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11.08.2013

17:20 Uhr

Wall Street-Ausblick

Konjunkturdaten rücken in den Fokus

Das erste Wochenminus seit Mitte Juni - das ist die Bilanz des Dow Jones für die vergangene Woche. Nun schauen die Anleger nach vorne: Am Dienstag könnte die Einzelhandelsstatistik für bessere Stimmung sorgen.

Anleger hoffen auf positive Signale an der Wall Street. dpa

Anleger hoffen auf positive Signale an der Wall Street.

New YorkAn der Börse in New York sah es in der vergangenen Woche nicht gut aus. Insgesamt musste der Dow Jones einen Abschlag von 1,49 Prozent verkraften - das erste Wochenminus seit Mitte Juni. Die Anleger sorgen sich, dass die US-Notenbank Fed bereits im September bei ihrer ultralockeren Geldpolitik den Fuß vom Gas nehmen könnte. Die Rekordjagd der Standardindizes wurde dadurch vorerst gestoppt. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index gab am Freitag 0,36 Prozent auf 1691,42 Punkte ab. Der technologielastige Nasdaq-100-Index sank um 0,37 Prozent auf 3118,57 Punkte.

Der Markt wiege derzeit die Aussichten auf die geldpolitische Drosselung ab und verdaue die jüngst erreichten Rekordmarken, sagte ein Fondsmanager in Kansas. Er sprach vom Ausklang einer lahmen Nachrichtenwoche. Die Berichtssaison ist in den USA fast abgeschlossen, auch bedeutende Konjunkturdaten aus den USA standen nicht auf der Tagesordnung. In Europa und Asien positiv aufgenommene Zahlen aus China zur Industrieproduktion schienen die US-Märkte nicht spürbar zu beleben. Nahe den Rekordhochs gewinne in New York die Vorsicht Oberhand über das Risiko, kommentierte Michael Hewson vom Broker CMC Markets.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

In der kommenden Woche könnte die Einzelhandelsstatistik für Interesse sorgen, die am Dienstag veröffentlicht wird. Danach kommen noch Quartalberichte der Branchengrößen Wal-Mart und Macy's. Gute Nachrichten aus dem Bereich könnten die Börsen wieder anschieben, schließlich ist der Konsum in den USA besonders wichtig. Das Augenmerk der Investoren richte sich wieder mehr auf die Konjunktur, nachdem die meisten Firmenbilanzen vorlägen, sagt Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital aus Pittsburgh.

Zum Wochenausklang hatten zuletzt die Zahlen von Nvidia die Anleger enttäuscht. Die Aktie gab um rund anderthalb Prozent nach. In einem deutlich rückläufigen Markt für Tischrechner könnte Nvidia weiter unter Druck geraten, sagte ein Analyst. Die Frage sei nun, ob Nvidia seine Ziele schaffe. Der Konzern hatte mit seinem bereinigten Gewinn und dem Umsatz im zweiten Quartal zwar die Erwartungen von Experten getroffen, zeigte sich jedoch beim Ausblick auf das dritte Vierteljahr deutlich pessimistischer als gedacht.

Dagegen waren nach einem Medienbericht über einen möglichen Börsenrückzug die Papiere des Smartphone-Herstellers Blackberry, ehemals Research In Motion (RIM), um fast sechs Prozent nach oben gesprungen. Bereits vor Amtsantritt des deutschen Chefs Thorsten Heins im Januar 2012 hatte der einstige Vorreiter der Branche Insidern zufolge mit Finanzinvestoren über einen Rückzug vom Parkett gesprochen.

Von

dpa

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