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10.03.2012

20:02 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Konjunktur stärkt Optimisten den Rücken

Die Kursgewinne an den US-Börsen dürften sich in der kommenden Woche fortsetzen. Mit dem Schuldenschnitt in Griechenland gibt es eine Sorge wenige, und die Wirtschaft dürfte für positive Impule sorgen.

Händler in der New York Stock Exchange. Reuters

Händler in der New York Stock Exchange.

New YorkErmutigt von positiven Signalen aus der US-Wirtschaft dürften in der kommenden Woche die kauflustigen Anleger an der Wall Street die Oberhand behalten. Nach dem zuletzt nur kurz unterbrochenen Höhenflug des S&P 500 gehen viele Investoren davon aus, dass er auch in den kommenden Tagen noch einmal um die gefürchtete Korrektur herumkommt. Schließlich stieg das Börsenbarometer auch in der vergangenen Woche - und der schlechteste Handelstag des Jahres 2012 am Dienstag dürfte damit als Fehlalarm gedeutet werden. Vor allem vom Arbeitsmarktbericht nahmen die Investoren erfreuliche Nachrichten mit ins Wochenende und werteten auch den griechischen Schuldenschnitt als erfreulichen Schritt.

„Obwohl die Sorgen um Griechenland nicht verschwinden, ist zumindest der schlimmste Fall abgewendet worden“, sagte Leo Grohowski von BNY Mellon Wealth Management. Das hoch verschuldete Euro-Land hat mit einem Schuldenschnitt die unmittelbare Pleitegefahr gebannt. Knapp 86 Prozent der privaten Gläubiger stimmten dem Anleihentausch zu, womit die für die angestrebte Entlastung erforderliche Teilnahmequote von 90 Prozent aber knapp verfehlt wurde. Deshalb sollen die unwilligen Investoren nun zum Verzicht gezwungen werden. Der Internationale Derivateverband Isda stufte den Forderungsverzicht der privaten Gläubiger als Kreditereignis ein, der Kreditausfallversicherungen auslöst.

Doch dieser bittere Beigeschmack ging bisher in der Begeisterung der US-Anleger über die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt unter. Bereits den dritten Monat in Folge entstanden im Februar mehr als 200.000 Jobs - was es seit rund einem Jahr nicht mehr gab. Die Investoren sehen also die Zeichen der amerikanischen Wirtschaft auf Wachstum. In der kommenden Woche haben sie die Möglichkeit, in einer ganzen Reihe von Daten nach Bestätigungen für diese Hoffnung zu suchen.

So werden sie am Dienstag die Februar-Zahlen der Einzelhändler unter die Lupe nehmen. Die Branche soll Prognosen zufolge ein Prozent und damit deutlich mehr als im Januar gewachsen sein. Mit Blick auf die gestiegenen Ölpreise werden die Börsianer auch Inflationsdaten wachsam beobachten: Am Donnerstag werden die Erzeugerpreise, am Freitag die Verbraucherpreise veröffentlicht. Am letzten Handelstag der kommenden Woche stehen zudem Zahlen zum Verbrauchervertrauen im Fokus der Wall Street.

Für gute Stimmung auf dem Parkett sorgen auch Spekulationen, dass die US-Notenbank der Wirtschaft abermals mit Käufen von Staatsanleihen unter die Arme greift. Nach Hinweisen darauf können die Börsianer gleich am Dienstag fahnden, wenn die Fed nach dem Treffen ihres Offenmarktausschusses voraussichtlich eine Stellungnahme abgibt.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Euyonimus

11.03.2012, 04:23 Uhr

Was hier nicht erwähnt wird: die Verschuldung priv. Haushalte nimmt wieder zu.
Die Bank of Amerika hat Schuldenerlasse für Immobilienbesitzer erlassen, nachdem sie zuvor die meisten Schuldner zwangsgeräumt hat und deren Immobilien sich selbst unter den Nagel gerissen hat, ein desaströses Vorgehen.
Die Arbeitslosenzahl stagniert, was daran liegt, daß man da und dort Massenentlassungen vornimmt, und in wo auch immer in Beschäftigungsverhälnissen wieder Leute eingestellt werden.
So kann man stolz neue Beschäftigung propagieren, was zur Stagnation der Arbeitslosigkeit nicht paßt, oder vielleicht kompensiert auf niedrigem Level.

Stagnation der Arbeitslosenzahlen: trotz riesigem Fluten an Geld, läßt sich diese immer noch nicht beseitigen und wurde schon angemahnt.
Immer mehr Billigjobs, auch so hat sich GM aus der Abwärtsspirale gerettet, alle Beschäftigten auf halben Lohn gesetzt.

Arbeitslos in USA ist man erst, wenn man all seine oft drei Jobs verloren hat.

Jeder 7. US Bürger geht zu Suppenküchen, hausiert in Zelten. Speziell für USA angefertigt für 350 $.

Das Handelsbilanzdefizit hat aktuell den bisher höchsten Wert erreicht.

Die wenigen Vorzeigeunternehmen reichen nicht aus, dies zu verändern. Die Deindustrialisierung durch Auslagerung hat Kahlschläge produziert, die nicht ausgeglichen werden. Das meiste Geld wird off shore gemacht, nicht im Land. Nur durch diese Billigproduktion hält sich das Land noch über Wasser und die Schuldenuhr tickt unbarmherzig weiter.

Aber da das extrem viele Geldvermögen nach Anlage sucht, die Zinsen sind auf Null,darf hier wieder eine neue Blase geschaffen werden.

Free people in a free nation, so what...bis zum nächsten knall.

Bmehrens

11.03.2012, 08:35 Uhr

An Euyonimus: Herzlichen Dank für Ihre kompensierten Fakten. "Gefühlt" - hatte ich das auch - nun aber bin ich bestens informiert.

Account gelöscht!

11.03.2012, 09:53 Uhr

Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln und zwar immer wieder, bis zu Ermüdung bzw. bis zum Big Beng. Irgendwann ist es halt so weit. Bis dahin sollte man alle Verlautbarungen des ganzen Weltwirtschaftssystems nicht so ganz Ernst nehmen.

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