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12.05.2013

11:28 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Rekordjagd mit zittrigen Knien

Getragen von der Welle billigen Zentralbank-Geldes eilen die Börsen von Rekord zu Rekord. Nicht wenige Experten warnen aber, dass der aktuelle Aufwärtstrend auf unsicheren Beinen steht. Ein Blick auf die US-Börsen.

Der Dow über 15.000 Punkten: Wie lange kann die Rekordjagd noch weitergehen? ap

Der Dow über 15.000 Punkten: Wie lange kann die Rekordjagd noch weitergehen?

New YorkEgal ob Dax oder Dow : Getragen von der Welle billigen Zentralbank-Geldes eilen die internationalen Aktienmärkte derzeit von einem Rekord zum nächsten. Einige Analysten warnen jedoch, dass der Aufwärtstrend auf wackligen Beinen steht. "Die Weltwirtschaft dürfte sich in diesem Jahr zwar erholen, aber die Risiken haben insgesamt zugenommen", sagt Matthias Thiel, Kapitalmarktstratege bei MM Warburg. Vor allem in der Euro-Zone, aber auch in den USA hätten die Frühindikatoren zuletzt alles anderes als überzeugt.

Rückschläge im Dax sind für den Experten daher nicht ausgeschlossen. Der deutsche Leitindex hat in der abgelaufenen Woche das Rekordhoch aus dem Jahr 2007 geknackt und stieg in der Spitze auf 8.358,23 Zähler. Er schloss am Freitagnachmittag 0,2 Prozent höher bei 8.278,59 Zählern. Auch an der Wall Street ging es zuletzt munter bergauf: Das weltweit wichtigste Börsenbarometer, der Dow-Jones-Index, ging am Freitag bei 15.118 Punkten ebenfalls 0,2 Prozent stärker aus dem Handel.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Optimistischer über den weiteren Kursverlauf zeigten sich viele US-Analysten: Angesichts des starken Jahresstarts sei eine Fortsetzung des Auftriebs nicht unwahrscheinlich: "Wir könnten eine Überraschungsrally im Mai erleben", sagte Ryan Detrick von Schaeffers's Investment Research in Ohio.

In den kommenden Tagen könnte sich zeigen, ob es den Anlegern weiterhin gelingt, das Thema Konjunktur so erfolgreich auszublenden. Nach Einschätzung der Commerzbank dürften zumindest die BIP-Daten aus dem Euro-Raum (Mittwoch) für Ernüchterung sorgen. Analysten erwarten, dass die Wirtschaft in der Währungsunion zum Jahresauftakt erneut geschrumpft ist. Zudem sei das Risiko gestiegen, dass sich die Konjunktur auch im Frühjahr nicht spürbar beleben werde, prognostiziert Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum dürfte auch auf dem Eurofinanzminister-Treffen zu Wochenbeginn in Brüssel diskutiert werden. Viele Anleger hoffen auf eine zunehmende Abkehr von den Sparanstrengungen, weil das die Wachstumsaussichten der Peripherieländer zumindest kurzfristig verbessern sollte.

US-Einzelhandelsumsätze könnten enttäuschen

In den USA könnten die Einzelhandelsumsätze am Montag für Enttäuschung sorgen. Nach der schwachen Entwicklung im März zeichne sich auch für April ein Rückgang ab, denn der Autoabsatz habe deutlich nachgegeben, heißt es in einem Kommentar der Postbank. Die Analysten rechnen mit einem Minus von 0,5 Prozent. Ebenfalls auf der Agenda stehen unter anderem die US-Baubeginne wie auch der Philly-Fed-Index (jeweils Donnerstag).

Börsenindex: Wem der Dax gehört

Börsenindex

Wem der Dax gehört

Der Dax jagt einen Rekord nach dem anderen. Davon profitieren vor allem Anleger aus dem Ausland. Denn ein großer Teil der Aktien gehört nicht inländischen Anlegern. Wem Adidas, Deutsche Bank und Co. gehören.

Auf deutscher Seite gibt am Dienstag der ZEW-Index Hinweise auf den möglichen Konjunkturverlauf. Die Stimmung unter den Analysten dürfte sich angesichts zuletzt überzeugender Auftrags- und Produktionsdaten aufgehellt haben, prognostizieren die Postbank-Analysten. Im Schnitt rechnen Experten im Mai mit einem Anstieg des Index auf 38,5 von 36,3 Zählern.

Letzte Telekom-HV unter Obermann

Während in den USA die große Flut an Unternehmensberichten bereits vorbei ist, dürften die Konzerne die Anleger hierzulande weiter auf Trab halten. Von besonderem Interesse ist das Zahlenwerk von ThyssenKrupp (Mittwoch). Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter kündigte bereits an, auch in diesem Jahr nicht aus den roten Zahlen herauszukommen. Nach den Negativschlagzeilen der vergangenen Monate sehnt sich die gebeutelte Stahlbranche nach guten Nachrichten.

Ebenfalls Einblick in ihre Bücher gewähren unter anderem K+S, Aurubis (jeweils Dienstag), RWE und SMA Solar (jeweils Mittwoch). In den USA dürften besonders die Quartalszahlen von Cisco (Mittwoch) sowie J.C.Penney und Wal-Mart (Beide Donnerstag) auf Interesse stoßen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

12.05.2013, 12:21 Uhr

Schön! Die Risiken nehmen zu. Hätte niemand gedacht. Superschlaue Kommentare der Experten (die ja noch nie richtig gelegen haben). Aber was zur Hölle ist die Alternative zu Aktien? 0 %-Anleihen? Aber für wie lange? Wohnung auf Sylt? An Rot-Grün abliefern? Vielleicht das Beste: Ausgeben und sich ein schönes Leben machen.

sinnfrei

12.05.2013, 12:52 Uhr

Zitat "Rückschläge im Dax sind für den Experten daher nicht ausgeschlossen."

Das ergibt sich schon alleine aus den Gesetzen der Schwerkraft. Was steigt, muss auch wieder fallen.

Die Analysten schrauben die Erwartungen für die Zahlen der nächsten Tage schon so weit runter, dass es ja nur wieder positive Überraschungen geben kann. Nach dem Mott "BIP schmrumpft ja nur um 3% und nicht 3,5%, hurra, Aktien kaufen und Dax 9.000".

Account gelöscht!

12.05.2013, 12:53 Uhr

Versuchen Sie es doch mal mit edlen Vollblütern. Die kann ich zur Not auch aufessen. Ansonsten laufen und poppen die Viecher den Kontostand immer höher.

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