Krise dort könnte auf die großen Aktienmärkte überschwappen. Die Unruhe wächst.

Die Zentrale der Federal Reserve in Washington. Dort wird in der neuen Woche indirekt darüber entschieden, wie es auf den Aktienmärkten weitergeht. ap

Die Zentrale der Federal Reserve in Washington. Dort wird in der neuen Woche indirekt darüber entschieden, wie es auf den Aktienmärkten weitergeht.

New YorkDie Anleger dies- und jenseits des Atlantiks dürften in der neuen Woche vor allem auf ein Ereignis schielen: die Ratssitzung der Fed. Investoren rätseln derzeit, wie schnell die US-Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zurückfahren wird. Bislang hat die Fed ihre monatlichen Bondkäufe um zehn auf 75 Milliarden Dollar gekappt. Ein Ausverkauf droht. Die Furcht vor einer zu raschen Straffung der US-Geldpoltik und einer Abkühlung der Weltwirtschaft schickte bereits in der vergangenen Woche die Währungen von Schwellenländern auf Talfahrt und brachte die Börsen in den Industriestaaten ins Rutschen.

„Der Ausverkauf wird noch schlimmer, bevor es wieder besser wird“, sagte Lorne Baring, Geschäftsführer von B Capital Wealth Management. Die schlechte Stimmung in den Schwellenländern schwappe auf die Industriestaaten über. Viel könnte daher mal wieder von der US-Notenbank abhängen. „Sollten die Notenbanker ihre Geldspritzen zunächst nicht weiter verringern, dürften die Märkte das sicherlich wohlwollend auffassen“, prognostiziert Wolfgang Duwe, Stratege bei der Bremer Landesbank. Auch ein neuer Anlauf auf die 10.000 Punkte sei am deutschen Aktienmarkt denkbar. „Diese Marke hat einfach eine zu große Anziehungskraft – früher oder später wird sie fallen.“

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

3. Juli 2014

Zum ersten Mal in seiner Geschichte knackt der Dow Jones die Marke von 17.000 Punkten.

25. Januar 2017

Mehr als einen Monat hatten Anleger mit der runden Marke geflirtet, doch erst Ende Januar war es dann soweit: Der Dow-Jones knackte im Zuge der Trump-Rally, die der Präsidentschaftswahlsieg des Polit-Außenseiters Donald Trump losgetreten hatte, die 20.000 Punkte.

01. März 2017

Etwas mehr als einen Monat später passierte der traditionelle Weltleitindex schon den nächsten Meilenstein: 21.000 Punkte. Einen Fahrplan für die groß angekündigte Steuerreform blieb Neu-Präsident Trump zwar schuldig, doch auf dem Parkett hielt man ihm die Treue.

02. August 2017

Bis zur 22.000 dauerte es länger, denn der Sommer gestaltete sich schwieriger: Donald Trump ließ seinen Worten keine Taten folgen. Daher musste ein anderer Kurstreiber her. Und der fand sich in den starken Unternehmenszahlen. Zudem trat die US-Notenbank Fed bei der Zinsstraffung auf die Bremse, was dem Aktienhandel immer gut bekommt.

17. Oktober 2017

Im Herbst erklomm der Dow die aktuell letzte Tausendermarke: die Dreiundzwanzigste. Und das war nicht das Ende. Aktueller Höchststand: 23.575 Zähler.

In der abgelaufenen Woche haben die Anleger allerdings den Rückzug angetreten: Am Freitag fiel der Dax um 2,5 Prozent auf 9392 Punkte. Das ist der größte Tagesverlust seit sieben Monaten. Im Vergleich zur Vorwoche büßte er 3,6 Prozent ein. Der EuroStoxx50 gab 2,9 Prozent auf 3028 Zähler nach. An der Wall Street verloren Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 alle um die zwei Prozent. Sorgen bereiteten den Anlegern enttäuschende Konjunkturdaten aus China und den USA. Zudem sorgte die Kapitalflucht aus den Schwellenländern für Verunsicherung, die die Währungen von Staaten wie Brasilien, Südafrika oder der Türkei auf Talfahrt schickte. Auch die Währungskrise in Argentinien belastete.

Mit großer Aufmerksamkeit dürften Investoren daher die anstehenden Wirtschaftsdaten verfolgen. In den USA werden neben den neuesten Zahlen zum Immobilienmarkt (Montag), auch das Verbrauchervertrauen (Dienstag) sowie die Schätzung des Wirtschaftswachstums für das vierte Quartal 2013 (Donnerstag) veröffentlicht. Commerzbank-Analyst Christoph Balz erwartet, dass die US-Wirtschaft die Haushaltskrise gut überstanden hat und im Schlussquartal mit 3,2 Prozent gewachsen ist.

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