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10.02.2013

12:23 Uhr

Wall-Street-Ausblick

"Reite auf der Welle, solange Du kannst"

Die Anleger an der Wall Street stehen nächste Woche vor keiner leichten Entscheidung: Geht da noch was – oder ist es an der Zeit, die Gewinne in Sicherheit zu bringen? Die jüngste Rally macht den Markt verwundbar.

Händler an der Wall Street: Safety first? ap

Händler an der Wall Street: Safety first?

New YorkNach einem starken Jahresauftakt steht der Wall Street über kurz oder lang die Nagelprobe bevor. Die Investoren dürften testen, ob der Höhenflug von Dauer ist oder die Kurszuwächse in den kommenden Monaten abschmelzen wie in den vergangenen beiden Jahren.

Alan Lancz, Präsident von Alan B. Lancz & Associates, sieht viele Börsianer in Habachtstellung. Seinen Worten nach folgen sie der Maxime der Opportunisten: „Reite auf der Welle, solange du kannst, und versuche nicht der letzte zu sein, der abspringt.“ Die Frage an den US-Börsen für die neue Woche ist also: Geht da noch was – oder ist es an der Zeit, die Gewinne in Sicherheit zu bringen?

Die kräftigen Aufschläge der vergangenen Wochen machen den Markt verwundbar. Rückschläge könnten kommen, wenn die seit längerem in den Hintergrund getretene Euro-Schuldenkrise wieder aufflammt. Außerdem dürfte der US-Haushaltsstreit wieder stärker in den Fokus rücken.

Nach aktuellem Stand der Dinge würden mit Beginn des kommenden Monats automatische Ausgabenkürzungen der Bundesregierung über 85 Milliarden Dollar in Kraft treten. Nach den Worten des Politikstrategen Greg Valliere von der Potomac Research Group hat die günstige Börsenentwicklung zur Folge, dass der Druck auf die Streitparteien nachgelassen hat. „Ich erwarte keinen großen Kompromiss, vor allem weil die Märkte so selbstgefällig sind“, sagt Valliere.

Die Dividenden-Aristokraten in den USA

Mc Donald's

Branche: Gastronomie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 27,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,1

Fedex

Branche: Logistik
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 26,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 0,6 Prozent

Nike

Branche: Sportartikel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 19,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,5 Prozent

IBM

Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

Colgate-Palmolive

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,3 Prozent

Johnson & Johnson

Branche: Pharma
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Coca Cola

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,8 Prozent

Quelle: DZ Bank

Kommt es zu den Streichungen im Haushalt, droht der weltgrößten Volkswirtschaft ein herber Dämpfer mitten in der Konjunkturerholung. „Pauschale Kürzungen werden sich schädlicher auswirken als gezielte Kürzungen“, gibt Lancz zu bedenken. „Sollten wir sogar in eine Rezession rutschen, werden alle Karten neu gemischt.“ Einen Ausblick auf den Fortgang der Etat-Gespräche könnte am Dienstag Präsident Barack Obama in seiner traditionellen Rede zur Lage der Nation liefern.

Da der Kalender mit wichtigen Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen in der neuen Woche relativ dünn ist, dürften die Anleger wieder größeres Augenmerk auf die Auftritte von Notenbankern richten. Erhofft werden neue Hinweise, wie und wann die US-Zentralbank (Fed) ihr massives Wertpapier-Rückkaufprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft zurückfahren könnte.

Charts der Woche: Diese Aktien schockieren die Anleger

Charts der Woche

Diese Aktien schockieren die Anleger

Mehrfach gab es diese Woche zweistellige Kurssprünge und -abstürze.

Die US-Börsenbarometer liegen derzeit so hoch wie lange nicht mehr. Der Dow-Jones-Index notiert knapp unter der Marke von 14.000 Punkten, die er jüngst erst das zweite Mal überhaupt übersprungen hatte. Der Technologieindex Nasdaq ging am Freitag auf dem höchsten Schlusskurs seit November 2000 aus dem Handel.

Und der breit gefasste S&P 500 liegt über der psychologisch wichtigen Schwelle von 1.500 Zählern – erst das dritte Mal in seiner Geschichte. Analysten zufolge könnte das Barometer nun Anlauf auf sein Rekordhoch von 1576,09 Punkten nehmen.

Welche Aktien die Analysten verschmähen - USA

Eli Lilly

Branche: Pharma

Analystenurteile: 21

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 24%

Yahoo

Branche: Internet

Analystenurteile: 34

davon positiv: 8

positiv in Prozent: 24%

Avon Products

Branche: Konsum

Analystenurteile: 17

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 24%

Dow Chemical

Branche: Chemie

Analystenurteile: 22

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 23%

Imperial Oil

Branche: Öl

Analystenurteile: 14

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 21%

Kellogg

Branche: Lebensmittel

Analystenurteile: 23

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 20%

Archer Daniels Midlands

Branche: Agrar

Analystenurteile: 15

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 20%

AMD

Branche: Halbleiter

Analystenurteile: 35

davon positiv: 7

positiv in Prozent: 20%

Lockheed Martin

Branche: Rüstung

Analystenurteile: 23

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 17%

Hewlett-Packard

Branche: Computer

Analystenurteile: 32

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 16%

Northrop Grumman

Branche: Rüstung

Analystenurteile: 21

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 14%

Best Buy

Branche: Handel

Analystenurteile: 24

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 8%

Quelle: Factset, DZ Bank

Dagegen rechnet Marktstratege Jeff Kleintop von LPL Financial zunächst mit einer Konsolidierung, die die Kurse um bis zu fünf Prozent nach unten drücken dürfte. Dann gibt es seiner Ansicht nach aber wieder günstige Kaufgelegenheiten, vor allem im Bau- und Transportsektor.

Auch Art Hogan von Lazard Capital Markets wäre einer längeren Verschnaufpause nicht abgeneigt: „Für eine gewisse Zeit in einer Handelsspanne festzuhängen nach dem Turbostart in dieses Jahr, ist wahrscheinlich ein positives Zeichen.“

Die größten Börsenunternehmen der Welt (Stand März 2013)

Platz 10

Chevron

Marktkapitalisierung: 231 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 9

Nestle

Marktkapitalisierung: 134 Milliarden Dollar

Branche: Konsumgüter

Platz 8

IBM

Marktkapitalisierung: 138 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 7

Microsoft

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Platz 6

General Electric

Marktkapitalisierung: 240 Milliarden Dollar

Branche: Mischkonzern

Platz 5

Wal-Mart

Marktkapitalisierung: 247 Milliarden Dollar

Branche: Handel

Platz 4

PetroChina

Marktkapitalisierung: 255 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 3

Berkshire Hathaway

Marktkapitalisierung: 257 Milliarden Dollar

Branche: Investment

Platz 2

Exxon Mobil

Marktkapitalisierung: 403 Milliarden Dollar

Branche: Ölkonzern

Platz 1

Apple

Marktkapitalisierung: 415 Milliarden Dollar

Branche: Technologie

Berechnung

Der Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) wird ermittelt indem man die Gesamtzahl der börsennotierten Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie multipliziert. Aktien, die sich nicht im Streubesitz befinden werden dabei nicht berücksichtigt.

Am Beispiel von Apple heißt dies: 938.649.000 Aktien sind im Umlauf, der Kurs der Aktie betrug zum Stichtag der Analyse 425 Dollar. Ergebnis: Ein Börsenwert von rund 398,9 Milliarden Dollar.

Von

rtr

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